Abbiegeassistenzsysteme (AAS) sollen Unfälle mit Fußgängern und Radfahrern verhindern. Fahrer Rene Malisch (v.r.) erklärt hier Fachdienstleiter Michael Grzeskowiak und dem Beigeordneten Bernd Immohr, wie gut es funktioniert.
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Abbiegeassistenzsysteme (AAS) sollen Unfälle mit Fußgängern und Radfahrern verhindern. Fahrer Rene Malisch (v.r.) erklärt hier Fachdienstleiter Michael Grzeskowiak und dem Beigeordneten Bernd Immohr, wie gut es funktioniert.

Müllabfuhr

Mit Rundum-Kameras gegen tote Winkel - so will der Bauhof schwere Unfälle in Oer-Erkenschwick vermeiden

  • Michael Dittrich
    vonMichael Dittrich
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Der Bauhof geht auf Nummer sicher, um Unfällen mit Radfahrern oder Fußgängern vorzubeugen. Alle acht Großfahrzeuge sind jetzt mit einem Abbiegeassistenzsystem (AAS) ausgestattet.

Weil es in der Vergangenheit häufiger zu Unfällen mit schweren und tödlichen Verletzungen kam, weil Lkw-Fahrer beim Abbiegen Radfahrer oder Fußgänger übersahen, ist der Einbau von AAS-Systemen inzwischen bei Neufahrzeugen Pflicht. Es handelt sich dabei um zusätzlich angebrachte Kameras am Fahrzeug, die dem Fahrer eine 360-Grad-Rundumsicht über einen Monitor im Cockpit bieten. „Zum Glück gab es bisher solche folgenschwere Unfälle mit städtischen Fahrzeugen nicht. Obwohl es keine Nachrüstpflicht gibt, haben wir jetzt sämtliche Bauhoffahrzeuge mit AAS ausgestattet, damit es auch in Zukunft so bleibt“, sagt der Technische Beigeordnete Bernd Immohr.

Umbau kostet Stadt oer-Erkenschwick 9.000 Euro

Schon 2017 zeigte sich Immohr begeistert, als er auf eine Fachmesse in München dieses Sicherheitssystem zum ersten Mal sah. 2018 wurde die AAS-Nachrüstung nach einen SPD-Antrag einstimmig vom Rat der Stadt Oer-Erkenschwick beschlossen. Die Umsetzung dauerte indes etwas länger. Ende 2018 wurde der Förderantrag gestellt, erst im Januar 2020 bewilligte der Bund 11.000 Euro. 9000 Euro zahlt die Stadt Oer-Erkenschwick selbst. Der Einbau verzögerte sich wegen Corona, begann erst im Sommer 2020. „Zudem mussten sämtliche umgerüsteten Fahrzeuge noch durch den TÜV“, sagt Bauhofleiter Gerold Schmelter. Jetzt sind eine Kehrmaschine, der Kanalwagen Super 2000, ein Großlaster, zwei Müllwagen und ein Hakenliftwagen sicherheitstechnisch auf dem neuesten Stand.

Nicht nur auf Technik verlassen

Für den Kanalwagen-Fahrer René Denguth ist die Welt in seinem Cockpit etwas bunter geworden. Auf dem Monitor signalisieren rote oder grüne Rahmen begleitet von einem Warnton, ob sich jemand im toten Winkel des Fahrzeugspiegels befindet. Die intelligenten Kameras können sogar unterscheiden, ob es sich bei einem Hindernis, um einen Menschen oder einen festen Gegenstand handelt. „Das Piepen war anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber es bringt mir jetzt noch viel mehr Sicherheit beim Fahren“, sagt der Bauhof-Mann. Beim Rückwärtsfahren lässt sich Denguth trotz Rückfahrkamera immer noch zusätzlich von seinem Kollegen einweisen. „Man darf sich nicht nur auf die Technik verlassen.“ Ein im vergangenen Juni für Oer-Erkenschwick angeschaffter Müllwagen war bereits serienmäßig mit allen Sicherheitsassistenzsystemen ausgestattet – gleich zwei Monitore erweitern das Sichtfeld. Gleiches gilt für einen zweiten neuen Müllwagen, der im April 2020 den Bauhof-Fuhrpark ergänzte. Fachdienstleiter Michael Grzeskowiak meint: „Die Fahrzeuge ähneln im Führerhaus immer mehr einem Flugzeug.“

  • Die Anschaffung eines neuen Müllwagens ist kein Pappenstiel. 270.000 Euro hat die Stadt für den neuen Mercedes Benz mit einem Faun-Variopress-Aufbau bezahlt.
  • Das Müllfahrzeug hat eine Leistung von 260 kW (Diesel), eine Automatikschüttung für Gefäße von 80 bis 1000 Liter. Der Aufbau fasst ein Volumen von 22 Kubikmetern. Die Nutzlast beträgt 10,8 Tonnen.

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