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Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Coronavirus

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Die Corona-Infektion hat Nordrhein-Westfalen erreicht. Man weiß noch längst nicht alles über das neue Virus Sars-CoV-2, aber wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt.

?Was ist zu tun, wenn ich vermute, mich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben? 

!Personen, die sich in einem der Risikogebiete aufgehalten haben oder engen Kontakt zu einer am Coronavirus erkrankten Person hatten und innerhalb von 14 Tagen Krankheitszeichen wie Fieber oder Atemwegsprobleme entwickeln, sollten ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt telefonisch kontaktieren, rät das Gesundheitsamt des Kreises Recklinghausen. Ganz wichtig ist: Nicht direkt zur Praxis oder in das Krankenhaus gehen, sondern vorher anrufen und dem Arzt oder der Sprechstundenhilfe Hinweise auf Kontakte und Krankheitszeichen geben, damit die weitere Vorgehensweise festgelegt werden kann.

?Kann ich mich auf das Coronavirus testen lassen?

!Ja, aber der behandelnde Arzt wird einen Test nur empfehlen beziehungsweise anordnen, wenn man zu einer Risikogruppe gehört. Dazu gehören Personen, die Kontakt zu Infizierten hatten oder sich in einem Risikogebiet wie Italien oder Wuhan aufgehalten haben. In solch einem Fall übernimmt die Krankenkasse die Kosten für den Test.

?Wie kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?

!Das Coronavirus wird durch eine sogenannte Tröpfcheninfektion übertragen, also etwa durch Niesen oder Husten, wie es auch bei einer typischen Grippe der Fall ist. Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges und gründliches Händewaschen und die Nutzung von Einweg-Taschentüchern helfen, sich vor einer Ansteckung zu schützen. Wichtig ist auch, möglichst die Finger und Hände nicht mit dem Gesicht in Kontakt zu bringen, damit keine Keime an die Schleimhäute kommen.

?Hilft ein Mund-Nasen-Schutz?

!Wenn eine akut erkrankte Person sich im öffentlichen Raum bewegen muss, kann das Tragen eines Schutzes sinnvoll sein, um das Risiko einer Ansteckung anderer Personen durch Tröpfchen, die beim Husten oder Niesen entstehen, zu verringern. Umgekehrt gibt es keine hinreichenden Belege dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person signifikant verringert.

?Kann ich mich an importierten Lebensmitteln oder Gegenständen anstecken?

!Nein. Eine Infektion mit Sars-CoV-2 über Oberflächen, die nicht zur direkten Umgebung eines symptomatischen Patienten gehören, wie importierte Waren, Postsendungen oder Gepäck, wurde bisher nicht dokumentiert. Sie erscheint laut dem Robert-Koch-Institut (RKI), der zuständigen Bundesbehörde für Infektionskrankheiten, daher unwahrscheinlich.

?Welche Mittel sind für die Desinfektion geeignet?

!Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit dem Wirkungsbereich „begrenzt viruzid“ (wirksam gegen behüllte Viren), „begrenzt viruzid Plus“ oder „viruzid“ anzuwenden, teilt das RKI mit. Eine Liste mit anerkannten Mitteln findet man auf der Website des Instituts. Erhältlich sind sie in vielen Apotheken oder auch im Internet.

?Ist man nach einer Erkrankung immun?

!Das ist noch nicht geklärt. Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie und Tropenmedizin an der Münchener Klinik Schwabing, bestätigt, dass im Körper entlassener Patienten neutralisierende Antikörper nachgewiesen werden konnten. Allerdings wird von einer Frau aus Japan berichtet, die sich zum zweiten Male angesteckt haben soll.

?Wie verläuft Covid-19 bei Kindern?

!Obwohl sich die durch das Coronavirus ausgelöste Krankheit leicht unter Menschen ausbreiten kann, sind bisher nur sehr wenige Kinder betroffen. Es besteht deshalb die Hoffnung, dass Kinder ein geringeres Krankheitsrisiko haben. Eine Studie, die 34 infizierte Kinder in China beobachtete, zeigte, dass diese meist nur unter Fieber und Husten litten und die Krankheit milder als bei Erwachsenen verlief.

?Gibt es genug Medikamente für einen möglichen Ausbruch in NRW?

!„Die Apotheken sind gut auf einen Ausbruch des Corona-Virus vorbereitet. In der Regel haben sie einen Wochenbedarf an Medikamenten vorrätig, Antibiotika sind für mehr als einen Monat vorrätig“, sagt Thomas Preis, Chef des Apothekerverbands Nordrhein. „Bei Corona-Infektionen kann man ohnehin nur die Symptome lindern.“ Ähnlich äußert sich das NRW-Gesundheitsministerium: „Infektionen durch Coronaviren können als virale Infektionen nur symptomatisch (Fiebersenkung) behandelt werden. Je nach Schwere des Krankheitsverlaufs können das auch ganz geläufige Medikamente wie Aspirin, Paracetamol oder Ibuprofen sein. Nach derzeitigem Kenntnisstand gibt es bei diesen Arzneimitteln keine Engpässe in NRW.“

?Kann man sich gegen Corona impfen lassen?

