Auch in Oer-Erkenschwick herrschte an den Weihnachtstagen 2010 das Schneechaos.
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Auch in Oer-Erkenschwick herrschte an den Weihnachtstagen 2010 das Schneechaos.

Feiertage 2010

Als der Heiligabend im Schnee versank - ein Blick zurück auf das letzte weiße Weihnachten

  • Jörg Müller
    vonJörg Müller
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Vor zehn Jahren schneite es an Heiligabend, und Oer-Erkenschwick versank im Schnee. Bürger erinnern sich an diese besondere Weihnacht. 

Andrea Bellebaum vom „Bickefeld“ im Ortsteil Rapen, bleibt die weiße Weihnacht 2010 unvergessen. „Das war auf der einen Seite ja schön anzusehen. Aber die Arbeit, die uns der Schnee gebracht hat, war kaum zu bewältigen“, erinnert sich die 53-Jährige. Mit Schubkarren hat sie zusammen mit ihrem Ehemann Dirk den Schnee aus dem Garten nach vorne zur Straße gefahren. „Das war wie eine Endlosarbeit. Denn die Menge der dicken Schneeflocken nahm gefühlt kein Ende. Am Ende wussten wir dann selbst am Straßenrand nicht mehr, wohin mit den Schneemassen“, erzählt die Rapenerin. Parken war zu Heiligabend und an den Folgetagen am Bickefeld kaum möglich. An beiden Seiten der Straße hatten die Anwohner richtige Schneewände aufgetürmt.

Streudienst leistete ganze Arbeit in Oer-Erkenschwick

Das Autofahren wurde Heiligabend 2010 zusehends zur Glückssache. Zumindest außerhalb von Oer-Erkenschwick. Denn in der Stimbergstadt – so berichtete es diese Zeitung vor zehn Jahren – hatte der Streudienst des Baubetriebshofes wieder ganze Arbeit geleistet, sodass der Autoverkehr fließen konnte. Den Unterschied in der Qualität des Winterdienstes von Oer-Erkenschwick im Vergleich zu Gelsenkirchen bekam Dirk Bellebaum am Nachmittag zu spüren. Er holte seine Eltern nach Oer-Erkenschwick und hatte glättebedingt Schwierigkeiten, mit dem Auto aus deren Wohnstraße zu fahren. „Bekannte von uns kamen mit ihrem Auto gar nicht aus ihrem Grundstück. Da ging es uns hier wirklich noch gut.“

Rodelvergnügen in der Haard in Oer-Erkenschwick

Nicht ungefährlich waren die teils langen Eiszapfen, die von viele Dächern herabhingen und sich beim Abfallen in wuchtige Geschosse verwandeln konnten. Eisverletzungen gab es über die Feiertage aber keine. Das war sicherlich auch dem unermüdlichen Einsatz der (Freiwilligen) Feuerwehr Oer-Erkenschwick geschuldet. Denn deren Mitarbeiter beseitigten gefährliche und gemeldete Eiszapfen unverzüglich. Sicherheitshalber sperrte die Stadt damals den Waldfriedhof für einige Tage, weil dort wegen der Schneelast Äste von Bäumen zu stürzen drohten. Das alles störte Spaziergänger sowie Kinder und Jugendliche auf ihren Schlitten nicht. Damals waren bei Schneefall insbesondere ein Teil des ehemaligen Trimm-Dich-Pfades und auch die Panzerstraße von der früheren Militär-Radarstation auf dem Stimberg hinunter bis zur Ahsener Straße beliebte Pisten für rasante Schlittenfahrten.

Wie weitere Bürger aus Oer-Erkenschwick die weiße Weihnacht vor zehn Jahren erlebt haben und was sonst noch an diesen Tagen passierte, das lesen Sie am 24. Dezember in der Print- und E-Paper-Ausgabe der Stimberg Zeitung - dort finden Sie auch weitere schöne Geschichten rund um Weihnachten.

  • Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ab es in den vergangenen rund 100 Jahren in Deutschland nur ganze sechs Mal mehr oder weniger flächendeckend weiße Weihnachten über drei Tage hinweg: in den Jahren 1906, 1917, 1962, 1969, 1981 und 2010, zuletzt also vor genau zehn Jahren. Sprich: Eine ganze Generation von Grundschülern und Kindergartenkindern kann sich an vielen Orten in Deutschland nicht an weiße Weihnachten erinnern.
  • Die wissenschaftliche Definition von weißer Weihnacht ist etwas anspruchsloser als das weißfunkelnde Traumbild des Wunschdenkens. „Wenn an einer Wetterstation am 24., 25. und 26. Dezember jeweils ein Zentimeter Schnee oder mehr gemessen wurden, ist das nach DWD-Definition weiße Weihnacht.

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