Hässlich und zudem nicht ungefährlich: Sturmtief „Klaus“ hat eine Fensterscheibe aus der Klemm-Ruine gerissen.
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Hässlich und zudem nicht ungefährlich: Sturmtief „Klaus“ hat eine Fensterscheibe aus der Klemm-Ruine gerissen.

Sturm rüttelt am maroden Gebäude

Gefährlicher Schandfleck in Oer-Erkenschwick - „Klemm“-Kaufhaus bröckelt weiter vor sich hin

  • Michael Dittrich
    vonMichael Dittrich
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Die Klemm-Ruine an der Stimbergstraße bröckelt weiter vor sich hin. Sturmtief „Klaus“ hat deutlich gemacht, wie gefährlich dieser Schandfleck in Oer-Erkenschwick ist.

Eine Fensterscheibe im ehemaligen Kaufhaus „Klemm“ in Oer-Erkenschwick ging durch eine Windböe zu Bruch und landete bis auf ein paar kleine Scherben glücklicherweise in dem schon seit Februar 2020 für Fußgänger abgesperrten Bereich. Die Bauzäune wurden nach einem Sturm aufgestellt, nachdem sich Styroporplatten von der Fassade gelöst hatten und im Fußgängerbereich landeten. „Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes haben am Freitag das Klemm-Gebäude noch zweimal kontrolliert. Auch Bauhof-Mitarbeiter und Feuerwehr waren vor Ort. Wir werden das ehemalige Kaufhaus je nach Wettervorhersage weiter im Auge behalten, um Gefährdungen für Fußgänger auszuschließen“, sagte Patrick Korat vom Ordnungsamt. Als das Sturmtief am Donnerstag durch die Innenstadt wirbelte, flatterte nicht nur Tapete aus dem offenen Fenster, auch ein Welldach aus Plastik im Obergeschoss bewegte sich auffällig im Wind. „Derzeit geht aber keine Gefahr vom Gebäude aus“, sagte Korat.

Insolvenzverwalter haben das Heft in Oer-Erkenschwick in der Hand

Verschwinden wird der Schandfleck in Oer-Erkenschwick auf absehbare Zeit aber wohl nicht. „Unsere Ordnungsbehörde ist tätig und fordert den Eigentümer auf, die Schäden zu beheben. Tut er das nicht, sorgen wir dafür, dass keine Gefahr von dem Gebäude ausgeht“, sagte Bürgermeister Carsten Wewers. Juristisch betrachtet ist das eine Ersatzvornahme. Die Stadt führt die notwendigen Arbeiten zur Verkehrsicherung durch und stellt dem Eigentümer die Kosten in Rechnung. Wobei es nicht unwahrscheinlich ist, dass die Stadt Oer-Erkenschwick letztlich auf diesen Kosten sitzen bleiben wird. Denn in der Causa Klemm-Haus haben immer noch die Insolvenzverwalter das Heft in der Hand. Wewers: „Uns sind die Hände gebunden. Die Stadt kann das Klemm-Haus leider nicht kaufen. Wir führen aber weiter Gespräche mit den Insolvenzverwaltern, der Gläubigerbank und potenziellen Interessenten für die Immobilie.“ Die Stadt ist nicht untätig geblieben. Ein Fachplanungsbüro soll nun im Zuge einer Machbarkeitsstudie Vorschläge für eine künftige Nutzung und mögliche Umgestaltung des Klemm-Dreiecks unterbreiten. Dafür hat die Stadt im Oktober 2020 mit Zustimmung des Rates 50.000 Euro Fördermittel beim Land NRW beantragt.

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