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Die Kirche bleibt leer: Pfarrer Rüdiger Funke hält hier mit einer Internet-Andacht Kontakt zur Gemeinde.

Gemeindeleben liegt auf Eis

Corona und die Folgen - was machen Pastöre jetzt eigentlich sonntags?

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Sonntags predigen? Das funktioniert für die Pfarrer in Oer-Erkenschwick aktuell nicht mehr. Kreativität ist gefragt.

  • Für die Pfarrer fallen die Sonntagspredigten flach.
  • Kirchen sind nur zum stillen Gebet geöffnet.
  • Gemeindebriefe gibt es zum Mitnehmen.

Passionszeit ist Leidenszeit, Erinnerung an das Leiden Christi. Leiden muss aktuell Reinhard Vehring: „Die Corona-Krise hat mich zum Nichtstun verdammt.“ Was machen Geistliche dann eigentlich? Gottesdienste sind nicht mehr erlaubt. Das Gemeindeleben ist wegen des Kontaktverbotsauf Eis gelegt. Nur sonntags von 11 bis 12 Uhr ist die Kirche St. Josef geöffnet zum stillen Gebet. „Ich bin dann auch in der Kirche und lese Texte“, sagt Vehring. Der Geistliche vermisst schmerzlich die persönlichen Kontakte: „Die Gemeinde, das ist Dreiviertel meines Lebensinhaltes, das fehlt mir sehr.“ Hausbesuche vermeidet Vehring nach Möglichkeit wegen der Ansteckungsgefahr: „Zuletzt habe ich ein Gemeindemitglied auf ausdrücklichen Wunsch besucht. Natürlich mit Schutzmaske und -handschuhen.“ 

Oer-Erkenschwick: "Ich fühle mich isoliert"

Trauergespräche finden jetzt im Pfarrheim statt – mit dem vorgeschriebenen Sicherheitsabstand. Mit Internet-Andachten kann sich der katholische Geistliche (noch) nicht anfreunden. „Vor einer Videokamera zu predigen, ist nicht mein Ding. Ich brauche dafür ein reales Gegenüber.“ Trotzdem versuchen die Geistlichen in der Pfarrei St. Josef, den Menschen Trost und Hoffnung in dieser schwierigen Zeit zu geben. Zum Beispiel mit Psalmen und Gebeten mit Kreide auf Kirchenportale und aufs Pflaster geschrieben. „Trotzdem fühle ich mich zurzeit ziemlich isoliert“, sagt Vehring. Der Schreibtisch sei längst aufgeräumt. Er habe jetzt mehr Zeit zum Lesen, die Telefonanrufe würden sich in Grenzen halten. „Ich bin auch sehr traurig, dass Ostern nichts passiert.“ Es soll auf der Homepage der Kirchengemeinde zumindest einen virtuellen Kreuzweg geben. 

Oer-Erkenschwick: "Durststrecke durchstehen"

Vehring appelliert: „Wir müssen alle diesenLeidensweg gehen und diese Durststrecke durchstehen.“ Für den evangelischen Pfarrer Rüdiger Funke tun sich die gleichen Probleme auf. Allerdings hat er noch seine Familie, Ehefrau, Kinder und die Hunde. „Wir kümmern uns auch um die Schwiegereltern, versorgen sie mit Lebensmitteln “, meint Funke. Der Pfarrer lässt sich nicht beirren und versucht, mit den neuen Herausforderungen klarzukommen: „Seit vier Tagen skype ich, halte so den Kontakt zu meinen Kindern aufrecht.“

Auch die Gemeinde versuchen die evangelischen Geistlichen auf anderen Wegen zu erreichen. „Wir können nicht mehr von Haustür zu Haustür gehen, wir haben unseren Gemeindebrief an zentralen Stellen in der Stadt zum Mitnehmen ausgelegt“, meint Funke. Über das Internet gibt es jeden Sonntag eine Andacht aus der Johanneskirche. Ansonsten kommuniziert Funke nicht mehr über Vier-Augen-, sondern über Vier-Ohren-Gespräche. „Ich sitze ständig am Telefon, es gibt jede Menge zu organisieren, viele Fragen zu beantworten.“ Außerdem hat der Pfarrer sich eine Liste mit älteren Gemeindemitgliedern zusammengestellt. „Die rufe ich Nummer für Nummer an. Das ist aktive Telefonseelsorge.“

Die Umbauarbeiten in der Rapener Marienkirche schreiten voran.

Personelle Veränderungen stehen in der evangelischen Kirchengemeinde an.

Die Presbyterwahlen in der evangelischen Gemeinde sind abgeschlossen.

Seit dem 1. April virtuell im Amt - Das ist die neue Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde.

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