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Im September 2017 haben Bund und Land 55 Mio. Euro für den Breitbandausbau im Kreis RE zur Verfügung gestellt. Das Innogy-Netz ist längst fertig. Das öffentlich geförderte Breitbandnetz glüht aber noch lange nicht.

Glasfaserausbau

Schulen warten auf schnelles Internet

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OER-ERKENSCHWICK - Im August ging das Glasfasernetz von Westnetz in Betrieb. Das bedeutet für mehr als 13.000 Haushalte den Anschluss an schnelles Internet. Die Schulen hingegen gucken weiter in die Röhre.

Digitalisierung heißt das Zauberwort, es wird aktuell als wichtigstes Zukunftsprojekt genannt. Mit einer Geschwindigkeit von gerade mal 16 Megabit kommen die Schüler im digitalen Unterricht allerdings nicht besonders weit. Dabei sind die meisten privaten Haushalte dank Vectoring-Technik trotz Kupferkabel auf den letzten Metern zum Verbraucher inzwischen fast zehnmal so schnell unterwegs. Die Schulen in OE und auch die Bürger in den Randbereichen, die nicht an dieses Innogy-Netz angeschlossen sind, müssen noch warten.

Und zwar auf den öffentlich geförderten Breitbandausbau. Mit Glasfaserkabel bis zur Haustür sind dann zwar noch zehn Mal so schnelle Leitungen mit mindestens einem Gigabit möglich. Der Bau dieses „öffentlichen“ Netzes geht aber wesentlich langsamer vonstatten. Mit der Koordination des Gigabit-Breitbandausbaus hat der Kreis RE federführend für alle zehn Kreisstädte die WiN Emscher Lippe GmbH beauftragt. Doch gewartet wird auch dort: „Das Vergabeverfahren ist abgeschlossen. Wir warten jetzt auf grünes Licht von der Bundesnetzagentur“, sagt Breitband-Koordinator Jens Schrader. In vier Gebiete (Lose) wurde der Breitbandausbau im Kreis RE aufgeteilt. Der Anbieter, der den Zuschlag für das Los bekommen hat, zu dem auch Oer-Erkenschwick zählt, hat sich am vergangenen Freitag im Kreishaus Stadtvertretern vorgestellt. „Damit sich alle Beteiligten einmal kennenlernen können“, sagte Schrader. Welcher Anbieter das Glasfaserkabel am Stimberg legen wird, wollte der Breitbandkoordinator allerdings noch nicht sagen. Die detaillierten Ausbaupläne sollen erst im Januar oder Februar vorgestellt werden. „Im Frühjahr soll der Breitbandausbau beginnen und es wird ein Netz, das auch offen für alle anderen Anbieter sein wird“, so Schrader.

Wann und wo und wie lange es dauern wird? Darüber gibt er noch keine genauen Angaben. Zum Vergleich: Ein Jahr hat der private Investor Westnetz für den Aufbau des Breitbandnetzes in OE gebraucht. Weil Willy-Brandt-Gymnasium, Christoph-Stöver-Realschule und Paul-Gerhardt-Schule nicht mehr länger warten wollen, starteten sie im Sommer eine eigene Internet-Initiative. „Ich habe mit Unitymedia über einen Kabelanschluss fürs Schulzentrum gesprochen, damit wir übergangsweise zwei Jahre früher an schnelleres Internet kommen“, sagte Realschul-Rektor Dr. Dietmar Engfer.

Versorgungsingenieur Andreas Maske führte zuletzt die Verhandlungen mit Unitymedia, hat aber vor zwei Wochen das Rathaus verlassen. Dr. Engfer befürchtet, dass die Internetpläne nun im Sand verlaufen: „Über unser Budget und die finanzielle Unterstützung seitens der Stadt können wir nicht klagen. Bei Bestellung und Service für die IT-Ausstattung fühlen wir uns von der Stadt aber ziemlich allein gelassen. Eine 20-Prozent-Stelle für alle Schulen reicht bei Weitem nicht. Wir als Lehrer sind damit überfordert.“

Der Breitbandausbau mit Glasfaser startet erst 2021. Deswegen gehen erste Schulen in Oer-Erkenschwick jetzt übergangsweise über Kabelanschluss ins Netz.

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