Präsentieren auf dem Waldfriedhof ihre Nachforschungsergebnisse zum Thema Zwangsarbeiterlager in der Stadt: (knieend v.l.) Kevin Bronzel, Okan Yakin, Berivan Arslan, Jana Stroech und Rania Algundy, (stehend v.l.), Stadtarchivarin Bettina Lehnert, Zeynep Kocaoglu, Latife Turgut, Sema Colak, Marie Cieslik, Lehrerin Hanna Eilebrecht und Realschulleiter Dr. Dietmar Engfer.
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Präsentieren auf dem Waldfriedhof ihre Nachforschungsergebnisse zum Thema Zwangsarbeiterlager in der Stadt: (knieend v.l.) Kevin Bronzel, Okan Yakin, Berivan Arslan, Jana Stroech und Rania Algundy, (stehend v.l.), Stadtarchivarin Bettina Lehnert, Zeynep Kocaoglu, Latife Turgut, Sema Colak, Marie Cieslik, Lehrerin Hanna Eilebrecht und Realschulleiter Dr. Dietmar Engfer.

Kooperation mit Stadtarchiv

Realschüler gedenken der Zwangsarbeiter

  • Jörg Müller
    vonJörg Müller
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OER-ERKENSCHWICK - Nur wenige erinnern sich noch an die Zwangsarbeiterlager zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs in der Stadt. Realschüler haben jetzt einen Beitrag gegen das Vergessen geleistet.

Dass auch in unserer Stadt viele Kriegsgefangene unvorstellbares Leid erfahren haben, macht mich traurig. Dieser dunkle Teil der Geschichte darf sich nie wiederholen“, sagt Kevin Bronzel. Er ist 16 Jahre alt und Schüler der zehnten Klasse der Christoph-Stöver-Realschule. Zusammen mit Mitschülern hat er sich unter Leitung von Geschichtslehrerin Hanna Eilebrecht auf die Spuren der Zwangsarbeiterlager begeben.

„Und die sind wirklich dünn“, berichtet Bettina Lehnert, die Leiterin des Stadtarchivs. Dort hat der praktische Geschichtsunterricht der Realschüler in den vergangenen Wochen stattgefunden. Unzählige Stunden haben die Realschüler Archivalien gesichtet und auch Informationen aus einem Brüsseler Archiv über Kriegsgefangene ausgewertet. Ergebnis: Im Lager „Stalingrad“, das damals auf dem Gelände des heutigen Baubetriebshofes und der Feuerwache existierte, waren bis zu 600 russische Kriegsgefangene interniert. Arbeiten mussten sie im heimischen Bergwerk vorwiegend unter Tage und durften das Lager ansonsten nicht verlassen. Die fünf Steinbauten von „Stalingrad“ wurden unter anderem von einem Wachturm aus bewacht. „Darüber hinaus gab es noch weitere Lager im Ortsteil Rapen“, sagt Stadtarchivarin Bettina Lehnert.

Zu denen wollen mit Beginn des neuen Schuljahres Schüler des Willy-Brandt-Gymnasiums Informationen zusammentragen. Die bislang vorliegenden Arbeitsergebnisse haben die Realschüler auf einer Infowand dargestellt. Die haben sie jetzt auf dem Zwangsarbeitergrabfeld des Waldfriedhofs vorgestellt und zum Gedenken an die Verstorbenen Kerzen entzündet. „Solch ein praktischer Geschichtsunterricht mit lokalem Bezug ist ohne ein Stadtarchiv nicht möglich“, lobte Realschulleiter Dr. Dietmar Engfer die gute Kooperation mit Bettina Lehnert. Das Stadtarchiv koordiniert die Aufarbeitung der Zwangsarbeitergeschichte in der Stadt. Bis zum Sommer 2019 sollen Schüler auf Wunsch des Stadtrates auch ein Konzept vorstellen, wo und wie künftig der Zwangsarbeitergeschichte gedacht werden soll.

Das Stadtarchiv (Tel.: 0 23 68/ 25 72) sucht weiter Fotos und Zeitzeugen.

Das sind die Pläne für die Zwangsarbeiter-Gedenkstätte.

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