Luftbild von Oer-Erkenschwick
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Mit 47,7 verfügt Oer-Erkenschwick am Dienstag über den zweitniedrigsten Inzidenzwert im Kreis Recklinghausen und liegt somit im grünen Bereich. Nur in Haltern ist die Zahl niedriger. Allerdings handelt es sich bei dem Inzidenzwert um eine Momentaufnahme, die sich täglich ändert.

Schwellenwert unterschritten

Inzidenzwert sinkt in Oer-Erkenschwick auf 47,7: Sind jetzt Lockerungen angesagt?

  • Jörg Müller
    vonJörg Müller
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Erstmals ist nach Monaten ist am Dienstag der Inzidenzwert in Oer-Erkenschwick wieder unter die Schwelle von 50 gefallen. Da kommen Fragen auf.

Die Maßnahmen des Corona-Lockdowns zeigen in Oer-Erkenschwick offenbar Wirkung. Am Dienstag hat der Inzidenzwert, also die auf 100.000 Einwohner hochgerechnete Zahl der Neuinfektionen binnen einer Woche, erstmals wieder die Schwelle von 50 auf exakt 47,7 gesunken. Können in Oer-Erkenschwick nun Coronaschutzmaßnahmen gelockert werden? „Nein“, sagt Kreis-Sprecherin Lena Heimers und klärt auf: „Die Coronaschutzbestimmungen bleiben in Kraft. Denn entscheidend ist laut NRW.Landesverordnung der Inzidenzwert des gesamten Kreises. Und der liegt Stand Dienstag bei 105.“

Oer-Erkenschwick hat den zweitniedrigsten Inzidenzwert im Kreis

Oer-Erkenschwick hat Stand Dienstag den zweitniedrigsten Inzidenzwert im Kreisgebiet. Macht die Stadt etwas besser als ihre Nachbarn? Bürgermeister Carsten Wewers meint: „Nein! Die Menschen in Oer-Erkenschwick haben sich zwar offenbar größtenteils an die Regeln gehalten, aber keine Stadt ist besser als die andere. Solch ein Inzidenzwert ist zudem mit Vorsicht zu genießen, weil er sich schnell ändern kann. Das bedeutet für uns alle, dass wir achtsam bleiben müssen.“

Für Lockerungen ist es in Oer-Erkenschwick noch zu früh

Wären denn aus medizinischer Sicht Lockerungen vertretbar? „Wenn sich der Inzidenzwert über 14 Tage auf einem niedrigen Niveau einpendelt, dann könnte man über die Wiederöffnung von Schulen und Kitas sowie schon Geschäften und auch Restaurants nachdenken. Aber nur, wenn der Zugang kontrolliert geregelt wird und ein Corona-Schutzkonzeot vorliegt. Jetzt aber wäre das noch zu früh“, sagt der Oer-Erkenschwicker Arzt Dr. Ernst-Werner Lütteken und ergänzt: „Allerdings wäre es bei einer Lockerung wünschenswert, wenn Bedienstete und Lehrer geimpft wären. Das gilt aus meiner Sicht auch für die Kellner in Restaurants.“

Gastronom aus Oer-Erkenschwick geht von Schließung bis nach Ostern aus

Wie sehen Gastronomen, die wie Friseure und viele andere Geschäftsleute besonders hat vom Lockdown betroffen sind, die Lage?
„Selbstverständlich würde ich mir wünschen, dass wir wieder öffnen dürfen“, sagt Milo Starcevic, zusammen mit Ehefrau Maja Eror Inhaber des Restaurants Rapen in Oer-Erkenschwick. „Vielen Berufskollegen und mir macht aber vielmehr Sorgen, dass viele Experten nach Monaten, wo der Inzidenz-Schwellenwert bei 50 lag, nun plötzlich von einem Wert von zehn und weniger reden“, gesteht Starcevic. Interessant: Laut Milo rechnen viele Restaurantbesitzer nicht damit, dass sie vor dem Ende der Osterferien öffnen dürfen. „Das wäre aber die absolute Schmerzgrenze. Dauert der Lockdown noch länger, dann bricht er vielen Gastronomen endgültig das Genick.“ Sollen Altenheim-Besucher jetzt weniger streng kontrolliert werden? „Auf keinen Fall“, sagt Michael Koppenhagen, Chef des Marienstifts in Oer. Dort gibt es keine Coronafälle mehr aber: „Ich möchte, dass wir weiterhin vorsichtig bleiben. Denn welche Belastung das Virus in einer Senioreneinrichtung bedeutet, haben wir selbst erlebt.“

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