Auf dem Waldfriedhof in Oer-Erkenschwick steigt die Zahl der Baumbestattungen. Hier ist die Reihenvariante zu sehen. Auf einer Basaltstele sind Blätter mit den Namen angebracht.
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Auf dem Waldfriedhof in Oer-Erkenschwick steigt die Zahl der Baumbestattungen. Hier ist die Reihenvariante zu sehen. Auf einer Basaltstele sind Blätter mit den Namen angebracht.

Ahsener Straße - Jetzt mit Update

435.000 Euro kostete die Sanierung des Waldfriedhofs - Zahl alternativer Bestattungsformen steigt

  • Michael Dittrich
    vonMichael Dittrich
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Nach zahlreichen Bürgerbeschwerden begann die Stadt 2019 mit der Sanierung der maroden Wege auf dem Waldfriedhof in Oer-Erkenschwick. Jetzt wurden die Arbeiten endlich abgeschlossen.

Update, 8. März, 12.03 Uhr: Angehörige entscheiden sich immer öfter für alternative Bestattungsformen wie zum Beispiel in einem Friedwald. Die Stadt hat auf die wachsende Konkurrenz reagiert. Seit vergangenem Jahr sind auch auf dem Waldfriedhof Baumbestattungen möglich. Inzwischen haben mehr als 40 Verstorbene ihre letzte Ruhe unter Kastanienbäumen in Oer-Erkenschwick gefunden. Bei dieser Form der Urnenbestattung gibt es neben dem Reihengrab mit einer Basaltstele, auf der Blätter mit den Namen angebracht sind und einer gemeinsamen Abstellfläche für Kerzen und Blumen, auch die Variante als Wahlgrab. Dort können sich die Angehörigen einen Stein ihrer Wahl aussuchen, den sie individuell gestalten können. Platz ist für zwei Urnen. Die Stelle kann frei gewählt werden.

Unsere Erstberichterstattung: Mitte August 2019 hatte die Stadt das Projekt Waldfriedhof in Oer-Erkenschwick begonnen. Zuerst wurde der Haupteingang in Höhe der Kapelle komplett von einer Garten- und Landschaftsbaufirma erneuert. Inzwischen erstrahlt auch der Treppenaufgang in neuem Glanz. Die maroden Treppengeländer wurden durch neue aus hochwertigem Edelstahl ersetzt. „Wir sind gerade damit fertig geworden“, sagte Bauhofleiter Gerold Schmelter. Im Zuge der Sanierung haben städtische Mitarbeiter noch überflüssige Nebenaufgänge zurückgebaut. Der Friedhof kann sich wieder sehen lassen. „Das sieht sehr gut aus“, meinte der Technische Beigeordnete Bernd Immohr bei einem Ortstermin. So gut, dass man nach seiner Auffassung das Ensemble mit der schnurgeraden Sichtachse vom Torgebäude mit der Verwaltung an der Ahsener Straße hinauf zur Friedhofskapelle unter Denkmalschutz stellen sollte.

Mit dem neuen Geländer aus Edelstahl am Treppenaufgang zur Kapelle ist für Bauhofleiter Gerold Schmelter die Sanierung der Wege auf dem Waldfriedhof in Oer-Erkenschwick abgeschlossen.

Schlaglöcher pflasterten die Wege in Oer-Erkenschwick

Bis dahin pflasterten allerdings jahrelang viele Schlaglöcher die ausgetretenen Wege für Friedhofsbesucher. Insbesondere ältere Bürger beklagten sich immer häufiger über die unzumutbaren Zustände auf dem Gottesacker in Oer-Erkenschwick. Die Sanierung der Wege wurde zudem noch zur Geduldsprobe. Die Garten- und Landschaftsbaufirma kam zwar zügig voran. Neben dem Haupteingang räumte sie auch Bereiche mit leeren oder fast leeren Grabfeldern auf. Dabei wurden rund 1500 Quadratmeter Wege zurückgebaut und mit Rasen eingesät. Rund 4800 Quadratmeter Wegefläche wurden überarbeitet, zum Teil mit wassergebunden Decken aus Dolomitsand. Der weitaus größte Teil der Reparaturen war damit aber noch nicht erledigt. Für weitere 10.000 Quadratmeter Wege hatte die Stadt eine neue Asphaltdecke vorgesehen. Diese Sanierung der Hauptwege dauerte allerdings wesentlich länger als geplant.

Asphaltarbeiten in Oer-Erkenschwick zogen sich hin

Ursprünglich sollten diese Arbeiten in Oer-Erkenschwick im Herbst 2019 beginnen. Diesen Termin konnte die damit beauftragte Firma Kutter aber nicht halten. Weil Asphaltarbeiten im Winter wegen zu niedriger Temperaturen nicht machbar sind, wurde die Wegesanierung kurzerhand auf das Frühjahr 2020 verschoben. Wetter, Corona und technische Probleme haben die Generalüberholung der Friedhofsinfrastruktur aber weiter verzögert. Um auf den Hauptwegen des Waldfriedhofs einen neuen Belag aufzutragen, benötigt man einen sogenannten Kleindeckenleger. Der war der Straßenbaufirma Kutter aus Hanau (Hessen) allerdings kaputt gegangen. Erst Anfang Juli 2020 konnten die Tiefbauer den heißen, klebrigen Asphalt auf dem Waldfriedhof anrühren. Die Arbeiten zogen sich schließlich bis Oktober 2020 hin – weil ziemlich aufwendig. Großartige Behinderungen gab es durch die Asphaltarbeiten für die Friedhofsbesucher indes nicht. Nach etwa ein- bis eineinhalb Stunden war der neue Belag schon begehbar. Von ursprünglich kalkulierten 400.000 Euro stiegen die Gesamtkosten der Sanierung aber auf 435.000 Euro.

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