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Der "Wok-Man" an der Brückstraße. Der chinesische Imbiss wurde wegen Schädlingsbefall geschlossen.

Zwei City-Lokale

Neues aus Dortmunds Gastro-Szene

DORTMUND - Die Zeit der geschlossenen Rollläden an der Gutenbergstraße 18 ist bald vorbei. Entgegen letzter Ankündigungen zieht in die Räume des Restaurants, das in den 1990er-Jahren "Zum Südbad" hieß und hochgelobte italienische Küche servierte, doch wieder Gastronomie ein. An anderer Stelle in der City bleibt dagegen ein Lokal geschlossen.

An der Gutenbergstraße künden Schilder von der bevorstehenden Neueröffnung: Das russische Restaurant Taverna.ru von Inhaberin Jelena Tworowskaja wird dort an den Neustart gehen. Mindestens ein halbes Dutzend Pächter gab sich im Schatten des Bahnhofs Südbad in den vergangenen Jahren die Kochlöffel in die Hand, zuletzt Fernando El-Haijami mit „Vivo Tapas“. Anfang Februar berichtete diese Zeitung, dass bauliche Probleme zur Schließung des Restaurants führten. Unter anderem soll der Keller feucht sein. El-Haijami liegt mit dem Verpächter im Clinch. Rechtsanwalt Eugen Michael vertritt den Tapas-Gastronom, und Michael sagte im Februar dieser Redaktion, er glaube nicht, dass an dieser Stelle noch einmal ein Lokal eröffnet werde.

Nun geht es doch dort weiter. Was sagt die Gewerbeaufsicht der Stadt dazu? Stadtsprecher Maximilian Löchter antwortet: „Die Geschäftsräume sind grundsätzlich baurechtlich erlaubnisfähig. Die gaststättenrechtlichen Konzessionen sind immer personenbezogen. Die Lebensmittelüberwachung wird ebenfalls mit einbezogen.“ Weitere Angaben könne die Stadt aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht machen.

Die Probleme der Immobilie

Gleb Choikher, der Freund von Taverna-Inhaberin Jelena Tworowskaja, kennt die Probleme in der Immobilie an der Gutenbergstraße 18. Auf Anfrage der Redaktion sagt er, dass sie bei den aktuellen Renovierungsarbeiten die Kellerwände gegen Feuchtigkeit versiegeln würden und außerdem keine Produkte dort lagern wollten. Auch habe er eine Spezialfirma beauftragt, den Fettabscheider des Restaurants zu säubern.

„Der wurde nie sauber gemacht“, sagt Choikher. Ende Juli, Anfang August soll Eröffnung sein vom Restaurant mit den russischen Spezialitäten. Bisheriger Standort der Taverna.ru war die Wellinghofer Amtsstraße 1. In dem gut dreimal so großen Lokal (über 190 Plätze) hatten die Wirte „permanent Stress mit den Nachbarn“, so Gleb Choikher. Schon ihre Vorgänger als Pächter hätten erleben müssen, dass die Nachbarn dort offenbar gar keine Gastronomie dulden möchten wegen der damit verbundenen Lautstärke.

"Wok-Man" weiter geschlossen

Noch nicht behoben ist das Hygieneproblem an der Brückstraße. Wie berichtet, hat die Gewerbeaufsicht im Ordnungsamt Ende Mai den Asia-Imbiss „Wok-Man“ geschlossen, nachdem dort ein massiver Befall mit Mäusen und Schaben festgestellt worden war. Über Facebook hatte die Redaktion ein äußerst unappetitliches Video erreicht, gefilmt von einem Passanten vor dem Schaufenster des chinesischen Imbisses.

Nach Erkennnissen der Stadt liegt das gravierende Schädlingsproblem nicht am Hygienestatus des Betriebes, dieser sei bei Begehungen der Lebensmittelüberwachung nicht beanstandet worden, so Löchter im Mai, sondern es sei wohl ein baulicher Mangel.

Der Stadtsprecher nannte als Grund dafür eine Zwischendecke, in der sich offenbar die Schädlinge befänden. In dieser Decke habe es einen Wasserschaden gegeben und von dort drängten die Schaben und Mäuse in den Betrieb ein. „Der Betrieb ist weiterhin geschlossen. Das Problem ist noch nicht nachhaltig beseitigt“, so Löchter aktuell.

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