Die Klasse Grewe: (v.l.) Lotta, Emma, Louise mit Mutter und Hauslehrerin Eva Alice bei den Hausaufgaben.
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Die Klasse Grewe: (v.l.) Lotta, Emma, Louise mit Mutter und Hauslehrerin Eva Alice bei den Hausaufgaben.

Homeschooling als Herausforderung

„Niemand hat sich hier darauf gefreut!“ - so läuft der Distanzunterricht in Oer-Erkenschwick

  • Michael Dittrich
    vonMichael Dittrich
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Auch in Oer-Erkenschwick läuft seit Montag der Distanzunterricht. Ob das gut klappt, das erzählt Familie Grewe.

Die erste Unterrichtsstunde beginnt für Emma Grewe (8) um 9 Uhr. Mutter Eva Alice (42) schaut ihr zu Hause bei den Mathe-Aufgaben über die Schulter. Ganz oben im Haus büffelt Louise (11) in ihrem Zimmer. Auch Erstklässlerin Lotta hat gerade einen eigenen Schreibtisch bekommen und lernt solo. „So können sich die Kinder viel besser konzentrieren. Kommen Fragen auf, bin ich ja da“, sagt Eva Alice Beckmann. Nur Papa Christian (42) verzichtet auf Homeoffice und nutzt in etwas ruhigerer Umgebung seinen Arbeitsplatz in Duisburg. Die Tischlereimeisterin und Raumdesignerin Eva Alice Grewe konzentriert sich seit dem ersten Lockdown ganz auf ihre Rolle als Mutter und Hauslehrerin: „Das hat sich wegen einer betriebsbedingten Kündigung ganz passend so ergeben. Homeschooling mit drei Kinder ist schon eine Herausforderung, bei gleichzeitiger beruflicher Belastung kaum zu leisten.“

Kein Zugriff auf Videokonferenz in Oer-Erkenschwick

Lotta (6) poltert um 11 Uhr die Treppe runter und hat ihre Hausaufgaben schon fertig: „Ich bin auch eine Stunde früher aufgestanden als Emma.“ Schulschluss ist in Oer-Erkenschwick trotzdem noch nicht. Gerade hat die Klassenlehrerin für 14 Uhr eine Videokonferenz mit ihren Schülern angekündigt. „Wenn das mal klappt. Gestern bei der Videokonferenz sind wir nicht reingekommen“, meint Eva Alice Beckmann. Daran seien aber nicht die Lehrer oder der Schulserver schuld: „Wenn alle Schulen in Deutschland gleichzeitig auf IServ zugreifen wollen, stößt der zentrale Server wohl zurzeit an seine Grenzen.“ Die dreifache Mutter bricht stattdessen eine Lanze für die Lehrerinnen ihrer Töchter an der Haardschule in Oer-Erkenschwick: „Die tun wirklich alles für ihre Schüler. Es ist noch nicht alles perfekt, aber mit den gemachten Erfahrungen läuft es viel besser als beim ersten Lockdown.“

Stress durch Distanz-Unterricht in Oer-Erkenschwick

Louise (11) ist Klassensprecherin der 6b des Willy-Brandt-Gymnasiums in Oer-Erkenschwick und am Dienstagmorgen etwas unter Druck. Der Geschichtslehrer hat ihr morgens eine Hausaufgabe gemailt. „Die müssen wir bis 12 Uhr zurückschicken. Wir nehmen gerade die Griechen durch“, sagt Louise. Kleine Pausen legen die Grewe-Kinder bei so viel Distanzunterricht-Stress in der Corona-Krise natürlich auch ein. „Sie dürfen zwischendurch spielen, ich schicke sie auch mal an die frische Luft“, meint ihre Homeschooling-Assistentin. Als größte Herausforderung sieht die dreifache Mutter die Motivation der Kinder. Denn nicht nur die drei Grewe-Mädchen vermissen vor allem eins – ihre Mitschüler und ihre Freundinnen. Louise macht zwar per Smartphone-Videochat die Hausaufgaben gemeinsam mit ihren Freundinnen Sophia und Ela: „Unter sechs Augen wäre es aber noch besser.“ Emma bringt die Homeschooling-Situation mit einem Lächeln auf den Punkt: „Niemand hat sich hier darauf gefreut!“

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