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Remate Berte´untersucht einen 15jährigen. Der Junge hat Malaria, das haben hier fast alle. Ihr fehlen vor allem Medikamente. Dazu sagt sie: "Die Regierung vergisst oft, das Medikamente Geld Kosten." Her wollen wir helfen.

Weihnachtsspende 2018

Hier helfen nur handfeste Projekte

Brunnen, Sanitätsposten und Medikamente – Krankenschwester Ramate Berté weiß, wie wichtig Gesundheitsvorsorge in Afrika ist.

Der einzige Reichtum, über den Mali verfügt, das nördliche Nachbarland von Burkina Faso, das ist der Kinderreichtum. Mali hatte 1990 acht Millionen Einwohner, heute sind es etwa 20 Millionen. Es werden in Mali pro Tag mehr als 2500 Kinder geboren. Die Fruchtbarkeitsrate liegt bei 6,06 Geburten pro Frau – inzwischen fallend nach 7,16 im Jahr 1990.

Wenn die Bevölkerung weiter so zunimmt, dann hat Mali im Jahr 2050 etwa 61,3 Millionen Einwohner. Die zu ernähren, wäre unter den jetzigen ökologischen Bedingungen unmöglich. Das Land befindet sich laut Experten auf dem Weg in einem Strudel sozialer, demografischer und ökologischer Krisen. Für das Land gibt es nur wenige Möglichkeiten, um diese unheilvolle Entwicklung zu bremsen: Geburtenkontrolle, Steigerung der Produktivität in der Landwirtschaft, Bildung und Ausbildung der Bevölkerung, Schaffung von Arbeitsplätzen. Viele Menschen sehen dagegen in ihrer Not den einzigen Ausweg in der Flucht in andere Länder.

Wir versuchen, mit Ihrer Hilfe, liebe Leser, in der diesjährigen Weihnachtsaktion, zusammen mit der „YOU – Stiftung Bildung für Kinder in Not“ die Fluchtbewegung durch Projekte für Ausbildung und die Schaffung von Arbeitsplätzen zu bremsen. Auch die Schaffung einer besseren medizinischen Versorgung gehört mit dazu. Da helfen keine Versprechungen, keine Absichtserklärungen und keine Entwicklungshilfe, die meist ins Leere geht. Hier helfen nur handfeste Projekte, die den Menschen vor Ort nützen. In dem Dorf Finkolo hat die YOU–Stiftung einen Brunnen gebaut. Er wird jetzt von den Dorfbewohnern gewartet. Bürgermeister Quattara ist stolz auf das Projekt: „Das ist die einzige Quelle für gutes Wasser im Umkreis von fast sieben Kilometern.“

Wie wichtig Gesundheitsvorsorge hier ist, weiß auch Ramate Berté (28). Sie ist ausgebildete Hebamme und Krankenschwester und arbeitet seit zwei Jahren in einem Sanitätsposten, den die YOU-Stiftung und ihre österreichische Partnerorganisation von HOPE 87 eingerichtet haben und unterhalten. Auf die Frage, ob sie wegwill, kommt diese Antwort: „Warum sollte ich nach Europa fliehen? Ich habe hier meine Arbeit. Gut, ich verdiene nicht viel. Aber ich mache auch Hausbesuche, das bringt zusätzlich ein bisschen was. Das Schönste ist, wenn ich ein Kind auf die Welt hole, wenn es gesund ist und gleich schreit. Ich hoffe, meine Babys werden lange leben – und das keines übers Meer muss.“ Das größte Problem für die engagierte Hebamme: „Ich habe eine solide Grundausrüstung, aber es gibt kaum Medikamente. Zu teuer.“

Gerade hier wollen die Hilfsorganisationen YOU und HOPE unterstützen, auch mit Spenden aus unserer Aktion. Szenenwechsel: Kassoum Quattara (58) ist Bauer. Er hat zwei Frauen und 12 Kinder. Und kein Geld. Die letzten Ernten sind verdorrt, das hat ihn bettelarm gemacht. In der letzten Trockenzeit hat die Familie in ihrer Not das Saatgut gegessen.

Quattara ist verzweifelt, er will weg, will nach Amerika. Wie er dort hinkommt, was er dort machen will – Achselzucken. „Geld verdienen halt.“ Sein Nachbar Balkary Traoré (49), ebenfalls ein Bauer, hat ähnliche Pläne. Sein Ziel: Notfalls sogar die Elfenbeinküste und Arbeit auf einer Kakaoplantage. Er weiß, dass er dort gnadenlos ausgebeutet wird. Aber er sagt: „Das ist besser, als hier nichts zu verdienen. Oder bei der Flucht in den Norden in Libyen als Sklave zu landen oder im Meer zu ertrinken.“

Kassoum Quattara, Balkary Traoré: Sie alle träumen einen Traum, der nicht in Erfüllung gehen wird – weggehen und woanders das Glück finden. Mit Ihrer Hilfe, liebe Leserinnen und Leser, wollen wir diesen Menschen eine Perspektive geben. Eine Perspektive, wie sie in ihrem Land bleiben und dort menschenwürdig leben können.

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