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Der dunkle Fleck im Kastanienstumpf zeigt die Faulfläche im Zentrum des Stammes. Investor Oliver Mumme musste zwei große Kastanien fällen lassen.

Kastanien in Oer

Vier neue ersetzen zwei alte Bäume

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OER-ERKENSCHWICK - Ende November sorgte die Fällung von zwei großen Kastanien auf dem Baugrundstück an der Ecke Esseler-/Groß-Erkenschwicker-Straße an einem frühen Samstagmorgen für Aufsehen. „Klammheimlich“ sei das Geschehen, vermuteten Beobachter.

Sie zweifelten die Feststellung, die Bäume seien krank und deshalb nicht mehr standsicher, an. Auch unser Leser Peter Wiesner hat seine Probleme mit dem Fällen von Bäumen im Stadt gebiet. Er fragt: Werden die Grundstücksbesitzer eigentlich zu Neuanpflanzungen verpflichtet?

Antwort: Ja! Denn das steht so in der städtischen Baumschutzsatzung aus dem Jahr 2002. Laut dieser Satzung dürfen Bäume ab einem Stammumfang von 80 Zentimetern nicht ohne städtische Genehmigung gefällt werden. „Die hat uns vorgelegen“, sagt Grundstückseigentümer und Investor Oliver Mumme, der auf der rund 5000 Quadratmeter großen Fläche, auf der früher die Traditionsgaststätte Pieper stand, 14 Wohnungen und acht Doppelhaushälften bauen.

Beträchtlicher Stammumfang

„Zusammen mit der Bauvoranfrage musste ich ein ökologisches Gutachten einreichen“, erzählt Mumme. Geprüft wurde bei der Erstellung durch eine Diplom-Biologin, ob sich beispielsweise in der Gaststätte-Ruine geschützte Tiere angesiedelt haben. Das war aber nicht der Fall. „Und diese Biologin hat mich darauf hingewiesen, dass die beiden großen, etwa 140 Jahre alten Rosskastanien auf meinem Grundstück , krank sind“, erzählt Mumme. Die Biologin stellte fest, dass es sich um einen Bakterienbefall handelt, der am Ende die Standsicherheit der Bäume beeinträchtigt. Das steht in dem schriftlich vorliegenden Gutachten.

Der nächste, der die beiden Rosskastanien untersucht hat, war der städtische Gärtnermeister Thomas Wozniak. Er kam zu demselben Ergebnis – und Oliver Mumme bekam die Fällgenehmigung. „Wir haben dann für die Fällung bewusst einen frühen Samstagmorgen als Termin gewählt. Erstens wird der Straßenbereich dann nicht als Schulweg genutzt, zweitens herrscht dann noch weniger Verkehr auf der Kreuzung“, sagt Mumme. Er muss nun als Ausgleich für die zwei Kastanien vier neue Bäume auf seinem Grundstück anpflanzen. „Die müssen einen bereits recht beträchtlichen Stammumfang haben“, sagt Mumme. Denn auch das steht so in der städtischen Baumschutzsatzung. Wer einen geschützten Baum fällt, muss für Ausgleich sorgen oder eine Zahlung leisten. Wer illegal vorgeht, kann mit bis zu 50.000 Euro bestraft werden.

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