Wegen 2.800 Euro

Unbezahlte Rechnung und Bedrohung - Partyservice und Brautpaar zeigen sich gegenseitig an

Nachdem der Partyservice Goetz ein Brautpaar wegen Betrugs angezeigt hatte, wurde die Inhaberin von mehreren Männern bedroht. Das ist jedoch nicht das einzige Problem.

Vandalismus, den kennt Ina Schnakenberg, Inhaberin des Partyservice Goetz, nur zu gut: zerstochene Reifen oder auch mal eine eingeschlagene Scheibe, auf der kurz zuvor noch nagelneue Werbung geklebt hatte. "Neider", sagt sie dazu knapp am Telefon.

Es ist Dienstag, vier Tage, nachdem sie im Namen ihres Partyservices Anzeige erstattet hatte. Jedoch nicht wegen einer ärgerlichen Kleinigkeit - sondern aufgrund eines Vorfalls, der durchaus eine andere Qualität hatte.

Am 21. Februar hatte die Köchin für über 100 Menschen Essen zubereitet, die in Dortmund eine Hochzeit feierten. Das Fest war eine Woche vorher noch um einen Tag nach hinten verschoben worden, erzählt Schnakenberg, organisatorisch sei so etwas umständlich, aber machbar. Alles lief, ihr Fahrer brachte das Essen, die Gesellschaft bediente sich. Kostenpunkt: 2.800 Euro.

Anzeige nach drei Wochen

Das Geld hat Ina Schnakenberg aber bis heute nicht bekommen. Auf der Webseite steht unmissverständlich: "Die Begleichung der Rechnung erfolgt bei Geschirrrückgabe oder per Überweisung binnen 7 Tagen." Das Brautpaar jedoch kam dem nicht nach. Drei Wochen später entschied sich Ina Schnakenberg, Anzeige zu erstatten: "Dazu bin ich verpflichtet", sagt sie. "Ich muss eine Anzeige stellen, um dem Finanzamt sagen zu können, wo das Geld geblieben ist." Hier beginnt es, ungemütlich zu werden.

Ihrer Aussage nach war ihr Lebensgefährte zu dem Brautpaar nach Hause gefahren - laut Polizei war es der 14. März (Donnerstag) gegen 21 Uhr -, um darauf hinzuweisen, dass, sollte das Geld am Folgetag nicht auf dem Konto sein, Anzeige erstattet werde. "Danach haben sie 300 Euro überwiesen", sagt Schnakenberg. Und wohl per Whats-App-Nachricht verlauten lassen, mehr sei nicht drin. Also gingen Schnakenberg und ihr Lebensgefährte zur Polizei.

Sechs bis acht Männer "machen Stress"

Diese Anzeige, glaubt Schnakenberg, war der Auslöser für die folgenden Ereignisse: Um 17.06 Uhr, nur wenige Stunden nach dem Besuch der Wache, klingelt bei der Polizei das Telefon: Sechs bis acht Männer seien am Ladenlokal vorgefahren und "machen Stress".

Ina Schnakenberg hatte die Tür von innen verschlossen und die Polizei gerufen. Die kam kurz darauf, traf noch zwei Männer an, führte mit ihnen "intensive Gespräche", so die Pressestelle, und verwies sie dann des Platzes. Da keine Straftat beobachtet wurde, stellte man keine Anzeige.

Jetzt hat auch die Gegenpartei Anzeige erstattet

Doch damit ist die Geschichte nicht vorbei: Denn Schnakenbergs Lebensgefährte seinerseits soll die Braut bei seinem Besuch am 14. März bedroht haben. Deshalb hat die Braut ihn angezeigt. Laut dieser Anzeige soll er mit zwei weiteren Männern bei ihr gewesen sein, sie eingeschüchtert und beleidigt haben. Bei ihrem Besuch auf der Wache am Samstag (16.3.) zeigte sie den Polizisten überdies Whats-App-Nachrichten von ihm, durch die sie sich bedroht gefühlt habe. Die Rechnung, so die Aussage, hätten sie und ihr Mann nicht begleichen können.

"Vor zwei Jahren", sagt Schnakenberg am Dienstag am Telefon, "ist es uns schon einmal passiert, dass Leute nicht bezahlt haben." Da sei es jedoch ohne unangenehme Besuche und gegenseitige Vorwürfe vonstatten gegangen. Trotzdem: Auch auf dieses Geld wartet Schnakenberg vergeblich.

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