Muslime beim Beten in einer Moschee.
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In der Ditib-Moschee und der Moschee von Milli Görüs in Oer-Erkenschwick wird auch beim Beten - wie auf diesem Beispielfoto - auf Abstand geachtet.

Freitagsgebet in Oer-Erkenschwick: Halten Muslime in ihren Moscheen die Corona-Schutzregeln ein?

  • Jörg Müller
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Heute finden wieder muslimische Freitagsgebete statt - auch in Oer-Erkenschwick. Manche bezweifeln, dass sich die Muslime an die Corona-Schutzregeln halten.

Heute kommen die Muslime in Oer-Erkenschwick wieder zu ihren Freitagsgebeten zusammen. Dabei - so betonen Gemeindevertreter - werden die Corona-Schutzbestimmungen eingehalten. Und: „Die Corona-Regelungen gelten selbstverständlich nicht nur am Freitag, sondern bei jeder Zusammenkunft in der Moschee“, betont Ali Demiray, Vorstandsmitglied der türkisch-islamischen Ditib-Gemeinde an der Klein-Erkenschwicker-Straße in Rapen.

Teilnehmerzahlen gehen in Oer-Erkenschwick zurück

Damit widersprechen Demiray und der Vorsitzende der Milli-Görüs-Gemeinde von der Werderstraße, Asim Karadere, jüngst mehrfach kolportierten Behauptungen, die Gebetstreffen in den Moscheen würden ohne Rücksicht auf Corona stattfinden. Als „Beweis“ führten die „Anzeigeerstatter“ die jeden Freitag große Zahl der Autos vor den Moscheen in Oer-Erkenschwick an. „Daraus lässt sich aber nicht auf die Besucherzahl in der Moschee schießen“, erläutert Demiray. Die Zahl der Besucher in der Ditib-Moschee sei seit den Corona-Beschränkungen deutlich zurückgegangen. „Am vergangenen Freitag haben wir 41 Besucher in unserer Moschee gezählt. In der Woche davor sogar nur 35“, sagt Demiray.

Oer-Erkenschwick: Anmeldepflicht in einer WhatsApp-Gruppe

Für das Freitagsgebet muss man sich bei Ditib übrigens zuvor in einer WhatsApp-Gruppe anmelden. Jedes Gemeindemitglied muss seinen eigenen Gebetsteppich mitbringen, der in einem Abstand von zwei Metern zueinander ausgelegt werden darf. „Selbstverständlich müssen zur die Hände desinfiziert werden“, macht Demiray klar. Passten zur Vor-Coronazeiten rund 250 Musilime in die Ditib-Moschee in Oer-Erkenschwick, sind jetzt nur noch maximal 80 zugelassen. Und: Der Vereinstreffpunkt der Gemeinde ist seit Oktober geschlossen. Vom erst vor wenigen Wochen gerichtlich verbrieften Recht auf einen öffentlichen Muezzinruf jeden Freitag macht die Gemeinde noch keinen Gebrauch. Die städtische Genehmigung zum Betrieb der Lautsprecheranlage steht noch aus.

Geregelter Zugang auch bei Milli Görüs in Oer-Erkenschwick

Auch in der Milli-Görüs-Moschee erfolgt der Einlass insbesondere zum Freitagsgebet geordnet. „Zwei unserer Gemeindemitglieder stehen vor der Tür, erfassen Name und Telefonnummer jedes Besuchers und sorgen für einen geregelten Zu- und Austritt, sodass sich keine unnötigen Schlangen bilden und achten auf die handdesinfektion“, sagt Gemeindevorsitzender Asim Karadere. Laut Karadere fasst die Milli-Görüs-Moschee normalerweise 300 Besucher. Jetzt sind nur noch 65 zugelassen.

Stadt Oer-Erkenschwick kündigt Kontrollen an

Nicht nur in unserer Redaktion, auch bei der Stadtverwaltung sind Beschwerden über die Nichteinhaltung der Corona-Schutzbestimmungen eingegangen. „Wir haben bislang keine Verstöße festgestellt, werden aber aufgrund der Eingaben erneut kontrollieren“, sagt Bürgermeister Carsten Wewers und ergänzt: „Ich kann mir aber grobe Zuwiderhandlungen wegen der in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen nicht vorstellen.“

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