Spaziergänger mit Hund auf der Bergehalde
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An den Spazierwegen auf der Berghalde klärt die Bürgerinitiative mit Infozetteln über ihr Begehren auf.

Gutachten nötig

Gewächshaus-Pläne auf der Zechenbrache in Oer-Erkenschwick - das ist der aktuelle Stand der Dinge

  • Jörg Müller
    vonJörg Müller
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In Gewächshäusern sollen auf der Zechenbrache in Oer-Erkenschwick Tomaten angebaut werden und 100 Jobs entstehen. Aber Projekt-Gegner sammeln Unterschriften.

Auf einer Fläche von rund 120.000 Quadratmetern auf der Zechenbrache in Oer-Erkenschwick zwischen Ewald-, Werder- und Klein-Erkenschwicker-Straße sollen Tomaten und Paprika gezogen werden. „Das Unternehmen GAP arbeitet mit Hochdruck an dem Bauantrag“, erklärt der Technische Beigeordnete der Stadtverwaltung, Bernd Immohr, der das Projekt ausdrücklich begrüßt. „Denn wir beschäftigen uns schließlich seit Jahrzehnten mit einer sinnvollen Nachfolgenutzung für diese Industriebrache.“

Kurze Vertriebswege von Oer-Erkenschwick in die Supermärkte

Das Unternehmen GAP ist eine Tochtergesellschaft der Essener Fakt AG. Sie möchte in Gewächshäusern Tomaten und Paprika anbauen, die nach ihrer Ernte auf kurzem Vertriebsweg in Regalen von Supermärkten angeboten werden. Die Tomaten und Paprika sollen auf Kokos-Substrat gezüchtet werden. Die Pflanzen werden von Hummeln bestäubt und mit Regenwasser von der Halde bewässert. Rund 100 Menschen sollen dort Arbeit finden. Konkurrenz zu heimischen Bauern ist nicht geplant. Der Anbau von Spargel beispielsweise ist nicht vorgesehen. „Das ist ein tolles Projekt“, sagt Immohr und verweist darauf, dass der Haldenberg in Oer-Erkenschwick von den Planungen nicht betroffen ist. „Zudem bleibt Platz für den entlang der früheren Zechenbahntrasse geplanten Radweg und auch für andere Freizeitprojekte, mit denen man diese Industriebrache für Bürger nutzbar machen kann. Immohr denkt da unter anderem an den jüngst von der SPD ins Gespräch gebrachten Trimm-Dich-Pfad.

Bürgerinitiative macht in Oer-Erkenschwick mobil

Nach Eingang des Bauantrags wird dieser im Rathaus sowie weiteren überörtlichen (Umwelt-)Behörden geprüft. Unter anderem müssen Gutachten zur Altlastensituation, zum Abwasser und insbesondere zum Artenschutz vorgelegt werden. Wegen der auf der Industriebrache mittlerweile lebenden Tiere und wegen einer befürchteten Veränderung des Stadtklimas in Oer-Erkenschwick macht sich die Bürgerinitiative Ewald-Fortsetzung (BIEF) gegen das Projekt stark. Initiator ist der Oer-Erkenschwicker Björn Kurzke, der bereits Haldenführungen organisiert hat und jetzt im Internet zu einer Petition aufruft. Am Wochenende flatterten dazu vielen Bürgern Infozettel in die Briefkästen (siehe Infokasten).

DGB stellt fest: „Oer-Erkenschwick braucht Jobs“

Der Oer-Erkenschwicker Ortsverband des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) übte dagegen bereits vor Wochen heftige Kritik an den BIEF-Aktivitäten. „Vorausgesetzt, dass dort tarifgebundene Löhne bezahlt werden, unterstützen wir diese Pläne für das Zechengelände“, sagte damals Vorsitzender Werner Nilius. Oer-Erkenschwick brauche Jobs auch für weniger qualifizierte Menschen, wie sie auf dem Pütt-Areal entstehen sollen. Nilius meinte weiter: „Weil wir so viele Berufsauspendler haben, ist jeder zusätzliche Arbeitsplatz vor Ort wichtig. Wir dürfen doch mit solchen Bürgerinitiativen nicht alle Investoren abschrecken. Sonst kommt bald keiner mehr.“

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