Schülerin sitzt zu Hause am PC und lernt.
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Distanzunterricht ist auch in Oer-Erkenschwick wieder Alltag für Kinder und Eltern.

Viele Veränderungen - Jetzt mit Update

Schule während der Corona-Pandemie: Das ist der neueste Stand zur Digitalisierung in Oer-Erkenschwick

  • Michael Dittrich
    vonMichael Dittrich
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Bis sich Schulfreunde in ihren Klassenräumen wiedersehen, wird in Oer-Erkenschwick noch Zeit vergehen. Derzeit ist Heimunterricht angesagt - wegen Corona.

Update, 12. Januar, 16.12 Uhr: Gute Nachrichten aus der Schulverwaltung: Die fehlenden iPad-Schutzhüllen, die vergangene Woche noch für versicherungsrechtliche Probleme sorgten, wurden inzwischen geliefert und an die Schulen ausgeliefert. Das teilte Informationstechnik(IT)-Chef Christian Törk heute bei einer Sitzung des Arbeitskreises Schule/Sport mit. Sämtliche 575 iPads für „bedürftige“ Schüler konnten rechtzeitig zum Beginn des Distanzunterrichts für den Heimgebrauch verteilt werden. Gleichzeitig laufen an allen Schulen die für die Nutzung der Lernplattform notwendigen pädagogischen Server. Sie sind mit einem Vodafone-Kabelanschluss mit einer Bandbreite von 600 Megabit verbunden. „Damit können auch Videokonferenzen für den Distanzunterricht geführt werden“, sagt Törk. Noch nicht funktionsfähig ist das WLAN-Netzwerk (drahtlos) an den Schulen. Törk rechnet damit, dass die weiterführenden Schulen Ende Februar fit für den Digitalunterricht sind, bei den Grundschulen wird die Verkabelung noch bis zum Ende der Osterferien dauern.

Unsere Erstberichterstattung: Für alle Schüler steht in Oer-Erkenschwick ab kommenden Montag Heimunterricht auf dem Stundenplan. Sind die Schulen auf den zweiten harten Lockdown besser vorbereitet als im Frühjahr 2020 beim Ausbruch der Corona-Pandemie? „Deutlich besser“, meint Christian Huhn, Leiter des Willy-Brandt-Gymnasiums (WBG). Am Donnerstagsvormittag hat Huhn gerade eine Videokonferenz mit etlichen Lehrern abgehalten. „Beim ersten Lockdown steckten wir mit der Lernplattform IServ noch in den Anfängen, jetzt läuft der Schulserver“, sagt der WBG-Leiter. In der nächsten Woche bekommen „bedürftige“ Schüler zudem die inzwischen gelieferten iPads für den Heimgebrauch, auch sämtliche Lehrer verfügen über diese Tablets.

Digitaler Unterricht stößt in Oer-Erkenschwick noch an Grenzen

Der digitale Unterricht stößt aber noch an Grenzen. „20 Lehrer können natürlich nicht gleichzeitig per Videoübertragung mit ihren Klassen kommunizieren. Da müssen die Kameras auch mal abgeschaltet werden“, meint Huhn. Zwar ist das Schulgebäude in Oer-Erkenschwick inzwischen netzwerk-technisch verkabelt, im Januar sollen auch die WLAN-Verteiler in den Klassenräumen installiert werden. Ans schnelle Internet ist die Schule indes immer noch nicht angeschlossen. „Wenn jetzt alle Schulen gleichzeitig auf iServe zugreifen, läuft auch die Plattform langsamer“, sagt Huhn.

Schulleiter aus Oer-Erkenschwick monieren fehlende Anweisungen

Mit einer 1000-Meter-Rolle Netzwerkkabel kommt Polier Adem Akar am Willy-Brandt-Gymnasium in Oer-Erkenschwick nicht weit.

Der WBG-Leiter bemängelt zudem, dass er Stand Donnerstagvormittag noch keine genauen Anweisungen vom Schulministerium für die Umsetzung des Distanzunterrichts hatte. Auch für seinen Kollegen Volkmar Schäpers, Leiter der Paul-Gerhardt-Schule (PGS) in Oer-Erkenschwick, bleiben nach Lektüre dieser Zeitung viele Fragen offen: „Welche Klausuren müssen geschrieben werden? Was soll in die Zensuren einfließen und wie sieht es eigentlich mit der Zeugnisvergabe am 29. Januar aus?“ 140 iPads für Schüler sind der Hauptschule angekommen, aber noch nicht komplett eingerichtet. Das schnelle Internet ist im PGS-Gebäude wie im WBG noch in Arbeiten. „Aber wir können inzwischen per Videokonferenz unterrichten. Das ist sehr hilfreich für die Einführung in neue Aufgabenbereiche. Ansonsten arbeiten wir mit der bewährten Mischung aus Distanz-Unterricht und Aufgabenpaketen“, sagt Schäpers.

Distanzunterricht soll in Oer-Erkenschwick deutlich runder laufen

Ob die gelieferten iPads für „bedürftige“ Schüler – sofern einsatzfähig – überhaupt für die Nutzung beim Homeschooling herausgegeben werden können, stand am Donnerstagnachmittag noch nicht fest. „Es gibt noch versicherungsrechtliche Fragen zu klären. Wir unternehmen zur Zeit alles, um ab Montag einen möglichst reibungslosen Distanzunterricht möglich zu machen“, sagt die Leiterin der Schulverwaltung von Oer-Erkenschwick, Hanne Hölscher. „Die iPads für unsere Schüler sind zwar noch nicht einsatzfähig, aber ansonsten wird der Distanzunterricht deutlich runder laufen als beim ersten Mal. Wir haben Konzepte erarbeitet und mehr Erfahrungen im Umgang mit digitalen Methoden gesammelt“, sagt Christel Berg, Leiterin der Clemens-Höppe- und Haardschule nach einer Videokonferenz mit den Grundschulkolleginnen. 574 iPads für „bedürftige“ Schüler wurden inzwischen geliefert. Die Lehrer in Oer-Erkenschwick wurden mit 213 Geräten ausgestattet.

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