Geburtstag in der Coronakrise

Sechsjähriges Bestehen - warum der Oerer Dorfmarkt längst zur Institution geworden ist

  • Regine Klein
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Sechs Jahre ist es her, dass die Interessengemeinschaft antrat, um einen Treffpunkt für die Bürger in Oer zu schaffen. Der Dorfmarkt steht längst für mehr als nur die Versorgung mit Lebensmitteln.

„Was hätten wir heute gerne gefeiert“, sagt Martina Eißing und schaut sich auf „ihrem“ Oerer Dorfmarkt um. Corona lässt es nicht zu, dass die Interessengemeinschaft (IG) Oerer Dorfmarkt das sechsjährige Bestehen feiern kann. Gegen alle Widrigkeiten hatte das IG-Team den Dorfmarkt in Oer-Erkenschwick ins Leben gerufen und mit vielen Aktionen, Projekten, Feiern und einer großen Portion Gemeinschaftsgefühl zur Oerer Institution gemacht. „Bei Wind und Wetter waren wir hier“, sagt Eißing, die mit weiteren Engagierten den Markt entlang der Wilhelmstraße organisiert - rein ehrenamtlich. Geld, das durch Aktionen hereinkommt, wird in den Markt investiert oder das IG-Team hilft Menschen in Not. Wegen der Coronakrise hat die IG aber wie viele andere Vereine ein Problem, wie Martina Eißing erklärt: „Unsere Einnahmen gehen gen Null. Zum Glück haben wir Reserven, um Gebühren bezahlen zu können.“

Regionale Produkte auf dem Dorfmarkt in Oer-Erkenschwick

Der Oerer Dorfmarkt bietet den Bürgern die Möglichkeit, sich vor Ort mit Lebensmitteln einzudecken. „Gerade in der Coronakrise fühlen sich auch viele Ältere bei uns sicherer, als im Supermarkt“, erklärt Eißing, während sie die Abstandsmarkierungen auf dem Boden kontrolliert und die Hinweis-Schilder auf Maskenpflicht aufstellt. Das Dorfmarkt-Team setzt verstärkt auch auf regionale Produkte und Nachhaltigkeit. „Wir verzichten seit Beginn an auf Plastik-Geschirr“, weiß Eißing. Aber auch „Sandys Unverpackt-Mobil“ gehört zu diesem Konzept. Hier kaufen auch gerne Judith Krugmann und ihre Töchter Emma (9) und Lea (5) ein. „Wir durften und Süßigkeiten aussuchen“, freuen sich die Mädchen und schnappen sich ihre Schnuckertüte. „Der Dorfmarkt ist toll, gerade auch mit den Kindern. Es ist schön familiär“, sagt Judith Krugmann.

Die Interessengemeinschaft Oerer Dorfmarkt, dazu gehören auch (v.l.) Martina Eißing, Annette Tavornik und Annegret Biernacki, feiert das sechsjährige bestehen.

Vieles ist anders durch die Coronakrise

Familiär, das beschriebt den Dorfmarkt gut. Händler und Ehrenamtliche unterstützen sich gegenseitig. „Wir sind eine große Familie, man achtet aufeinander“, sagt Eißing, deren Dank auch den unermüdlichen Mitstreitern gilt. Gemütlichkeit und Geselligkeit zeichnen den Markt seit sechs Jahren aus. Hier trifft man sich für einen kleinen Plausch, und verweilt auf eine frisch gebackene Waffel. Freilich nicht während der Corona-Pandemie, da läuft vieles anders auf dem Dorfmarkt. Stühle zum Hinsetzen werden nicht aufgestellt, wer sich Leckeres sofort schmecken lassen möchte, muss den Marktbereich verlassen. Die acht Verkaufsstände stehen, damit Abstände besser eingehalten werden können, weiter auseinander.

Blumen für die Dorfmarkt-Besucher

Derweil sind Annette Tavornik und Annegret Biernacki damit beschäftigt, den kleinen IG-Stand aufzubauen. Frisches Gemüse, Marmeladen, Säfte, Obst und Blumen leuchten hier in kräftigen Farben. „Es macht einfach viel Spaß hier“, sind sich die beiden einig. „Der Dorfmarkt ist eine Begegnungsstätte, das Zwischenmenschliche zählt hier besonders.“ So arbeitet die Interessengemeinschaft auch mit der Stadt zusammen, und unterstützt Bedürftige mit Lebensmitteln, um über das Wochenende zu kommen. „Sobald wir können, werden wir die Geburtstagsfeier nachholen, und wenn es eine Winterparty wird“, verspricht Martina Eißing aus Oer-Erkenschwick. Doch so ganz ohne Aktion will die Interessengemeinschaft ihren Geburtstag auch nicht vorübergehen lassen. Und so schnappt sich Martina Eißing den großen Eimer mit Rosen, und verteilt die Blumen als kleines Geschenk an die Dorfmarkt-Besucher, die mittlerweile zahlreicher werden. Und dann lässt sich am Freitagnachmittag auch noch die Sonne sehen…

Rubriklistenbild: © Meike Holz

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