Helene Peschl gehörte zu den ersten Stammkundinnen, die sich im Salon von Friseurmeisterin Irena Hermanowski in Oer-Erkenschwick ihre Haare schneiden und färben ließ.
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Helene Peschl gehörte zu den ersten Stammkundinnen, die sich im Salon von Friseurmeisterin Irena Hermanowski in Oer-Erkenschwick ihre Haare schneiden und färben ließ.

Erste Lockdown-Lockerung

Endlich wieder zum Friseur - so lief der Start in den Salons in Oer-Erkenschwick

  • Jörg Müller
    vonJörg Müller
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Auf diesen Tag haben Kunden und Figaros in Oer-Erkenschwick lange gewartet. Seit 1. März dürfen Friseure wieder ihre Salons öffnen. Jetzt sind Überstunden an der Schere angesagt.

So zum Beispiel im Salon von Irena Hermanowski an der Schillerstraße 37. „Ich habe es ohne Arbeit kaum ausgehalten“, erzählt die Friseurmeisterin, die ihr Geschäft an diesem Standort in Oer-Erkenschwick seit neun Jahren betreibt. Seitdem bekannt wurde, dass Friseure ab 1. März wieder tätig werden dürfen, stand das Telefon nicht mehr still. „Vor allem viele Stammkundinnen haben sofort einen Termin gebucht“, erzählt Irena Hermanowski, während sie mit ihren drei Mitarbeiterinnen zu Werke schreitet. Im komfortablen Sessel vor ihr sitzt Helene Peschl. „Wie gut, dass ich mir wenigen Tage vor dem Lockdown die Haare bewusst kürzer als sonst schneiden ließ. Als ob ich das damals geahnt hätte“, erzählt die 66-Jährige. Während der nächsten eineinhalb Stunden genießt Helene Peschl den Aufenthalt im Friseursalon. „Die Farbe in den Haaren hat eigentlich am meisten unter dem Lockdown gelitten“, schmunzelt Helene Peschl. Sie selbst hat sich nicht mit der Schere in der Hand an ihrer eigenen Frisur versucht. „Das wäre mir viel zu riskant“, gesteht die 66-Jährige.

Kunden aus Oer-Erkenschwick wissen Leistung zu schätzen

Derweil hat Irena Hermanowski nicht nur die Frisur ihrer Kundin, sondern auch die Lage im Salon in Oer-Erkenschwick stets im Blick. Sie weiß auswendig, welche Kundin auf welchem Stuhl zu platzieren ist. „Bei mir haben sich in den vergangenen Tagen nicht nur viele Stammkunden, sondern auch Neukunden gemeldet. Und das ist natürlich eine schöne Entwicklung, die hoffentlich lange anhält“, sagt die Salonchefin. Überhaupt hat Irena Hermanowski keine Angst, dass sich Kunden an eine „friseurlose Zeit“ gewöhnen. „Nein, die Kunden wissen unsere Leistungen zu schätzen. Deshalb kommen sie gerne.“ Und dann wird weiter gewaschen und geföhnt. Zeit ist schließlich Geld und die Umsatzeinbußen der vergangenen Wochen waren hart. „Von den angekündigten staatlichen Hilfen hat mich noch nichts erreicht. Aber egal, wir dürfen jetzt wieder arbeiten. Und nur das zählt“, gibt sich Irena Hermanowski optimistisch.

Ordnungsamt kontrolliert in Oer-Erkenschwick

Das Ordnungsamt Oer-Erkenschwick hat am Montagvormittag übrigens alle Friseursalons in Oer-Erkenschwick kontrolliert. „Wir haben alle Inhaber noch einmal über die Corona-Schutzregeln informiert. Aber nur in ganz wenigen Fällen gab es Beanstandungen“, hieß es aus dem Rathaus.

Handwerkskammer gibt den Frisören klares Regelwerk zu Coronaschutz-Maßnahmen vor:

Kunden müssen vorab einen Termin vereinbaren. Spontane Friseurbesuche sind nicht erlaubt.

Unabhängig von der Einhaltung des Mindestabstands müssen Beschäftigte und Kunden eine medizinische Maske oder FFP2-Maske tragen.

Kunden sollen darüber informiert werden, dass die Maske bereits zehn Meter vor dem Salon-Eingang aufgesetzt werden muss.

Einzuhalten ist eine geforderte Mindestfläche von zehn Quadratmetern für jede im Raum befindliche Person ein. Bei der Berechnung der Anzahl zulässiger Personen ist nur die Grundfläche der Bedienfläche zu berücksichtigen.

Ist die Bedienfläche bzw. der Salon kleiner als 20 Quadratmeter, müssen zusätzliche Maßnahmen wie Lüftung und Organisation ergriffen werden, so dass sich im Raum maximal zwei Personen aufhalten.

Die Handwerkskammer empfiehlt den Frisören die Arbeit im Schichtdienst.

Ist ein Azubi für den Ausbildungszweck im Raum anwesend, und führt dies zu einer Überschreitung der Mindestfläche sind zusätzliche Schutzmaßnahmen zu veranlassen, wie das Tragen von FFP2-Masken ohne Ausatemventil.

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