Die wohl ekeligsten Duschen Dortmunds

Waschräume am Gymnasium in katastrophalem Zustand

DORTMUND - Die Fotos sind schockierend und ekelerregend: Die Sanitäranlagen in der Turnhalle des Heisenberg-Gymnasiums im Dortmunder Stadtteil Eving befinden sich in einem miserablen Zustand. Auch die Stadt erkennt nun endlich "grundlegenden Sanierungsbedarf". Dabei hatte man schon vor Jahren auf die Missstände aufmerksam gemacht.

Schwarzer, kaum definierbarer Schmutz, der sich teilweise bereits in die Keramik der Waschbecken gefressen hat, verrostete Heizkörper und Handtuchspender sowie Abflüsse, die aufgrund des Rosts kaum mehr als solche zu erkennen sind. Nein, hier möchte man sich nicht die Hände waschen, geschweige denn duschen. Mussten unzählige Kinder und Jugendliche aber, denn diese Zustände herrschten bislang in den Sanitärräumen der Turnhalle des Heisenberg-Gymnasiums in Eving. Doch die Stadtverwaltung verspricht nun Abhilfe und hat bereits mit den Sanierungsmaßnahmen begonnen. Es gibt einiges zu tun.

"Die städtische Immobilienwirtschaft lässt kurzfristig Mängel an der Sanitär- und Heizungsanlage sowie an der Elektroanlage und aktuelle Vandalismusschäden über die Rahmenvertragspartner beheben", teilte Stadtsprecherin Heike Thelen auf Anfrage mit. Außerdem werde eine verbesserte Reinigung von Duschbereichen und Sporthalle bei dem beauftragten Dienstleister angemahnt.

Bilder aus den Duschen und Toiletten schockierten

Ursache für die plötzlichen städtischen Maßnahmen dürfte unsere Zeitungsberichterstattung am 17. März 2018 über die katastrophalen Zustände sowie die Reaktion der Evinger Lokalpolitiker gewesen sein. Die CDU hatte daraufhin in der Bezirksvertretung einen Dringlichkeitsantrag gestellt, von SPD-Bezirksbürgermeister Oliver Stens aber erfahren, dass er bereits gehandelt und verschiedene Ämter telefonisch informiert habe. Kurz darauf seien die ersten Arbeiten bereits erledigt worden.

Schon im Vorfeld der Sitzung hatten Fotos von den Verhältnissen in der Halle für Unverständnis gesorgt. "Die CDU-Fraktion ist erschrocken und regelrecht schockiert, wie schlecht der Zustand der Sanitäranlagen ist", kommentierte die CDU-Fraktionsvorsitzende Michaela Uhlig die Bilder aus den Duschen und Toiletten der Sporthalle. Dieser Zustand sei gesundheitsgefährdend und nicht hinnehmbar; es sei unzumutbar, Kindern die Nutzung unter diesen Umständen weiter aufzuerlegen, so Uhlig: "Unfassbar, dass man eine städtische Immobilie überhaupt derart verfallen lassen kann." Und auch Oliver Stens hatte kein Blatt vor den Mund genommen: "Die Heizung und die Abflüsse - das ist hygienisch gar nicht tragbar."

2014 behauptete die Stadt: "Funktionalität ausnahmslos gewährleistet"

Die SPD-Fraktion im Evinger Stadtteilparlament hatten übrigens bereits im November 2013 in einem Antrag auf den sehr schlechten Zustand der Umkleidekabinen und Sanitäranlagen hingewiesen und die Erneuerung beziehungsweise Sanierung gefordert. Stadtrat Martin Lürwer antwortete im Februar 2014, dass eine Neumontage der Deckenverkleidung abgeschlossen sowie die Entfernung der Schimmelschäden und ein Neuanstrich der betroffenen Bereiche erfolgt sei. Außerdem teilte Lürwer den Mitgliedern der Bezirksvertretung damals mit: "Zutreffend ist, dass die Umkleiden und sanitären Einrichtungen ?in die Jahre gekommen' sind. Die Funktionalität der Anlagen ist jedoch ausnahmslos gewährleistet. Die Notwendigkeit einer Sanierung ist nach derzeitiger Beurteilung nicht erkennbar."

Tatsächlich sahen Heizkörper und Waschbecken im März 2018 aber nicht so aus, als hätten sie sich vier Jahre zuvor in einem ordentlichen Zustand befunden. Defekte Kabelkanäle, eine arg in Mitleidenschaft gezogene Tür sowie eine offenbar eingeschlagene Feuerlöscher-Klappe rundeten aktuell das Bild ab.

Ortstermin in der Halle

Laut Stadtsprecherin Heike Thelen seien die Erkenntnisse eines Ortstermins Anlass für die Reparaturarbeiten und die Reinigungskontrolle in der Halle gewesen: "Dabei wurde festgestellt, dass der bauliche Zustand dem Baujahr, circa 1975, entspricht und dass der Zustand der Nassbereiche altersgemäß und funktionstüchtig ist." Die Funktionalität der Sanitär- und Heizungs- sowie der Elektroanlage sei gewährleistet. Das hört sich zunächst einmal gar nicht so negativ an, verhindert aber keineswegs, dass die Stadt eines bestätigt: "Grundlegenden Sanierungsbedarf."

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