Petra und Burkhard Hillebrand stehen an der Gedenkstätte für Zwangsarbeiter in Oer-Erkenschwick
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Auch Petra und Burkhard Hillebrand aus Oer-Erkenschwick haben die Gedenkstätte an der Feuerwehr-Kreuzung entdeckt.

An der Feuerwehr-Kreuzung

Gedenkstätte ist fertig: Was verbirgt sich hinter den kleinen beleuchteten Steinhäusern in Oer-Erkenschwick?

  • Michael Dittrich
    vonMichael Dittrich
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Die von Schülern aus Oer-Erkenschwick konzipierte Gedenkstätte an der Feuerwehrkreuzung ist fertig. Auch ohne offizielle Eröffnung informieren sich hier Bürger.

Am Landschaftslehrpfad „Alte Zechenbahn“, der bislang an der Feuerwehrkreuzung in Oer-Erkenschwick beginnt, ist eine Erinnerungsstätte für Zwangsarbeiter, die während der NS-Diktatur in mehreren Lagern in der Stimbergstadt lebten und unter anderem im Bergwerk schufteten, entstanden. Das Bauwerk wurde schon vor den Feiertagen fertig. Mitbekommen hat das kaum jemand. Bis auf die Spaziergänger, die regelmäßig den Radwanderweg „Alte Zechenbahn“ nutzen. Die offizielle Einweihung des Mahnmals für Opfer des Nationalsozialismus hatte die Stadt wegen der Corona-Schutzauflagen schon Mitte November abgesagt.

Kein Festakt ohne alle Beteiligten in Oer-Erkenschwick

„Das ist sehr schade. Aber einen Not-Festakt ohne alle Beteiligten, die an diesem großartigen Projekt mitgewirkt haben, können wir uns einfach nicht vorstellen. Denn wir sind sehr angetan von dem Ergebnis und wollen diese Leistung auch entsprechend würdigen“, sagt Peter Raudszus, Sprecher der Stadt Oer-Erkenschwick. Die Initiative für die Gedenkstätte kam aus dem Stadtrat. Schüler der Christoph-Stöver-Realschule sowie des Willy-Brandt-Gymnasiums setzten die Idee mit Unterstützung von Stadtarchivarin Bettina Lehnert und den beiden Heimatforschern Jürgen Meinders und Ulrich Müter sowie Ex-Realschul-Rektor Dr. Dietmar Engfer um.

Sieben kleine Steinhäuser erinnern in Oer-Erkenschwick an sieben Baracken

„Ich wusste gar nicht, dass an der Buschstraße einmal ein Zwangsarbeiterlager stand“, sagt Burkhard Hillebrand (62). Gemeinsam mit seiner Ehefrau hat er die sieben Stelen mit der Dokumentation des Zwangsarbeit-Kapitels ganz zufällig entdeckt. „Das ist sehr interessant. Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass so etwas in Oer-Erkenschwick passiert ist“, sagt Petra Hillebrand (62). Peter Raudszus hat sich die Erinnerungsstätte an der Feuerwehr-Kreuzung über Weihnachten angeschaut: „Da gab es so viele Besucher, dass wir uns anstellen mussten.“ Sieben kleine „Steingebäude“ erinnern an die sieben Baracken, in denen im Lager auf dem Gelände des heutigen Bauhofs Kriegsgefangene eingepfercht waren.

Internetseite soll in Oer-Erkenschwick ständig aktualisiert werden

Bauhof-Mitarbeiter haben die Fundamentsockel gegossen und das Gelände gestaltet. Auf flachen Satteldächern sind die Infotafeln aus Aluminium montiert. Die Gedenkstätte in Oer-Erkenschwick wird zudem mit sieben dreieinhalb Meter hohen Lichtmasten ausgeleuchtet. Wer noch mehr Informationen über das ehemalige Zwangsarbeiter-Lager bekommen will, kann mit seinem Smartphone einen Barcode einscannen und wird dann auf eine städtische Homepage weitergeleitet. Peter Raudszus meint: „Die Zwangsarbeiter-Gedenkstätte und soll ständig durch Schülerbeiträge ergänzt werden, die sich mit diesem Thema befassen. Es ist Sinn und Zweck, dass sich junge Menschen über die Oer-Erkenschwicker Geschichte informieren, damit dieses Kapitel nicht in Vergessenheit gerät.“

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