Autokran hievt eine alte Grubenlok in die Lüfte
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Ein Autokran hievt die Lok an der Biostation von den Gleis-Racks schließlich auf einen Tieflader.

Als Stiftung nach Witten

Alte Grubenlok wandert von der Biostation ins Museum - das passiert mit dem Bergbaurelikt

  • Michael Dittrich
    vonMichael Dittrich
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Ehemalige Grubenlokschlosser wollen die alte Grubenlok von der Biostation auf der Muttenthalbahn in Witten wieder zum Laufen bringen. Das 14-Tonnen-Gefährt rostet seit Jahren an der Alten Zechenbahn vor sich hin.

Kurz nach 10 Uhr an der Biostation in Oer-Erkenschwick: Die alte Grubenlok baumelt am Kranhaken. Die dritte Etappe des Umzugs zum „Gruben- und Feldbahnmuseum Zeche Theresia“ hat begonnen. Auf der Muttenthalbahn in Witten wollen Grubenlokschlosser das alte Bergbaurelikt wieder zum Laufen bringen. Die letzten Meter bis zum Tieflader hat der Trecker von Landwirt Clemens Schürmann die 14 Tonnen schwere Diesellok gezogen. „Wir haben dafür drei passende Gleis-Racks gebaut“, sagt Andreas Vergin (51). Der Oer-Erkenschwicker ist im Vorruhestand, war zuletzt Grubenlokschlosser auf der Zeche Prosper Haniel. Dort war auch das Untertage-Gefährt bis zur Ausmusterung im Einsatz. SPD-Vorsitzender Peter Duscha war damals Reviersteiger und organisierte die Lok für die Biostation.

Aktive Mitglieder können Gruben-Diesel in Oer-Erkenchwick nicht mehr pflegen

Die Entscheidung, das gute Stück als Stiftung an das Museum in Witten zu geben fiel bereits Ende 2019 bei der Jahreshauptversammlung der „Freunde der ehemaligen Zechenbahn“ – so nennt sich der Verein, der die Biostation betreibt. „Die Grubenlok rostet seit Jahren vor sich hin. Mit aktuell nur noch sechs aktiven Mitgliedern sind wir nicht in der Lage die Grubenlok zu pflegen“, sagt Biostation-Sprecher Ludger Drescher. Auch Duscha trägt die Entscheidung mit, will die Grubenlok wieder fahren sehen. Der Startschuss für den Umzug fiel vor drei Wochen. Für den Kran war auf dem Gelände der Biostation in Oer-Erkenschwick kein Platz. Mit Winden, Seilhüben und Trecker wurde der Grubendiesel bis zum Tor der Biostation manövriert. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Muttenthalbahn, Hannsjörg Frank, frohlockt, als um Punkt 12 Uhr der Tieflader mit seinem neuen Museumsstück auf den Börster Weg einbiegt: „Diese Lok hat uns noch in der Sammlung gefehlt. Als sie vor 15 Jahren ausrangiert wurde, gingen wir leider leer aus.“

Bedia D101 aus Oer-Erkenschwick wird nächstes Projekt für Hobby-Restauratoren

Grubenlokschlosser Andreas Vergin freut sich wie ein Schneekönig: „Das ist eine Bedia D101. Das wird unser nächstes Projekt.“ Damit gemeint ist eine Gruppe von zehn ehemaligen Lokschlossern und vier Elektrikern, die ein gemeinsames Hobby haben: Sie machen alten Loks wieder Beine. „Mal sehen, ob wird den Diesel wieder zum Laufen bringen können“, meint Vergin, der als Vorsitzender des NABU Ostvest auch noch ein Herz für die Natur hat. Letztes Projekt der Hobby-Restauratoren war eine Wiesel-Grubenlok. Nach sechs Wochenend-Schichten schnurrte sie wieder.

Biostation in Oer-Erkenschwick bleibt die Bienenlok mit Kräuter-Abteil

So ganz ohne Lok ist die Biostation, die auch schon mal von Kräuter- und Obstdieben heimgesucht wird, indes nicht. Erst kürzlich wurde auf der Streuobstwiese eine Bienenlok in Dienst gestellt, mit Kräutern an Bord: eine Konstruktion aus Euro-Paletten, acht Stahlfelgen, zwei großen Gitterrosten, Randsteinen, Schotter und ein bisschen Fantasie.

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