Viele Läden setzen auf eine Einkaufswagenpflicht und die Kunden nutzen die Desinfektionsmöglichkeiten wie hier bei Edeka Zierles in Oer-Erkenschwick.
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Viele Läden setzen auf eine Einkaufswagenpflicht und die Kunden nutzen die Desinfektionsmöglichkeiten wie hier bei Edeka Zierles in Oer-Erkenschwick.

Corona-Pandemie

Eine Woche Lockdown - so sieht die Bilanz für Oer-Erkenschwick aus

  • Jörg Müller
    vonJörg Müller
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  • Regine Klein
    Regine Klein
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Seit Montag ist wieder ein Lockdown in Kraft, wenn auch in etwas abgeschwächter Form. Wir fassen nachfolgend die wichtigsten Ereignisse der zu Ende gehenden Woche in Oer-Erkenschwick zusammen.

  • Die Zahl der aktuell Coronakranken ist in den ablaufenden Woche gesunken.
  • „Hamstern“ bleibt immer noch ein leidiges Thema.
  • Viel Arbeit für die Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes.

Die Fallzahlen in Oer-Erkenschwick

Als am Montag der „Lockdown Light“ auch in Oer-Erkenschwick in Kraft trat, meldete das Kreis-Gesundheitsamt noch insgesamt 400 Personen, die seit Ausbruch der Corona-Pandemie positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Innerhalb der ersten Lockdown-Woche stieg diese Zahl um 43 Personen. Trotzdem blieb eine Zahl im Verlaufe der Woche auf gleichem Niveau und sinkt sogar zum Wochenende: die der aktuellen Coronafälle. Waren es am Montag noch 126 Personen, die sich aktuell in Oer-Erkenschwick in Quarantäne befanden, sind es jetzt „nur“ noch 120 – also sechs Personen weniger. Und das obwohl das Kreis-Gesundheitsamt am Freitag noch sechs Neu-Infektionen meldete. Zu erklären ist dies aber mit der Zahl der wieder Gesundeten. Die ist nämlich im Verlauf der Woche ebenfalls deutlich angestiegen: von am Montag noch 271 auf 320 am Freitag. Der Inzidenzwert, also die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage hochgerechnet auf 100.000 Einwohner, stieg im Verlauf der Woche von 191 auf 248,2. „Im Fleischbearbeitungsbetrieb Westfleisch gibt es derzeit keine Auffälligkeiten, die Zahlen liegen im einstelligen Bereich“, erklärte Kreis-Pressesprecherin Svenja Küchmeister. Anfang der Woche meldete das Willy-Brandt-Gymnasium 16 Schülerinnen und Schüler, die coronainfiziert bzw. als Kontaktperson in Quarantäne geschickt wurden, diese Zahl ist unverändert.

Das Ordnungsamt in Oer-Erkenschwick

Ordnungsamtsleiterin Barbara Sosna fasst die erste Lockdown-Woche in Oer-Erkenschwick wie folgt zusammen: „Wir mussten vergleichsweise wenige Verstöße gegen die Corona-Bestimmungen ahnden, ersticken aber in Arbeit.“ Zwölf Mitarbeiter (inklusive Kommunalem Ordnungsdienst (KOD) und Politessen stehen Sosna für ihre Arbeit zur Verfügung. Und die ist – neben dem Tagesgeschäft eines Ordnungsamtes – zudem noch dreigeteilt: 1. Einige Kollegen haben ständig den Telefonhörer am Ohr. Grund sind nahezu ununterbrochen Anrufe insbesondere von Gewerbetreibenden, die Auslegungsfragen zur Corona-Schutzverordnung haben. 2. Die steigende Zahl von Neuinfektionen bedeutet auch eine steigende Zahl von Quarantäneverfügungen. Und das Erstellen derselben ist eine ordnungsbehördliche Tätigkeit. „Dabei geht es aber nicht nur um die Verfügungen in Bezug auf Personen, die positiv auf das Corona-Virus getestet worden sind, sondern auch um die Menschen, die mit den Infizierten in einem engen Kontakt standen. „Das bedeutet, dass wegen eines neuen Infektionsfalles auch schon einmal zehn oder 20 Verfügungen geschrieben und zugestellt werden müssen. Und da sind wir dann schon beim dritten Corona-Arbeitsbereich: Der Zustellung der Quarantänebescheide. „Damit das möglichst ohne Zeitverzug geschieht, stellen unsere Mitarbeiter die Veerfügungen persönlich zu. Das heißt, bei positiv Getesteten sind wir wirklich um eine persönliche Übergabe bemüht. Bei betroffenen Kontaktpersonen, die ebenfalls zu Hause bleiben müssen, werfen wir die Post in den Briefkasten ein“, erläutert die Ordnungsamtsleiterin.

