Ein Richterhammer liegt auf einem Schreibtisch.
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Ein Mann aus Oer-Erkenschwick ist zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden.

Todesangst

Mann (43) aus Oer-Erkenschwick fällt über Prostituierte her - so lautet das Urteil des Landgerichts

  • Jörn Hartwich
    vonJörn Hartwich
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Die Prostituierte hatte Todesangst, als ein Mann aus Oer-Erkenschwick über sie hergefallen ist. Jetzt hat das Landgericht Essen ein Urteil gesprochen.

Was nach einem der „üblichen“ Treffen begann, wurde schließlich brutal: Vor rund elf Monaten ist ein Mann aus Oer-Erkenschwick über eine Prostituierte hergefallen. Am Montag wurde der 43-Jährige verurteilt. Die Strafe: drei Jahre und vier Monate Freiheitsentzug.

Angeklagter aus Oer-Erkenschwick hatte die Frau schon häufiger besucht

Der Angeklagte aus Oer-Erkenschwick hatte die 52-Jährige schon häufiger besucht. Man traf sich auf dem Essener Straßenstrich, fuhr dann zu einem nahen Parkplatz. Auch diesmal waren wieder 30 Euro vereinbart worden – für im Vorfeld besprochene Handlungen. Doch plötzlich wollte der 43-Jährige mehr. Als die Prostituierte ablehnte, griff er ihr in die Haare, schlug ihren Kopf mehrfach brutal vor die Autoscheibe. Sie wurde gebissen und mit einem Schraubendreher bedroht.

Oer-Erkenschwick: Prostituierte hatte Todesangst

„Sie hatte Todesangst“, sagte ihre Anwältin Isabelle Gronemeyer im Prozess am Essener Landgericht. „Sie dachte wirklich, ihr Leben sei gleich zu Ende.“ Die Prostituierte war einen Tag später zur Polizei gegangen und auch da noch völlig aufgelöst. „Sie hat bitterlich geweint und mir ihre Verletzungen gezeigt“, sagte eine Beamtin, die damals die Anzeige aufgenommen hat. Ein Kollege von der Kripo, der später die Vernehmung durchgeführt hat, formulierte es im Zeugenstand so: „Ich glaube, die Frau war durch den Vorfall richtig schwer traumatisiert.“ Die Polizei muss sich aktuell übrigens in Oer-Erkenschwick auch mit mehreren Einbruchsdelikten beschäftigen.

43-jähriger aus Oer-Erkenschwick lebt sein 2003 in Deutschland

Der Angeklagte aus Oer-Erkenschwick hatte gleich zu Prozessbeginn ein Geständnis abgelegt. „Er bedauert außerordentlich, was passiert ist, sagte einer seiner beiden Verteidiger. Der Schraubendreher sei ein Zufallsfund im Auto gewesen. Noch im Gerichtssaal waren dem Opfer 5000 Euro Schmerzensgeld übergeben worden – in bar. Das Geld hatten mehrere Bekannte mitgebracht und auf dem Gerichtsflur noch mehrfach gezählt. Nach Angaben der Verteidiger hat sich der Angeklagte das Geld geliehen. Wie er es zurückzahlen will, ist allerdings unklar. Der 43-Jährige ist nach seiner Flucht aus dem Libanon zwar schon seit 2003 in Deutschland, wird hier aber nur geduldet. Deshalb darf er auch nicht arbeiten. Sein Status könnte sich demnächst allerdings ändern. Der Oer-Erkenschwicker will heiraten. Seine zukünftige Ehefrau, die ihm ein Bleiberecht verschaffen könnte, erwartet nach seinen eigenen Angaben sogar schon ein Kind von ihm.

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