Westfalenhalle

So spektakulär war das Feuerwerk der Turnkunst

DORTMUND - Fliegende Männer am Schleuderbrett, Akrobaten am Flaschenzug-Seil, ein Clown am Laternenmast: Das "Feuerwerk der Turnkunst" in der Westfalenhalle bot viel Neues - auch artistische Nummern, auf die große Zirkusse neidisch sein können. Mit zur Show gehörte auch ein Held der Olympischen Spiele in Rio.

Als das "Feuerwerk der Turnkunst" vor zehn Jahren Premiere in der Westfalenhalle 1 gefeiert hat, waren einige der Turnkinder des Westfälischen Turnerbundes, die die aktuelle Show eröffnet haben, noch gar nicht geboren. Die 30 "Werler Kangaroos", die in roten Röckchen sauber geturnte Übungen zeigten, hatten sichtlich Spaß daran. Die Karriere von einem der Barrenturner der Show war für sie aber noch ein besonderer Ansporn.

Andreas Toba, der Held von Rio, der bei Olympia 2016 mit Kreuzbandriss seine Übung am Pauschenpferd turnte, um Punkte für die Mannschaft zu holen, turnte auch am Freitag in der Westfalenhalle am Barren und am Pferd. Eindrucksvoll, mit welcher Präzision er die Übungen mit wechselnden Partner synchron zeigte. Rund 8000 Zuschauer in der Arena waren begeistert von dem Programm, das viel Neues bot - auch artistische Nummern, auf die große Zirkusse neidisch sein können.

Westfalenhalle wurde zu Deutschlands größtem Zirkuszelt

Die Jonglage mit Neonkeulen gehörte dazu und auch Handstand-Equilibrist Sergey Timofeev, der ganz nebenbei noch eine Doppelpyramide wie beim Rubik-Zauberwürfel drehte. Auch die Artistik des Duos am Kontergewicht-Seil, das wie ein Flaschenzug funktionierte, hat man so noch nicht gesehen. Und ein Artist wie Noah Chorny, der mit Clowns-Schlapphut an einem schwingenden Laternenmast waghalsige Kunststücke zeigte, wäre in jedem Zirkus ein gern gesehener Gast.

"Aura" hieß das Programm, das der Schweizer Comedian und Zauberkünstler Erwin charmant moderierte. Mit viel Live-Musik, tollen Lichtstimmungen und Super-Effekten auf Vertikaltüchern hat das Team gut zwei Stunden lang das Kunstturnen zur Show und die Westfalenhalle zu Deutschlands größtem Zirkuszelt gemacht. - Kein Wunder, dass die Zuschauerzahl des Festivals von Jahr zu Jahr gewachsen ist.

"Wenn Turnen einfach wäre, hieße es Fußball"

Großartige Trapeznummern, tolle Showturner am Schwebebalken und Stufenbarren hatte die Show und mit der Gruppe "Matus & Friends" zwei vorzügliche Programmpunkte am Schluss der beiden Teile. Da flogen wilde Kerle rasant über Schleuderbretter auf Türme aus Weichbodenmatten. Das war spektakulär und die beste Werbung für den Turnsport. Denn, "wenn Turnen einfach wäre, hieße es Fußball", wusste Moderator Erwin und sprach damit allen in der Halle aus der Seele.

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