Einkaufen in Oer-Erkenschwick

Im „Lockdown Light“ gelten erneut verschärfte Regeln für die Geschäfte in Oer-Erkenschwick wie Maskenpflicht und Einlasskontrolle per Einkaufskorb, Handdesinfektion vorm Eintreten. Beim Streifzug durch die Innenstadt zeigte sich: die Bürger und Geschäftsleute aus Oer-Erkenschwick halten sich an die Auflagen. Das kann auch Marc Zierles, Geschäftsführer von Edeka Zierles bestätigen. „Wir kontrollieren den Kundenstrom für die Kunden kaum sichtbar, mussten bislang aber auch noch nicht regulierend eingreifen.“ Die 3000 m² Einkaufsfläche biete genügend Platz zum Abstandhalten. Kunden benutzen trotzdem gerne einen Einkaufswagen, eben auch als Abstandshalter. Fast 100 Prozent der Kunden nutzen auch die Station zum desinfizieren von Händen und Einkaufswagen, die seit gut einem halben Jahr in Betrieb ist. Übrigens: „Hamstern“ von zum Beispiel Klopapier und Küchentüchern scheint bei einigen Oer-Erkenschwickern auch immer noch an der Tagesordnung zu sein, zumindest klaffen in den entsprechenden Regalen einiger Supermärkte, Discounter und Drogerien oft große Lücken.

Das tägliche Leben in Oer-Erkenschwick

Die Gaststätten in Oer-Erkenschwick müssen – wie überall im Land – geschlossen bleiben. Und die Gastronomen halten sich daran. Das haben Kontrollen des Ordnungsamtes ergeben. Stattdessen bieten viele Restaurants einen Außer-Haus-Verkauf an, der vor allem von Stammgästen gerne genutzt wird. Während neben der Gastronomie auch Fitness- und Tattoostudios während des Lockdowns geschlossen bleiben müssen, weist die Stadtbücherei darauf hin, dass die kommunale Bibliothek im Gebäude der Neuen Mitte am Berliner Platz 14a weiterhin zu den gewohnten Öffnungszeiten besuchbar ist. Am heutigen Samstag zum Beispiel von 9.30 Uhr bis 13 Uhr. Ansonsten dienstags und donnerstags von 9.30 bis 12.30 Uhr und 14.30 bis 18 Uhr sowie freitags von 9.30 bis 12.30 Uhr.

Manche Produkte sind in Zeiten von Corona besonders begehrt – sie werden extra auf Vorrat gekauft. Über das Phänomen des Hamsterns hat unsere Zeitung mit dem Recklinghäuser Diplom-Psychologen und Journalisten Sebastian Bartoschek gesprochen:

Warum ist momentan Toilettenpapier wieder so gefragt?
Einer fängt an welches zu kaufen. Man sieht im Supermarkt, dass drei Leute jeweils vier Pakete im Wagen haben und dann ist es schwierig, sich von dem Gedanken frei zu machen, dass man auch welches einkaufen möchte. Die sozialen Netzwerke greifen das Thema zudem auch auf.
Aber warum gerade Toilettenpapier?
Ich kann mir das nur so erklären: Man kann es gut und einfach einlagern. Es ist unbegrenzt haltbar und günstig im Preis. Wenn ich das Papier kaufe, kann ich aktiv etwas gegen die Situation machen. Unbewusst bekomme ich dadurch eine gefühlte Kontrolle.
Haben Sie etwas gehamstert? Auch das begehrte Hygieneprodukt?
Tatsächlich ja, aber kein Toilettenpapier. Ich habe beim vergangenen Lockdown acht Tuben Zahnpasta gekauft, von denen zehre ich noch immer. Logisch gesehen, weiß ich auch, dass das damals keinen Sinn gemacht hat.

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