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So könnte die Gedenkstätte aussehen: Sechs Kuben mit Informationstafeln sollen am Radwanderweg in Höhe der Feuerwehr-Kreuzung (Bachstraße/Groß-Erkenschwicker-Straße) an das Leid der Zwangsarbeiter erinnern.

Finanzierung noch nicht gestemmt

Zwangsarbeiter-Gedenkstätte soll an der Feuerwache entstehen

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OER-ERKENSCHWICK - An das Leid von rund 600 Zwangsarbeitern, die aus Russland und weiteren osteuropäischen Ländern stammten, soll mit einer Gedenkstätte in Oer-Erkenschwick erinnert werden. Nun geht es an die Finanzierung.

Welch intensive Vorarbeit für dieses Projekt schon geleistet worden ist, erfuhr der Schulausschuss bei der Präsentation. Bereits im September 2017 hatte der Rat beschlossen, dass an ein dunkles Kapitel Oer-Erkenschwicker Bergbaugeschichte mit einer Gedenkstätte erinnert werden soll – und zwar in unmittelbarer Nähe der heutigen Feuerwache und des Baubetriebshofes, wo einst ein Zwangsarbeiterlager errichtet wurde.

Bis 1944 wurde die Belegschaft der Zeche Ewald-Fortsetzung um 1700 Menschen aufgestockt, um die Kohleförderung auch während des Zweiten Weltkriegs aufrechtzuerhalten. In den Lagern wurden die Kriegsgefangenen unter unmenschlichen Bedingungen von der SS zur Arbeit auf der Zeche gezwungen und im Lager von ihren damaligen Peinigern brutal behandelt und gedemütigt. Viele überlebten nicht. Bislang erinnert keine Gedenktafel in Oer-Erkenschwick an die Schicksale.

Gedenkstätte bekommt zwölf Info-Tafeln

Das soll sich nun ändern. Eine Arbeitsgruppe um Schüler und Lehrer von Christoph-Stöver-Realschule und Willy-Brandt-Gymnasium, den städtischen Fachdienstleiter Peter Raudszus, Stadtarchivarin Bettina Lehnert sowie die Heimatforscher Ulrich Müter und Jürgen Meinders und den ehemaligen Realschul-Rektor Dr. Dietmar Engfer hat in den vergangenen Monaten jede Menge Details zu diesem Thema zusammengetragen. Der zukünftige Standort der Erinnerungsstätte ist mit dem Beginn des Radwanderweges „Alte Zechenbahn“ an der Feuerwehr-Kreuzung bereits festgelegt. Die Planung, wie die Gedenkstätte aussehen soll, überzeugte ebenfalls den Fachausschuss. Verantwortlich hierfür ist das Recklinghäuser Unternehmen „d-m-d.de – Die Museumsdesigner“.

Die erste Idee von aufragenden Stelen wurde indes schnell verworfen. Stattdessen sollen sechs Kuben errichtet werden, die Form und Proportion der Baracken darstellen. Auf den Oberseiten sollen jeweils zwei Informationstafeln aufgesetzt werden. Inhaltlich wird die Geschichte der Lager und Informationen über die dort eingeschlossenen Menschen erläutert. Bleibt die Frage der Finanzierung: „Das Projekt ist uns sehr wichtig, wir werden uns verstärkt auf Suche nach Fördergeldern und Sponsoren begeben“, sagt Fachdienstleiter Raudszus. Auch die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) soll in die Finanzierung einbezogen werden. An Gesamtkosten kalkuliert die Stadt rund 20.000 Euro.

In Oer-Erkenschwick wird der Opfer von krieg, Terror und Gewalt gedacht.

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