Sparkassen-Kassierer Volkmar Lang (r.) und Marktbereichsdirektor Andreas Peschl.
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Sprechen Kunden bei größeren Bargeld-Abhebungen sicherheitshalber direkt an: Sparkassen-Kassierer Volkmar Lang (r.) und Marktbereichsdirektor Andreas Peschl.

Geldinstitute warnen

Fünfstellige Beute mit „Enkeltrick“: So können sich Senioren aus Oer-Erkenschwick vor Verbrechern schützen

  • Jörg Müller
    vonJörg Müller
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Kriminelle wollen die Hilfsbereitschaft und Arglosigkeit älterer Menschen ausnutzen. Jetzt gehen die Geldinstitute in Oer-Erkenschwick offensiv dagegen an.

Nicht immer geht ein Betrugsversuch mit dem sogenannten Enkeltrick so glimpflich aus, wie bei Rainer F. . Bei dem Rentner klingelt das Telefon. Sein vermeintlicher Enkel berichtet, er läge mit einer Coronainfektion im Krankenhaus und brauche dringend Bargeld für teure Medikamente. Ob ein Kurier das Geld bei Rainer F. abholen könne? Aber der Rentner wurde misstrauisch, legte auf und rief seinen (echten) Enkel zurück. Der war – Gott sei Dank – kerngesund. „Betrügereien wie in diesem Beispiel-Szenario sind mittlerweile ein Millionen-Geschäft für Kriminelle und haben gerade in Coronazeiten zugenommen“, sagt Andreas Peschl, Marktbereichsdirektor der Sparkasse Vest in Oer-Erkenschwick.

Ältere Kunden in Oer-Erkenschwick werden angesprochen

Mit der Polizei hat die Sparkasse eine Strategie entwickelt, wie ihre Kunden in Oer-Erkenschwick vor Trickbetrügern geschützt werden sollen. „Wir sprechen vor allem ältere Kunden beim Abheben größerer Beträge direkt an. Damit wollen wir verhindern, dass sie ihr Erspartes an Verbrecher verlieren“, sagt Peschl. Wie real die Gefahr auch in den Städten des Ostvests ist, zeigt dieser schon etwas länger zurückliegende Fall eines Sparkassen-Kunden. „Bei dem Mann haben sich falsche Polizisten gemeldet. Und am Ende haben ihm Kriminelle einen fünfstelligen Betrag abgenommen.“ Damit sich das nicht wiederholt, werden mit den Kunden folgende Fragen durchgegangen:

Oer-Erkenschwick: Sechs Fragen zur Vorbeugung

1. Haben Sie den Geldbetrag abgehoben, weil Sie angerufen worden sind? 2. Sollen Sie das Geld noch heute übergeben? 3. Hat der Anrufer Ihnen verboten, über den wahren Zweck der Abhebung zu sprechen? 4. Hat sich der Anrufer als Familienangehöriger, Polizist, Arzt, Notar, Richter etc. ausgegeben? 5. Sollen Sie das Geld an eine unbekannte Person übergeben? 6. Sollen Sie etwas überweisen oder eine Geldwertkarte kaufen? „Wenn die Kunden nur zwei oder gar mehr dieser Fragen mit Ja beantworten, dann sollten sie sich umgehend an die Polizei wenden“, erklärt Sparkassen-Chef Andreas Peschl aus Oer-Erkenschwick, der jüngst noch mit einer Spende die Zwangsarbeiter-Gedenkstätte unterstützte.

Auch die Volksbank in Oer-Erkenschwick ist wachsam

Auch die Volksbank in Oer-Erkenschwick ist im Sinne ihrer Kunden auf der Hut: „Wir sprechen schon seit vielen Monaten unsere Kunden an, wenn sie größere Bargeldbeträge abheben“, erklärt Barbara Bohner, die Niederlassungsleiterin der Volksbank in Oer-Erkenschwick. Und wie bei der Sparkasse konnten auch bei der Volksbank durch diese Präventionsmaßnahme einige mögliche Betrugsfälle verhindert werden.

Weißer Ring berichtet von weiteren Betrugsmaschen

Aber es ist nicht nur der Enkeltrick, mit dem Kriminelle versuchen, sich Geld von Ahnungslosen zu ergaunern. Die Opfer-Hilfsorganisation „Weißer Ring“ berichtet auch vom Adressen-Klau am Telefon, von falschen Mitarbeitern einer angeblichen Landesbank, falschen Gewinnversprechen und Abzocke mit angeblichen Corona-Impfstoffpaketen. Der „Weiße Ring“ rät: „Lassen Sie sich nicht auf Gespräche am Telefon oder der Haustür ein. Verständigen Sie lieber sofort die Polizei.“

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