Westenhellweg

Straßenmusik doch nicht vor dem Aus?

Dortmund - Straßenmusiker auf dem Westenhellweg in Dortmund scheiden die Geister. Die Verwaltung will eine Verbotszone für die Musiker einrichten. Das nennt die CDU "provinziell". Die Politik ist auf der Suche nach einem Kompromiss.

Dass Straßenmusiker künftig nicht mehr auf weiten Teilen des Westenhellwegs spielen dürfen, ist politisch noch keine ausgemachte Sache. Der Vorstoß der Verwaltung, eine Straßenmusikverbotszone auf Dortmunds größter Einkaufsmeile einzurichten, stößt bei den Ratsfraktionen auf Widerspruch. Tenor: Bei allem Verständnis für die lärmgeplagten Anlieger müsse man Straßenmusikanten nicht gleich den Ton abdrehen. Stattdessen sollte man Interessen abwägen und nach Kompromissen suchen.

Wie berichtet, hat die Verwaltung nach vielen Anlieger-Beschwerden über Lärmbelästigung sieben Varianten zum Umgang mit der Straßenmusik geprüft und trommelt am Ende für die Verbotszone, die der Rat absegnen müsste.

SPD braucht Zeit für Beratungen

"Diese Variante ist für die SPD nicht gesetzt", sagte am Donnerstag Dirk Goosmann, Fraktionssprecher im Bürgerdienste-Ausschuss, auf Anfrage. Seine Fraktion werde zunächst auch über andere Varianten beraten, ehe man zu einer Entscheidung komme.

Die CDU-Fraktion nennt solch ein striktes Verbot "provinziell", zumal das ebenfalls betroffene Klavier-Projekt "Spielmich" des Cityrings eine Bereicherung für die Innenstadt darstelle. Statt eines Verbotes sieht die CDU eine mögliche Lösung des Problems darin, die Beschallungszeiten, vor allem mittags, weiter zu beschränken und die Einhaltung zu kontrollieren, sagt Ausschussvorsitzende Christine Krause.

Grüne lehnen Verbot ab

Noch müssen zwar auch die Grünen über den Verwaltungsvorschlag beraten, doch Fraktionssprecherin Svenja Noltemeyer kann sich eine "Zustimmung "schon jetzt nicht vorstellen". Die Verbotszone könne letztlich das komplette Verschwinden der Straßenmusik in der City bedeuten; die übrigen Straßen und Plätze seien für Straßenmusiker "nicht unbedingt attraktiv".

Auch Linke&Piraten werden den Vorschlag nicht mittragen, sagt Thomas Zweier, Fraktionssprecher im Bürgerdienste-Ausschuss. Schon die von Anwohnern benutzte Wortwahl "Musikterror" sei "mehr als ein sprachlicher Fehlgriff".

Es besteht Handlungsbedarf

Für Lars Rettstadt, Fraktionschef von FDP/Bürgerliste, ist klar, dass es nicht so weitergehen kann wie bisher. Doch es gebe auch durchaus schöne Straßenmusik. Die Frage sei nur, "wann und wie lange".

Auch für die AfD, so Fraktionsgeschäftsführer Andreas Urbanek, bestehe Handlungsbedarf, doch widerstreitende Interessen müsse man gegeneinander abwägen.

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