Zeugensuche im Fernsehen

Antiquitätenhändler nach Messe in Dortmund überfallen - Aktenzeichen XY macht Fall publik

Nach der Antikmesse 2017 in Dortmund ist ein Schweizer Händler auf dem Heimweg ausgeraubt worden. Die Täter folgten ihm offenbar bereits in Dortmund.

Ein Schweizer Antiquitätenhändler ist am 3. Dezember 2017 auf dem Heimweg von der Antik- und Sammlermesse in den Dortmunder Westfalenhallen brutal niedergeschlagen und ausgeraubt worden. Die Täter verfolgten den Mann laut Hinweisen, die der Kriminalpolizei Friedrichshafen vorliegen, bereits in Dortmund.

Gefasst wurden sie bis heute nicht. Nun hat die ZDF-Fernsehsendung "Aktenzeichen XY ? ungelöst" den Fall aufgegriffen.

Was war geschehen?

Drei Tage lang hatte der Händler in den Westfalenhallen wertvollen Schmuck und Uhren ausgestellt. Laut Aktenzeichen XY und Kriminalpolizei Friedrichshafen, die den Fall betreut, verschloss der Mann gegen 17 Uhr seine Waren in einem Safe im Kofferraum seines silbernen Mercedes Sprinter. Gegen 22.45 Uhr fuhr er los.

Bevor er auf die A45 Richtung Frankfurt fuhr, machte der 75-Jährige noch einen Stopp an der Tankstelle an der B54 (Ruhrallee). Offenbar folgten ihm die drei Tatverdächtigen bereits auf dem Weg zur Autobahn in einem weißen BMW, Modell X4 M50. Kurz darauf, gegen 23.10 Uhr, wurde das Auto bei Hagen nämlich geblitzt. Drei Männer sind auf dem Foto zu sehen.

Schlag auf den Kopf mit einer Polizeikelle

Auf seinem Weg in die Schweiz wollte der Händler sich schließlich gegen 4.45 Uhr in seinem Auto schlafen legen, fuhr dafür auf einen Parkplatz in Gailingen am Bodensee. Wie Aktenzeichen XY berichtete, sei wenige Augenblicke später ein Auto auf auf den Parkplatz an der Bügelstraße gefahren. Der 75-Jährige hörte, wie mehrere Personen ausstiegen.

Einer von ihnen klopfte offenbar an die Tür des Sprinters, sagte, er wolle eine Polizeikontrolle durchführen. Wie der 75-Jährige später aussagte, habe er durch das Fenster tatsächlich eine Polizeikelle gesehen und deshalb die Tür geöffnet. Im selben Moment traf den Händler die Polizeikelle mit einem Schlag auf dem Kopf, kurzfristig verlor der das Bewusstsein.

Die Männer indes brachen den Safe im Gepäckraum auf und raubten den Schmuck, ihrem Opfer hätten sie wiederholt mit dem Tod gedroht. Als die Täter kurz darauf die Flucht ergriffen, nahmen sie das Handy des Opfers mit. Der Händler machte sich verletzt auf den Weg zu einem nahe gelegenen Wohnhaus, die Bewohner riefen die Polizei.

Welche Hinweise gab es nach der Ausstrahlung im Fernsehen?

Wie die Ermittlungen der Polizei ergaben, müssen die Taverdächtigen dem Mann die gesamte Strecke von etwa 600 Kilometern gefolgt sein, ehe sie ihn ausgeraubt haben. Das Tatfahrzeug mit Paderborner Kennzeichen war wohl gemietet. Zwar konnte die Polizei den Mieter des Autos ausmachen, bis heute ist aber unklar, wer den Wagen zur Tatzeit gefahren ist. Er wurde offenbar mehrfach weiterverliehen.

Fahrer und Beifahrer des geblitzten Autos waren jedenfalls vermummt, nur der dritte Mann auf der Rückbank nicht. Er ist zwischen 30 und 35 Jahre alt und hat dunkle Haare.

Joachim Metzler, der den Fall bei der Kripo Friedrichshafen betreut, kann auch nach Ausstrahlung im Fernsehen keine neuen Erkenntnisse liefern. "Wir erhalten immer wieder Hinweise aus ganz Deutschland, auch neue. Mit der Aufnahme und Bearbeitung sind wir noch lange nicht durch."

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