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Dr. Gregor Gysi (l.) und Prof. Kurt Bayertz lieferten sich in der Stadthalle eine Diskussion über Karl Marx auf hohem Niveau.

Auf Einladung der Volkshochschule

Gregor Gysi diskutiert vor 180 Gästen über marxistische Theorien

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OER-ERKENSCHWICK - Woran man einen Vollblut-Profi erkennt? Wenn er zu einer Veranstaltung geladen wird und keine, wirklich keine, Extrawünsche hat. Den angebotenen Snack lehnt Dr. Gregor Gysi ab. Wasser reicht dem Linkspartei-Politiker auch.

Die Volkshochschule (VHS) hatte heute zur Diskussionsrunde über Karl Marx geladen. Der selbst kann in der Runde freilich nicht mehr Platz nehmen, jedoch sein Geist. Und so diskutierten Gysi und Prof. Kurt Bayertz vom Exzellenz-Cluster Religion und Politik der Uni Münster über das Schaffen eines Vordenkers und Ökonomen – moderiert von Journalist Vassilios Psaltis und VHS-Leiter Willi Alfs. Dieser wurde am Nachmittag kurzerhand zum Chauffeur und holte Gysi vom Düsseldorfer Flughafen ab. „Es ist bemerkenswert, dass er trotz der Umstände zu uns gekommen ist“, sagt Alfs.

Die Veranstaltung musste nämlich um zwei Stunden vorverlegt werden, da Gysi weitere wichtige Termine in Berlin hat. Pünktlich um 16 Uhr kommt der Politiker in der Stadthalle an, trotz 20-minütiger Flugverspätung. Die Zeit nutzt der Vielbeschäftigte, führt Telefonate. Derweil füllt sich die Stadthalle, 180 Gäste werden es schließlich sein. Dass es beinahe zur Revolution hätte kommen können, merkt niemand. Kurz zuvor war das Wasser ausgefallen – nichts ist zunächst mit Toilette für die Massen. Doch alles geht gut, das Wasser läuft rechtzeitig – und ebenso die Diskussionsrunde. „Das Thema interessiert mich sehr. Im Studium habe ich mir die Zähne an Marx ausgebissen“, verrät Zuhörerin Ursula Kettler aus Datteln.

Gregor Gysi: „DiCaprios Oma hat hier gelebt, das reicht doch“

Warum Gysi unbedingt nach Oer-Erkenschwick kommen musste? „DiCaprios Oma hat hier gelebt, das reicht doch“, erzählt er süffisant lächelnd. Um das westfälische Dehnungs-E im Stadtnamen weiß der Politiker genauso wie um den großen Fleischproduzenten und seine Niedriglohnarbeiter am Stadtrand. „Wenn die Politik es zulässt, dann werden die Menschen auch so behandelt“, sieht Gysi die „ausgeprägteste Form des Kapitalismus“ sehr kritisch und taucht in die Gedanken-Welt von Karl Marx ein, die heute in einigen Punkten nicht aktueller erscheinen könnte. Und doch geht irgendwie alles seinen sozialistischen Gang. Pünktlich ist Schluss: Um 21.20 Uhr sitzt Gregor Gysi im Flugzeug nach Berlin, heute früh sind seine Qualitäten als Anwalt gefragt…

Post an den Papst - was Gregor Gysi seiner Heiligkeit auf dem Weg nach Oer-Erkenschwick schreibt

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