Wilfried Garlichs

Vom Nichtsportler zum Marathonläufer

DATTELN - Vor etwa einer Woche ist Wilfried Garlichs von seinem mittlerweile 15. Marathon zurückgekehrt. In Washington ist er den Marine Corps Marathon gelaufen.

Mit Sport hatte Wilfried Garlichs noch vor 15 Jahren rein gar nichts am Hut. „Es war ein Unding, eine Strecke zu laufen, wenn ich doch ein Auto habe“, erinnert sich der 71-Jährige. Doch diese Zeiten haben sich geändert: Vor gut einer Woche ist Garlichs von seinem mittlerweile 13. Marathon aus Washington zurückgekehrt.

42,195 Kilometer und 35.000 Läufer

Gereist ist er mit seiner Frau Sigrid schon durch viele Länder, auch für Langstreckenläufe. In Washington war er jetzt zum ersten Mal. Dort hat er die Strecke von 42,195 Kilometern beim Marine Corps Marathon gemeinsam mit etwa 35.000 anderen Läufern zurückgelegt. Das Besondere an diesem Lauf sei, dass die Gewinner keine Geldpreise erhalten. Die Einnahmen werden an die Marines gespendet, die diese für zahlreiche Zwecke wie die Unterstützung der Soldaten-Familien verwenden. Garlichs schätzt, dass auch in diesem Jahr wieder anderthalb bis zwei Millionen Dollar an Spenden gesammelt wurden. „Am Ziel standen die Elite-Soldaten, die jedem Teilnehmer als Dank die Hand gaben“, sagt Garlichs. Highlight des Marathons sei die sogenannte Blue Mile (Blaue Meile) gewesen. „Auf sechs Kilometern waren Bilder der gefallenen Marines aufgestellt, und am Straßenrand standen die Angehörigen mit Fahnen“, erinnert sich der „Marathoni“. Für den guten Zweck ist Garlichs zum ersten Mal gelaufen, die Weltmarathons hat er in den letzten Jahren alle gemeistert. Schon viermal war er für sein Hobby in New York. Sein nächstes Ziel ist der Welt-Marathon in Singapur oder Peking.

Von Null auf 42 in drei Monaten

Angefangen hat alles vor etwa 15 Jahren. „Vom Nichtsportler zum Läufer“, benennt Garlichs seine Geschichte. Damals suchte eine Dortmunder Zeitung Unsportliche über 50 Jahren, die gemeinsam mit einem Trainer für den Ruhr-Marathon üben. „Das war meine erste Begegnung mit dem Laufen“, sagt Wilfried Garlichs. Nach nur drei Monaten ist er bei einem Halbmarathon mitgelaufen – nur vier Wochen danach meisterte er seinen ersten Marathon. „Danach dachte ich mir, das hat Spaß gemacht, ich laufe in New York.“ Und er meinte es zum Erstaunen aller ernst.Sein regelmäßiges Training besteht seitdem aus zwei Besuchen in der Woche im Fitnessstudio und einmal in der Woche geht er Laufen. Vor Marathons läuft er zwei- oder dreimal lange Strecken, aber niemals die 42 Kilometer.

Seine Frau Sigrid verfolgt die Läufe gemeinsam mit einer Truppe anderer deutscher Reisender auf dem Smartphone und besichtigt die Stadt. „Man lernt dort nette neue Leute kennen“, sagt Sigrid Garlichs. „Viele Läufer trifft man schon am Flughafen in Frankfurt.“ Mit der Zeit habe sich eine Gemeinschaft aus den deutschen Marathonis und dem Betreuer entwickelt. Garlichs genießt jeden Marathon. „Wenn ich durchs Ziel laufe, möchte ich noch lachen können.“ Sich nebenbei die Stadt anzuschauen und Fotos zu machen, gehört für ihn dazu. „Die Zeit muss man sich nehmen, wenn man da ist.“

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