Markthändler Udo Malinowski hat vollstes Vertrauen in seinen langjährigen Lieferanten aus Steinfurt. Die Kunden fragen nach, wo die Eier herkommen.
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Markthändler Udo Malinowski hat vollstes Vertrauen in seinen langjährigen Lieferanten aus Steinfurt. Die Kunden fragen nach, wo die Eier herkommen.

Fipronil-Skandal

Kunden vertrauen dem Eiermann

  • Michael Dittrich
    vonMichael Dittrich
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OER-ERKENSCHWICK - Die Regale bei einigen Discountern sind leer. Bei Eiermann Udo Malinowski (61) auf dem Wochenmarkt verkaufen sich die Eiweißspender aus Boden- und Freilandhaltung dagegen wie geschnitten Brot – von Ferienflaute keine Spur.

Seit das Schädlingsbekämpfungsmittel Fipronil in aller Munde ist, bohren aber viele Kunden nach bei Malinowski: Wo kommen die Eier her? Womit werden sie gefüttert? „Ich hatte noch nie Eier aus Holland und darauf wollen sich die Leute auch verlassen können“, sagt Malinowski.

Der Markthändler räumt ein, dass er durchaus profitiert vom Fipronil-Skandal. Aber das sei auch schon mal andersherum gelaufen. „2002 gerieten Eier wegen zu hoher Nitrofen-Belastung in die Schlagzeilen. 2005 erregte Dioxin in der Freilandhaltung die Gemüter der Verbraucher. Darunter habe ich als Händler damals ganz schön gelitten“, sagt Malinowski.

Preise könnten steigen

Trotz der großen Nachfrage kosten die XL-Eier aus Bodenhaltung beim Wochenmarkt auf dem Berliner Platz immer noch 28 Cent, die aus Freilandhaltung sind für den gleichen Preis etwas kleiner. Malinowski meint: „Ich will nicht ausschließen, dass die Preise bald steigen, wenn Fipronil nicht aus den Schlagzeilen kommt.“

Bei Bio-Bauer Theo Schürmann am Börster Weg geben sich derweil die Kunden im Hofladen die Klinke in die Hand: „Ich habe viele Neukunden und die wollen nur Eier bei mir kaufen.“ Das stellt ihn vor Probleme. Bei der großen Nachfrage reichen die 170 glücklichen Hühner, die bei Schürmann auf der Wiese ihre Körner picken, als Lieferanten natürlich hinten und vorne nicht aus.

Hühnereier enthalten fast alle Vitamine, außer Vitamin C. Der größere Teil der Nährstoffe befinden sich im Dotter, auch Proteine. - Die Ernährung des Huhns beeinflusst den Nährwert des Eis. Eier von Hühnern, die neben Samen und Körnern auch frische Pflanzen, Insekten, Würmer und Schnecken fressen, haben einen weit höheren Nährwert, zum Beispiel zweimal mehr Omega-3-Fettsäuren.

„Ich muss Bio-Eier aus anderen Betrieben zukaufen“, sagt der Landwirt aus Oer. An diesen Eiern kann Schürmann aber nichts verdienen: „Wenn das so weitergeht, bleibt mir nichts anderes übrig, als die Preise zu erhöhen. Die Eier direkt vom Hof bekommen natürlich vorzugsweise meine Stammkunden.“

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