Gisela Suntinger wurde von Ärztin Julia Lütteken (li.) im Beisein von Einrichtungsleiterin Verena Hilbolt geimpft.
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Gisela Suntinger (76), die seit fast einem Jahr im Seniorenstift An der Haard an der Ewaldstraße in Rapen lebt, wurde als erste Bewohnerin von Ärztin Julia Lütteken (li.) im Beisein von Einrichtungsleiterin Verena Hilbolt geimpft.

Mit dem Biontech-Präparat

Corona in Oer-Erkenschwick - so viele Menschen wurden in einem Seniorenstift in Rapen geimpft

  • Jörg Müller
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In der zweiten Senioreneinrichtung von Oer-Erkenschwick stand jetzt die Corona-Impfung an. So ist die Impfaktion im Ortsteil Rapen gelaufen.

Gisela Suntinger (76) war die erste Bewohnerin des Seniorenstifts An der Haard an der Ewaldstraße in Oer-Erkenschwick, die von Allgemeinmedizinerin Julia Lütteken (42) aus Klein-Erkenschwick binnen Sekunden den Impfstoff von Biontech/Pfizer in den Oberarm injiziert bekam. Die Impfdosen waren am frühen Morgen geliefert worden und wurden schließlich von Mitarbeitern der Ludgeri-Apotheke aus Billerbeck mit Kochsalzlösung aufbereitet und auf Spritzen gezogen. Die wurden danach von Julia Lütteken und ihren Mitarbeiterinnen Silvia Bäumer und Birgit Roch verabreicht.

Vorbereitung auf Impftermin in Oer-Erkenschwich begannen nach Weihnachten

„Ich freue mich. Diese Impfungen erzeugen bei mir ein wirklich besseres Gefühl“, sagt Einrichtungsleiterin Verena Hilbolt nach der Beendigung der Impfaktion am Nachmittag. Mit den Vorbereitungen für den Impftermin in Oer-Erkenschwick war sie schließlich schon zwischen Weihnachten und Neujahr beschäftigt. „Das war aufwendig. Denn für rund 95 Prozent unserer Bewohner existiert eine Vorsorgevollmacht oder es gibt einen Betreuer, der in die Impfentscheidung einbezogen werden musste.“ Trotz der ersten Impfung – die zweite gibt es in drei Wochen – gilt im Seniorenstift An der Haard weiterhin: Abstand halten, Hände desinfizieren, FFP2-Maske tragen und Lüften. Wer das Seniorenheim betreten möchte, muss zudem Fieber messen und sich einem Corona-Schnelltest unterziehen. Genau so wie im Oerer Marienstift, wo bereits vor einer Woche ein Impftermin stattgefunden hat.

Nicht geringe Infektions-Dunkelziffer auch in Oer-Erkenschwick

„An diesem Vorgehen muss die Einrichtung unbedingt festhalten“, meint dazu der Facharzt für Allgemeinmedizin, Dr. Ernst-Werner Lütteken aus Oer-Erkenschwick. Er hat seine Praxis in Klein-Erkenschwick zwar an seine Tochter Julia Lütteken übergeben, ist aber immer noch regelmäßig „im Dienst“. Und Lütteken warnt: „Nur 40 Prozent der bei uns positiv auf das Coronavirus getesteten Patienten zeigen Symptome.“ Allgemein ist also von einer nicht geringen Infektions-Dunkelziffer auszugehen. Aus seiner Erfahrung weiß der Mediziner: „Viele Infektionen erfolgen bei familiären Kontakten, in der Schule und auf der Arbeit. Eigentlich müssten noch mehr Anstrengungen unternommen werden, damit die Menschen zu Hause bleiben.“ Alle Informationen zur Corona-Lage in Oer-Erkenschwick finden Sie hier.

Ausreichend impfbereite Ärzte in Oer-Erkenschwick

Lütteken kritisiert zudem die Praxis des Robert-Koch-Instituts, Infizierte nach 14 Tagen als wieder gesundet zu bezeichnen. „Ich habe in meiner Praxis Fälle erlebt, da waren Patienten auch deutlich länger über diesen Zeitraum hinaus noch positiv. Ich bezeichne diese Menschen als Pseudo-Genesene. Wie hoch die Dunkelziffer dieser Betroffenen ist, die das Virus weitergeben, ist nicht bekannt.“ Dass in Deutschland und in der EU die Impfungen so schleppend anlaufen, liegt nach Auffassung von Dr. Lütteken aus Oer-Erkenschwick daran, dass die EU beim Impfstoff-Kauf mit dem Hersteller Biontech zu lange um den Preis gefeilscht hat. „Da waren dann andere schneller. Mediziner, die gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung ihre Bereitschaft zur Durchführung der Impfung signalisiert haben, gibt es jedenfalls genug.“

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