Kinder sitzen mit ihrer Erzieherin an einem Tisch im Kindergarten und führen Experimente mit dem Mikroskop durch.
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Biologie-Unterricht mit Mikroskop im Wichern-Kindergarten in Oer-Erkenschwick: (v.l.) Luciana, Sara, Nicole May, Ibrahim und Elli.

Kindergärten in Oer-Erkenschwick

Kinderbetreuung kostet 10 Mio. Euro - 990 Plätze zum Start des neuen Kindergartenjahres

  • Michael Dittrich
    vonMichael Dittrich
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Die Kindergärten in Oer-Erkenschwick haben seit Montag wieder ihre Türen geöffnet. Derweil plant das Jugendamt schon für das neue Kindergartenjahr 2021/22, das am 1. August startet.

Rund zehn Millionen Euro kostet die Betreuung in den 14 Kindertagesstätten in Oer-Erkenschwick pro Jahr, die nach dem Corona-Lockdown nun wieder geöffnet haben. Noch nicht mit eingerechnet in dieser Summe ist der neue Awo-Kindergarten an der Longbentonstraße. „Diese Einrichtung wird nach jetzigem Stand wohl erst im Sommer 2022 den vollen Betrieb aufnehmen. Der Bau wird zwar früher fertig, aber die Arbeiterwohlfahrt hat nicht genügend Personal. Die Erzieherinnen-Ausbildung endet erst Ende des des Frühjahrs“, sagt Walter Herenz vom Jugendamt. Möglicherweise könne die neue Awo-Kita aber mit ein oder zwei Gruppen noch vor dem 1. August 2022 starten.

Stadt Oer-Erkenschwick übernimmt fast alle Trägeranteile

Ohne Landeszuschüsse könnte die Stadt Oer-Erkenschwick die Kosten für die Kinderbetreuung allerdings nicht stemmen. 5,17 Mio. Euro überweist das Landesjugendamt an die Stadt für das nächste Kindergartenjahr. Das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) sieht vor, dass sich die Träger der Kitas an den Betriebs- und Personalkosten beteiligen: kirchliche mit 10,3 Prozent und freie Träger mit 7,8 Prozent. Die Realität in Oer-Erkenschwick sieht allerdings anders aus. „Nur die katholischen Kindergärten zahlen anteilig diese Kosten, allerdings nur für die Kinder mit katholischer Konfession“, sagt Herenz. Den Eigenanteil der Kindergärten von evangelischer Kirche, Arbeiterwohlfahrt, Rotem Kreuz und Junikum übernimmt die Stadt Oer-Erkenschwick. Das macht pro Jahr rund 800.000 Euro aus. Trägerausgleichszahlung nennt sich dieser Vorgang im Beamtendeutsch.

Städtischer Kindergarten wäre deutlich teurer in Oer-Erkenschwick

Dass die Stadt Oer-Erkenschwick einspringt, macht aber durchaus Sinn. „Wenn Träger aus finanziellen Gründen eine Einrichtung schließen, müssten wir gegebenenfalls selbst eine städtische Kita eröffnen. Das würde deutlich teurer werden für die Stadt“, meint Herenz. So muss das Jugendamt rund 4,8 Mio. Euro pro Jahr für die Kinderbetreuung in den 14 Kindertageseinrichtungen bezahlen. Davon gehen allerdings noch die Elternbeiträge ab. „Wir kalkulieren mit etwa 750.000 Euro Einnahmen aus Elternbeiträgen pro Kindergartenjahr“, sagt der städtische Kita-Experte. Obendrauf kommt aber noch die Mietpauschale, wenn der Träger nicht Eigentümer des Kindergartengebäudes ist. Das ist bisher nur in der AWO-Einrichtung an der Schumannstraße der Fall. In Kürze kommen aber noch zwei neue Kindergärten dazu, die Kitas der Arbeiterwohlfahrt an der Longbentonstraße und des Junikums an der Stimbergstraße. Herenz: „Die Mietpauschale beträgt aktuell 8,73 Euro pro Quadratmeter im Monat, In größeren Städte mit einem höheren Mietspiegel sind es mehr.“

Kindergartenbedarfsplanung

Das Jugendamt plant zum 1. August mit 783 Plätzen für Kinder über drei Jahre und 207 U3-Plätzen. Dazu kommen noch 88 Kindertagespflegeplätze.

Um die Landeszuschüsse für die Kitas zu erhalten, muss die Stadt bis zum 15. März die Kindergartenbedarfsplanung mit der Belegung der Einrichtungen ans Landesjugendamt melden. So zahlt das Land für unter Dreijährige höhere Kindpauschalen als für U3-Kinder. Außerdem gibt es einen Elternbeitragsausgleich für das beitragsfreie letzte und vorletzte Kindergartenjahr. Der macht allein 600.000 Euro aus.

Die Awo-Kita in der Schumannstraße ist mit 45 Kinder die kleinste Einrichtung am Stimberg, die DRK-Kita „Auf dem Kolven mit 125 Kindern die größte.

Der Jugendhilfeausschuss beschließt die Kindergartenbedarfsplanung bei der Sitzung am Montag, 1. März, um 16 Uhr in der Stadthalle.

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