Neubau geplant - Jetzt mit Update

Abbruchbagger im Schwimmerbecken: Das passiert gerade im Freibad von Oer-Erkenschwick

  • Michael Dittrich
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Zwei Jahre tat sich kaum etwas im seit Herbst 2018 geschlossenen Maritimo-Freibad in Oer-Erkenschwick. Jetzt ist ein Abrissbagger dort aktiv geworden.

Update, 20. März, 14 Uhr: Der Abriss im Oer-Erkenschwicker Freibad geht zügig voran: Die Wasserrutsche am ehemaligen Nicht- und Halbschwimmerbecken ist mittlerweile komplett beseitigt. Jetzt knabbert der Abrissbagger am Springerbecken. Denn der Zehn-Meter-Turm in der ehemaligen Freizeitstätte Stimbergpark soll als Landmarke stehen bleiben.

Die große Wasserrutsche am Halb- und Nichtschwimmerbecken des Oer-Erkenschwicker Freibades ist mittlerweile weg.

Vom ehemaligen Sportbecken sind derweil nur noch die Umrisse zu sehen. Auch das Wellenbad, lange die Attraktion in der großzügigen Freibandlandschaft direkt am Haardrand, ist inzwischen zerbröselt. Maritimo-Geschäftsführer Ibrahim Özcan hält den Fortgang der Abrissarbeiten täglich mit seiner Smartphone-Kamera fest.

Maritimo-Chef hofft, Freizeitbad bald wieder öffnen zu können

Das Maritimo-Freizeitbad nebenan ist zurzeit wegen des Lockdowns geschlossen. Ein Großteil des 85-köpfigen Maritimo-Teams ist in Kurzarbeit. „Der Empfang bleibt aber besetzt. Trotz Schließung sind wir für Anfragen von unseren 800 Maritimo-Clubmitglieder da“, sagt der Geschäftsführer. Özcan hofft, dass das Freizeitbad bald wieder öffnen kann: „Allerdings brauchen wir bei grünem Licht mindestens zwei Wochen Vorbereitungsphase.“

Update, 12. März, 18.13 Uhr: Die Baggerfahrer des Abbruchunternehmens Prümer aus Lünen leisten seit gut einer Woche im alten Maritimo-Freibad ganze Arbeit. Mittlerweile ist bereits das Schwimmerbecken komplett abgebrochen. Auch die Wärmehalle mit ihren Umkleiden existiert nicht mehr. „Es ist unglaublich, wie schnell das alles geht“, sagt Maritimo-Geschäftsführer Ibrahim Özcan. „Wir werden auch weiterhin eine große Außenrutsche haben“, kündigt Wewers an. Weitere Details des Freibad-Neubaus will Wewers noch nicht nennen. Während der April-Sitzung wird der Stadtrat über die konkreten Neubaupläne informiert.

Unsere Erstberichterstattung: Ein Abbruch-Bagger ist derzeit im Schwimmerbecken des Maritimo-Freizeitbades in Oer-Erkenschwick aktiv. Der zieht dort auf seinen Ketten aber keine Bahnen, sondern bricht das Becken, in dem seit mehr als 50 Jahren Generationen von Besuchern geschwommen sind, auseinander. In drei Monaten soll alles dem Erdboden gleich sein.

Sprungturm bleibt als Landmarke von Oer-Erkenschwick erhalten

Wobei: „Alles“stimmt nicht. „Der Sprungturm bleibt erhalten“, sagt Bürgermeister Carsten Wewers während einer Baustellenbesichtigung. „Der Zehn-Meter-Turm wird künftig als Landmarke dienen und soll an das alte Freibad erinnern.“ Genau das ist Teil der Richtlinien, die der Bund vorschreibt. Und der hat beim Neubau des Freibades ein Wörtchen mitzureden. Denn drei der insgesamt fünf Mio. Euro, die das neue Freibad in Oer-Erkenschwick kostet, stellt Berlin zur Verfügung. Was ebenfalls bleibt, ist das frühere Nicht- und Halbschwimmerbecken. Das wird auch von Grund auf erneuert, aber zukünftig einen 25-Meter-Sportbereich und auch einen Fünf-Meter-Sprungturm erhalten. „Wir werden auch weiterhin eine große Außenrutsche haben“, kündigt Wewers an.

Stadtrat von Oer-Erkenschwick wird im April informiert

Weitere Details des Freibad-Neubaus wollte Wewers noch nicht nennen. Während der April-Sitzung wird der Stadtrat von Oer-Erkenschwick über die konkreten Neubaupläne informiert. Die beinhalten, so bestätigt es der Verwaltungschef, auch den Wasserpark, der vor allem für Familien mit Kindern gedacht ist. Nachdem die Kommunalpolitik grünes Licht gegeben hat, sollen die Bauleistungen ab dem Frühjahr ausgeschrieben werden. „Unser Ziel ist es, dass wir spätestens zu Beginn des nächsten Jahres mit dem Neubau beginnen können“, sagt der Bürgermeister.

Ein Abbruchbagger macht sich gerade über das Schwimmerbecken im Maritimo-Freibad von Oer-Erkenschwick her.

Erinnerungen an den Tanz unterm Sprungturm in Oer-Erkenschwick

Derweil kracht es im Hintergrund, als der Bagger das nächste Stück aus der Wand des Schwimmerbeckens mit Olympiamaßen gebrochen hat. Der Blick des Bürgermeisters und des Kämmerers sowie von Maritimo-Geschäftsführer Ibrahim Özcan fällt auf das Gebäude mit den Technikräumen, auf die Wärmehalle und die Toilettenanlage. Der Bau, auf dem viele Jahre der „Tanz unterm Sprungturm“ stattgefunden und Tausende Besucher in das Freibad von Oer-Erkenschwick gelockt hat, ist komplett ausgeschlachtet und wird in den kommenden Wochen abgerissen, zerkleinert, und umweltgerecht auf Deponien in der Umgebung entsorgt. Auch der Bürgermeister war als Jugendlicher während der Ferien beinahe täglich in dem Bad. Wie Generationen vor ihm auch. „Selbst wenn einem der jetzige Abriss nahe geht, wir sollten uns darüber freuen, dass an dieser Stelle etwas Neues errichten wird“, sagt Wewers.

18 Mio. Euro für das Maritimo-Freizeitbad in Oer-Erkenschwick

Erneuert werden soll zudem in einem zweiten Schritt das 17 Jahre alte Maritimo-Freizeitbad in Oer-Erkenschwick, vor dem im vergangenen November sogar der Nikolaus mit seinen Tüten aktiv wurde. Weitere 18 Mio. Euro will die Stadt in die Sanierung und Attraktivierung der Anlage stecken. Auch hier muss die bereits abgeschriebene Technik erneuert werden. „Die Herausforderung ist, dass wir nicht nur sanieren sondern ein Konzept umsetzen, das den Standort für die kommenden 20 Jahre absichert“, sagt Ibrahim Özcan. Die Arbeiten im Maritimo-Freizeitbad sollen übrigens in Einzelabschnitten erfolgen mit dem Ziel, eine Schließung der Anlage zu vermeiden.

Rubriklistenbild: © Rene Preuss

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