„Zeig dich!“

„Bilder gegen die Einsamkeit“ - so soll ein Videoprojekt Senioren in Pflegeheimen Mut machen

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Mit dem Projekt „Bilder gegen die Einsamkeit“ rufen Stadt und evangelische Gemeinde dazu auf, Videos zu drehen. Sie sollen den Senioren in den Pflegeheimen Mut machen.

400 Bürger wohnen in den vier Seniorenzentren in Oer-Erkenschwick. Seit fast einem Jahr leben sie wegen der Coronakrise abgeschottet von der Gesellschaft. Da braucht es Dinge, die Mut machen, Freude bringen. „Das ist eine gesellschaftliche Aufgabe, dafür braucht es eine bunte Mischung“, sagt der evangelische Pfarrer Rüdiger Funke, den eine Frage umtrieb: „Wie coronakonform in die Einrichtungen kommen?“ So war auf seine Initiative hin eine Idee geboren, die die Stadt mit Pfarrer Funke unter dem Motto „Zeig dich! — Bilder gegen die Einsamkeit“ umsetzt, und auf die Mithilfe der Bürger setzt. Es wurde ein digitales Angebot für Seniorenheime geschaffen, in dem sich Personen, Vereine, Gemeinden etc. auf einer öffentlichen Facebook–Seite mit Videos präsentieren. „Wir müssen die Gesellschaft fragen, was sie machen kann. Und sagen: Zeig, wofür du stehst. Zeig deine Stadt. Zeig, was du kannst,“ erklärt Funke.

Handy zücken, Video drehen: (v.l.) Andre Thyret, Bürgermeister Carsten Wewers und Pfarrer Rüdiger Funke hoffen auf eine hohe Beteiligung.

In einer Zeit der Distanz in Oer-Erkenschwick wieder zusammenrücken

„Wir sind von der Idee begeistert. In einer Zeit der Distanz, können Menschen zusammenrücken“, sagt Bürgermeister Carsten Wewers. „Das Feedback aus den Pflegeeinrichtungen ist überragend“, sagt der städtische Mitarbeiter Andre Thyret, der das Projekt in Oer-Erkenschwick betreut. Vereine wurden angeschrieben, Schulen und Kitas sollen folgen. Es gab erste positive Resonanz. „Natürlich macht die Coronakrise es schwer, Videos in Gruppen zu drehen. Daher darf auch bestehendes Material verwendet werden“, erläutert Thyret. „Generell sollte man immer sein Publikum, die Senioren, vor Augen haben, wenn man einen Beitrag plant“, sagt Pfarrer Funke, und fügt hinzu: „Bitte nicht in jedem Beitrag die Corona-Situation erwähnen.“ Schließlich sollen die Videos Freude bringen, Erinnerungen an das eigene (Vereins- und Gemeinde-)Leben wecken. Neutral und objektiv sollen die zwei bis 15-minütigen Filme sein: Firmen-Werbung oder Wahlkampf unerwünscht. Videos kann jeder auf der Facebook-Seite hochladen. Thyret: „Wir setzen auf Eigenverantwortung.“ Trotzdem hat die Stadt einen Blick darauf. Bewohner und Pflegepersonal können die Videos über Laptop oder Beamer anschauen. Die Kurzvideos werden zudem in einer Schleife aneinandergereiht und je nach Rücklauf erweitert.

Hilfe bei Fragen zum Projekt

Weitere Informationen zum Projekt kann Andre Thyret geben. Der städtische Mitarbeiter hilft bei Bedarf auch beim Hochladen von Videos: E-Mail: andre.thyret@oer-erkenschwick.de.

Hier geht es zur Facebook-Seite von „Zeig dich!“ - Bilder gegen die Einsamkeit“.

Rubriklistenbild: © Regine Klein

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