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Helmut Feldmann kämpft am 16. und 17. April vor dem Bundesverfassungsrecht für die Sterbehilfe in Deutschland.

Warten auf Urteil

Marler kämpft um die Sterbehilfe

MARL - Vor dem Bundesverfassungsgericht kämpft Helmut Feldmann (72) um sein Recht auf selbstbestimmtes Sterben.

Nicht der Tod macht dem unheilbar an chronisch-obstruktiver Bronchitis (COPD) erkrankten Marler Angst. Aber er fürchtet, am Ende seines Lebens qualvoll zu ersticken. Wenn absehbar ist, dass es für ihn nicht mehr weitergeht, will Helmut Feldmann sein Leben darum mit einem Medikament in Würde beenden. Darauf hat er sich seit Jahren vorbereitet – mit einem Sterbehilfe-Verein. „Das ist mein Persönlichkeitsrecht, das mir niemand nehmen darf“, sagt er. Doch genau das ist für den Marler 2015 mit Inkrafttreten von § 217 des Strafgesetzbuchs (geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung) eingetreten. Er verbietet die Sterbehilfe. „Mein Recht auf Menschenwürde wird damit verletzt“, betont Helmut Feldmann.

Er klagte und legte mit weiteren Betroffenen Verfassungsbeschwerde ein. Jetzt hofft er endlich auf eine Entscheidung in seinem Sinn. Am 16. und 17. April verhandelt der zweite Senat in Karlsruhe über insgesamt sechs Verfassungsbeschwerden zu § 217 des Strafgesetzbuchs. Der Marler ist als erster Kläger zur mündlichen Verhandlung am Bundesverfassungsgericht geladen. Er hat wieder Hoffnung geschöpft. Seine Chancen, dieses Mal zu seinem Recht zu kommen, schätzt er selbst auf „50 zu 50“. Ein Sieg in Karlsruhe würde aus seiner Sicht Unrecht wieder gut machen. „Ich kämpfe nicht nur für mich, sondern auch für viele andere“, betont der Marler immer wieder.

Zwei Kläger sind inzwischen verstorben

2017 hat unsere Zeitung zum ersten Mal über Helmut Feldmann und seinen Kampf für ein Leben und Sterben in Würde berichtet. Zwei der schwer erkrankten Kläger, die an Helmut Feldmanns Seite waren, sind inzwischen verstorben. Zu den Beschwerdeführern beim Bundesverfassungsgericht gehören aber auch Ärzte, die durch den § 217 ihre Gewissens- und Berufsfreiheit verletzt sehen. Außerdem klagen Vereine, die seit 2015 Schwerkranken keine Suizidhilfe mehr anbieten – aus Angst vor Strafverfolgung.

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