Zoff um Auftritt eines Reggae-Sängers

"Bounty Killer" hetzte gegen Schwule, jetzt tritt er in Dortmund auf

Dortmund - Der geplante Auftritt des jamaikanischen Reggae-Sängers mit dem Künstlernamen "Bounty Killer" im Junkyard in Dortmund hat Empörung ausgelöst. Der Sänger hatte in der Vergangenheit in seinen Texten unter anderem dazu aufgefordert, Homosexuelle zu verbrennen und zu erschießen.

Bereits in vielen Städten haben Auftritte des Sängers "Bounty Killer" für Proteste gesorgt. Und jetzt will Bounty Killer am 29. April im Junkyard in der nördlichen Dortmunder Innenstadt auftreten. Der Slado, der Dachverband der Schwulen-, Lesben-, Bisexuellen und Transidentengurppe in Dortmund hält das für falsch. "Der Jamaikaner mit dem bürgerlichen Namen Rodney Basil Prince verbreitete in der Vergangenheit in seinen Texten Hass auf Schwule. Solch menschenverachtende Hetze hat in Dortmund keinen Platz", sagt Paul Klammer, Mitglied im Slado-Vorstand, auf Anfrage unserer Zeitung. Auch der Landesverband der Schwulen und Lesben hatte am Donnerstag gegen den Auftritt des Sängers in Dortmund, Wuppertal und Regensburg protestiert. Weitere Auftritte sind unter anderem in Berlin, Österreich und der Schweiz geplant.

Bewährungs-Chance

Man wisse darum, dass Bounty Killer in der Vergangenheit durch "homophobe Texte in einigen Songs" aufgefallen sei, erklärte das Junkyard am Freitag in einer Pressemitteilung. Allerdings handle es sich um Songs, die vor 15 bis 20 Jahren erschienen seien. Bounty Killer habe sich geändert und er habe eine Bewährungs-Chance verdient. "Wir distanzieren uns entschieden von Homophobie, Hass und Gewalt in jeglicher Form", so das Junkyard. Man habe sich daher vom Künstler persönlich und von seiner Agentur vertraglich versichern lassen, "dass es in keinem Fall zu einer Aufführung der besagten Lieder kommt, oder in anderer Form zu Gewalt gegen Minderheiten aufgerufen wird." Wenn es doch dazu komme, werde man das Konzert sofort abbrechen und die Gage des Künstlers einbehalten, so das Junkyard.

"Nicht in Ordnung"

"Wir erkennen das redliche Bemühen des Junkyards an, dass es nicht zur Aufführung solch menschenverachtender Songs komme", sagte Paul Klammer vom Slado unserer Redaktion. Allerdings habe man bisher nicht erkennen können, dass sich der Künstler selbst von diesen Texten distanziert habe. "Im Übrigen ist es mir egal, ob die Texte 8, 10 oder 15 Jahre alt sind. Wir finden es nicht in Ordnung, dass so ein Künstler eine so große Bühne in Dortmund bekommt", sagte Klammer.

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