!Nach wie vor gibt es keinen Impfstoff. Zwar arbeiten Forscher seit Längerem an der Entwicklung von Impfstoffen gegen diverse Coronaviren, etwa das Mersvirus. Sie werden in klinischen Studien erprobt, stehen aber noch nicht für die Anwendung zur Verfügung. Nach Angaben des internationalen Impfbündnisses Cepi könnte ein Impfstoff gegen Covid-19 im Sommer in die Testphase gehen.

?Wer darf Quarantäne-Maßnahmen anordnen?

!Der Infektionsschutz für Nordrhein-Westfalen liegt im Wesentlichen in der Kompetenz der Landesregierung. Für die Umsetzung vor Ort sind allerdings die Städte und Landkreise zuständig, somit auch der Kreis Recklinghausen. Über die konkreten Maßnahmen, die getroffen werden sollen, entscheidet das Gesundheitsamt des Kreises RE. Dabei werden die betroffenen Orte vom Landesgesundheitsministerium sowie dem RKI fachlich beraten.

?Kann man zur Quarantäne gezwungen werden?

!Ja, zumindest dann, wenn der begründete Verdacht besteht, dass man sich mit dem Corona-Virus angesteckt haben könnte – selbst wenn man noch keine Krankheitssymptome zeigt. Das Gesundheitsamt kann dann die zwangsweise Unterbringung in einem isolierten Bereich eines Krankenhauses oder einer anderen geeigneten Einrichtung anordnen, zum Beispiel in einer bewachten Kaserne. Die Isolierung von Verdachtspersonen kann aber auch auf freiwilliger Basis zu Hause erfolgen. Die Einhaltung der Haus-Isolierung wird dann vom Amtsarzt kontrolliert.

?Werden Angehörige mit isoliert?

!Weitere Personen wie nahe Angehörige, die mit im selben Haushalt leben, kommen meist zusammen mit dem Betroffenen in Quarantäne, weil durch die lange Inkubationszeit beim Coronavirus sehr wahrscheinlich ist, dass sie sich ebenfalls bereits angesteckt haben.

?Wie werden Menschen versorgt, die zu Hause unter Quarantäne stehen?

!Von den Behörden wird in solchen Fällen empfohlen, sich von Freunden, Nachbarn oder Angehörigen unterstützen zu lassen, die etwa die Einkäufe oder Behördengänge übernehmen können. Allerdings müssen diese Helfer sich in solchen Fällen verpflichten, die empfohlenen Abstands- und Hygienevorschriften strikt einzuhalten – auch um sich nicht selbst zu gefährden.

?Welche rechtliche Grundlage gibt es für Zwangsmaßnahmen?

!Alle möglichen behördlichen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus basieren auf dem Infektionsschutzgesetz (IfSG), in dem 2001 das bis dahin gültige Bundesseuchengesetz sowie weitere einschlägige Vorschriften zusammengefasst wurden. Die demnach zulässigen Eingriffe in das Leben von betroffenen Privatpersonen sind dabei sehr weitreichend. So dürfen zum Zwecke der Gefahrenabwehr die im Grundgesetz garantierten Freiheitsrechte, aber zum Beispiel auch das Brief- und Postgeheimnis eingeschränkt werden. Außerdem kann die berufliche Tätigkeit ganz oder teilweise untersagt werden.

?Ist in NRW die Abriegelung ganzer Städte denkbar?

!Das gilt als juristisch schwierig, denn die nach dem IfSG zulässigen Zwangsmaßnahmen beziehen sich nur auf Personen, die möglicherweise andere Menschen anstecken könnten. Ganze Landstriche abzuschotten, wäre dadurch nicht gedeckt. Vor allem aber dürfte eine solche Maßnahme gerade im dicht besiedelten Nordrhein-Westfalen nicht praktikabel sein, ohne einen kompletten Zusammenbruch des öffentlichen Lebens zu provozieren. Zudem stellt sich die praktische Frage, wer die Einwohner unter Quarantäne gestellter Städte dann versorgen würde.

?Kann ich meine Italien-Reise wegen des Coronavirus stornieren?

!Erst wenn das Auswärtige Amt eine offizielle Reisewarnung ausgibt, kann der Pauschalreisende vom Reisevertrag zurücktreten, ohne eine Stornogebühr bezahlen zu müssen. Reiseveranstalter bieten jedoch möglicherweise Umbuchungen zu anderen Reisezielen an.

mit dpa

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