Wirtschaft warnt vor ungeregeltem Brexit

BERLIN - Die deutsche Wirtschaft hat erneut vor einem ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der EU gewarnt. Der Präsident des Deutsche Industrie- und Handelskammertags, Eric Schweitzer erklärte am Mittwoch in Berlin: "Der Brexit wird zwar so oder so zu hohen Kosten für die Unternehmen führen, sei es wegen drohender Zölle oder zusätzlicher Brexit-Bürokratie. Ein ungeregelter Brexit wäre allerdings ein Desaster."

Der Hauptgeschäftsführers des Bankenverbandes, Andreas Krautscheid, teilte mit, die monatelangen, harten Verhandlungen hätten sich gelohnt. Mit dem nun vorliegenden Entwurf eines Austrittsabkommens könne ein "harter Brexit" vermieden werden. "Das liegt im gemeinsamen Interesse des Vereinigten Königreichs, Deutschlands und der EU. Jetzt müssen die Brexiteers in Regierung und Parlament Farbe bekennen: Wer eine gute und stabile Zukunft des Vereinigten Königreichs will, der muss einen harten Brexit vermeiden."

Schweitzer erklärte, es wäre wichtig, dass der "Gordische Knoten" beim Brexit endlich durchschlagen werde. Die britische Regierung sollte den Weg in Richtung eines geregelten Brexit erkennbar und glaubhaft einschlagen und damit das Schlimmste abwenden. "Für die Unternehmen ist es allerhöchste Zeit zu wissen, worauf sie sich vorbereiten müssen."

Nachdem die britische Regierung einen Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen verkündet hat, wollte an diesem Mittwochnachmittag das britische Kabinett über den Entwurf des Austrittsabkommens entscheiden. Die eigentliche Hürde dürfte aber im Parlament liegen, dort formiert sich parteiübergreifend Widerstand. Sollte die Einigung dort keine Mehrheit finden, droht ein EU-Austritt Großbritanniens ohne Abkommen - mit schweren Folgen für alle Lebensbereiche.

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