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So sah das Grab mit seiner zweigeteilten Steintafel einst aus. Die linke Hälfte des Steins ist offenbar über Nacht vom Friedhof Großholthausen gestohlen worden.

Waldfriedhof Großholthausen

Kuriose Beute: Diebe klauen halben Grabstein

GROßHOLTHAUSEN - Ein eigenartiger Vorfall auf dem Friedhof in Großholthausen: Als Karl-Otto Lünsrodt vor dem Grab seiner Frau auf dem Friedhof Großholthausen stand, merkte er, dass etwas fehlt. Diebe haben den halben Grabstein gestohlen. Einige Jahre zuvor gab es bereits einen ähnlichen Vorfall auf dem Waldfriedhof.

Wie ein Schlag in den Bauch habe es sich angefühlt, als Karl-Otto Lünsrodt vor dem Grab seiner Frau auf dem Friedhof Großholthausen stand. Noch am Abend zuvor war er da gewesen und alles war normal. Doch dann Samstagmittag erneut den Friedhof aufsucht, fehlt eine Hälfte der Steintafel. "Es macht mich sprachlos, es ist unfassbar", so der 72-Jährige. Der Stein habe 2000 Euro gekostet, aber vor allem "der ideelle Wert ist unbezahlbar."

Etwa 1,50 Meter maß der Stein, mit einem Gewicht von rund 90 Kilogramm – Ausmaße, die die Demontage und den Transport nicht gerade erleichtern. Auch wie der Stein entfernt wurde, mitsamt des Fußes aus dem Boden gerissen, sodass er keinen Schaden erlitt – kein Kinderspiel, erklärt die Steinmetzin, Jutta Wiegold aus Witten.

Vor Jahren wurde Bronzestatue gestohlen.

Es gebe immer mal Fälle von Vandalismus oder Diebstahl von Kupfergegenständen. Im Jahr 2011 ist vom Friedhof in Großholthausen bereits eine Bronzestatue gestohlen worden, sagt Thomas Rosenbaum,V erwalter der Friedhöfe Menglinghausen, Großholthausen, Hombruch und des Südwest-Friedhofs. Da Friedhöfe öffentlich zugänglich seien, gebe es auch keinen Schutz davor.

Was macht man mit einem Grabstein? Karl-Otto Lünsrodt nur eine Vermutung. „Das könnte jemand gewesen sein, der Erfahrung damit hat. Einer, der selbst Steinmetz oder Friedhofsgärtner ist.“ Weiterverkaufen? Selbst verwerten? Auch die Polizei Dortmund ist ahnungslos.

„Diebstähle auf Friedhöfen passieren immer mal wieder“, sagt Amanda Kolbe (Foto) von der Polizei Dortmund. „Doch meistens handelt es sich um Kupfergegenstände – Regenrinnen Statuen, Figuren. Das ist Material, das zu Geld gemacht werden kann.“

Von Kupfergegenständen absehen

Es gebe immer mal Hochphasen. In den letzten zwei Monaten seien außer dieser jedoch keine weiteren Anzeigen im Zusammenhang mit Friedhofsdiebstahl bekannt, so die Polizeisprecherin. „Der einzige Rat ist, von Kupfergegenständen abzusehen, aber das ist eigentlich traurig.“ Dass Steine gestohlen würden, so Kolbe, sei tatsächlich eine Seltenheit.

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