Zerstörte Scheiben an Wartehäuschen von Bushaltestellen sind häufig ein Ärgernis in den Städten des Kreises. Das Foto aus Herten-Scherlebeck stammt vom Februar 2020.
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Zerstörte Scheiben an Wartehäuschen von Bushaltestellen sind häufig ein Ärgernis in den Städten des Kreises. Das Foto aus Herten-Scherlebeck stammt vom Februar 2020.

Schmierereien und Zerstörung

Vandalismus-Schäden im Kreis kosten Städte Hundertausende Euro

  • Randolf Leyk
    vonRandolf Leyk
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Die Zerstörung öffentlichen Eigentums bringt Bernhard Schrägel in Null-Komma-Nichts auf die Palme. Denn in manchen Fällen gefährden die Täter akut die Sicherheit ihrer Mitbürger im Kreis Recklinghausen.

  • Viele Städte klagen immer wieder über Vandalismus
  • Vor allem Grafitti und Bushäuschen als Ziel
  • Kosten gehen in den sechsstelligen Eurobereich

Im Kreis Recklinghausen wurden 2019 mehr als 1900 „Sachbeschädigungen auf Straßen, Wegen oder Plätzen“ bei der Polizei angezeigt (nicht in dieser Zahl enthalten sind 660 Graffiti-Anzeigen). Aufklärungsquote: 22 Prozent. Hinzu kommen zahlreiche Sachbeschädigungen an Autos.

Der Zentrale Betriebshofs Gladbeck schätzt die Schäden allein dort auf 50.000 Euro jährlich. Besonders fassungslos macht Schrägel der aktuelle Fall einer angesägten Schaukelkette auf einem Spielplatz in seiner Stadt. „Solche Taten stehen kurz vor versuchtem Totschlag“, schimpft er.

Alle Städte klagen im Kreis Recklinghausen über Vandalismus

Es gibt keine Stadt im Kreis Recklinghausen, die nicht über Vandalismus klagt. Auch die Stadt Marl musste nach eigenen Angaben in diesem Jahr schon 12.000 Euro aufbringen, um zerstörte Spielgeräte wieder in Ordnung zu bringen. Herten hat 2019 knapp 11.000 Euro für die Beseitigung von Vandalismusschäden ausgegeben, Castrop-Rauxel – nach zwei Brandstiftungen in einer Schule – sogar 132.000 Euro. Haltern beziffert den Schaden an Haltestellen-Wartehäuschen, Absperreinrichtungen, Spielplätzen, Schulgebäuden und Parkanlagen auf 50.000 Euro jährlich.

In Datteln wurden alle Papierkörbe zerstört

In Datteln haben Unbekannte in der letzten Silvesternacht fast alle Papierkörbe in der Innenstadt zerstört. Die Stadt Haltern musste allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres bereits 15 Glasscheiben an Buswartehallen erneuern.

Selbst vor Bäumen machen Vandalen keinen Halt

Mitte Mai dieses Jahres wurde zum Beispiel im Hohlraum einer 120-jährigen Eiche in Oer-Erkenschwick ein Feuer gelegt. Der Baum musste ebenso gefällt werden wie nach einer Brandstiftung eine Eiche im Hertener Schlosspark.

Im Strafgesetzbuch steht: „Wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ Doch Anzeigen gegen Unbekannt laufen meistens ins Leere, bedauert Halterns Stadtsprecher Georg Bockey.

Schandfleck: Besonders dunkle Nischen, wie hier an einem leer stehenden Ladenlokal in der Innenstadt Recklinghausen, ziehen die Sprayer an.

In Recklinghausen haben Unbekannte vor einigen Tagen die Scheibe eines Wartehäuschens demoliert. Es war nicht der erste Fall in der Stadt. Das Problem mit den Wartehäuschen kent man auch in Marl. Seit Jahresbeginn wurden in Marl mehrere Bushaltestellen beschädigt. Und in Herten tauchen in Süd Aufkleber mit hetzerischen Sprüchen auf, vor einiger in Disteln Graffiti mit rassistischen und rechtsextremen Inhalten. Auch das ist Vandalismus, der die Stadt teuer zu stehen kommt. Mit dem Geld könnten die Städte sicherlich sinnvolle Investitionen im sozialen und Freizeitbereich tätigen.

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