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Oer Erkenschwick Breitbandausbau

Breitband-Ausbau mit Glasfaser

Digitale Zukunft soll 2020 beginnen

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OER-ERKENSCHWICK - Bis 2020 sollen alle Schulen am Stimberg mit öffentlichen Fördermitteln per Glasfaserkabel ans Gigabit-Netz angeschlossen werden. So lautet die Prognose der Breitband-Koordinatoren für die Emscher-Lippe-Region.

Profitieren vom Breitbandausbau sollen auch 150 bisher unterversorgte Adressen in den Randgebieten von Oer-Erkenschwick. Zudem werden etwa ein Drittel aller gewerblichen Anschlüsse bis 2020 mit Glasfaseranschlüssen versorgt. „Nur Glasfaser ist zukunftssicher. Aktuell haben wir Datenraten von einem Gigabit im Download und Upload. Theoretisch sind zukünftig sogar ein Terabit möglich“, sagte am Dienstag Breitband-Koordinator Jan Schrader.

Wo aus einer Internetwüste blühende Netzlandschaften werden sollen, zeigt ein virtuelle Karte des Breitbandausbaus auf der Regioplaner-Website. Schenkt man den bunten Kästchen Glauben, gibt es künftig auch am Haardrand für „Mutter Wehner“, das Salvador-Allende-Haus und das Jugendcamp Haard Hochgeschwindigkeitsinternet. Gleiches gilt für die Rapener Außenbereiche mit der Gärtnerei Tensmann und der Landfleischerei Prott. Nicht ans Glasfasernetz angeschlossen wird hingegen das Gewerbegebiet am Westfalenring, weil es dort schon Datenraten von mehr als 30 Megabit gibt. Detaillierte Auskünfte für jede Hausnummer gibt es auf Nachfrage bei den Breitbandkoordinatoren. Bloß von heute auf morgen gibt es die grenzenlose Freiheit auf der Datenautobahn nicht. „Die Ausschreibung für die Vergabe der Arbeiten an Telekommunikationsunternehmen ist bereits gelaufen. Wir warten jetzt auf die Bewilligung der Förderanträge, mit der wir bis Ende März rechnen“, sagte Breitbandkoordinator Martin Eckl. Dann soll es endlich losgehen.

Bei dem öffentlichen Breitbandausbau geht es um zwei Förderanträge mit einem Volumen von 50 Mio. Euro. Der Kreis Recklinghausen wird in vier Kuchenstücke (Lose) aufgeteilt, die jeweils an ein Unternehmen vergeben werden. Wo der Gigabit-Ausbau beginnt und wann Oer-Erkenschwick an der Reihe ist, darüber gibt es noch keine Informationen.

„Der Kreis wird den Fahrplan vorstellen, sobald die Fördermittel bewilligt sind“, erklärte der Sprecher der WIN Emscher-Lippe GmbH, Florian Szigat. Die Firma in Herten ist eine Gesellschaft der Städte Bottrop, Gelsenkirchen sowie der zehn Städte des Kreises Recklinghausen. Dort arbeiten die drei Breitbandkoordinatoren, die für einen Zeitraum von drei Jahren mit Geldern aus dem Wirtschaftsministerium finanziert werden.

Ob die Prognosen bis Ende 2020 auch Realität werden, mus man abwarten. Die Innogy-Tochter Westnetz hat etwa ein Jahr gebraucht, um 21 Kilometer Leerrohre für Glasfaserkabel in OE unter die Erde zu bringen. Der öffentliche Ausbau mit Glasfaserkabel wird nicht zeitgleich in allen zehn Städten des Kreises RE beginnen können.

Fragen zum Ausbau beantworten die Breitband-Koordinatoren unter Tel. 0 23 66/58 38 75-0. Karten zur Breitbandversorgung mit Prognose für 2020 gibt es unter www.regioplaner.de und dem Link „Breitband“.

Glaubt man dem gestern vorgestellten Breitband-Report, liegt OE in Sachen Internet nach dem Vectoring-Ausbau durch Innogy aktuell ziemlich weit vorne im Kreisvergleich. Beim Vectoring werden die letzten Meter bis zum Hausanschluss mit Kupferkabel überbrückt. Damit sind in OE Datenraten bis zu 120 Megabit möglich. Stand September 2018 könnten 92 Prozent der Oer-Erkenschwicker mit mehr als 30 Megabit unterwegs sein, 82 Prozent sogar mit mehr als 120 Megabit. Zumindest theoretisch: Denn ein Wechsel in „schnelle Verträge“ ist wegen fester Laufzeiten nicht immer gleich möglich. Auch das Unitymedia-Kabelnetz ist in dem Bericht erfasst. Einen Kabelanschluss wollen viele Kunden aber nicht.

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