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Gerda Weiß hat den WhatsApp-Kontakt zu dem angeblichen US-Soldaten jetzt blockiert.

Auch die Polizei warnt

Von wegen große Liebe - auf diese miese Betrugsmasche fällt Gerda Weiß nicht rein

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Eine Rentnerin aus Oer-Erkenschwick ist Opfer eines Betrügers geworden. Doch statt ihm die von ihm verlangten 3500 Euro zu überweisen, investiert sie in einen Privatdetektiv.

Zuerst machte der angebliche amerikanische Soldat namens John Logan aus dem Irak seitenlange Liebesbekundungen im Internet-Chat: Mein Schatz, mein Sonnenschein, meine Prinzessin, mein Königin – ich liebe dich! „So etwas hört man als alleinstehende Frau natürlich gerne“, sagt die 70- Jährige. Seit elf Jahren ist die Oer-Erkenschwickerin Witwe, von Einsamkeit kann aber keine Rede sein. Nicht nur ihre beiden Pudel, die Tochter und zwei Enkelkinder sorgen für reichlich Abwechslung in ihrem Leben. „Ich habe schon mal über Teletext einen netten Mann kennengelernt, mit dem ich zwei Jahre zusammen war“, sagt Gerda Weiß.

Oer-Erkenschwick: Erstkontakt vor Weihnachten

Deswegen steigt sie kurz vor Weihnachten auch ohne Argwohn in die Internet-Turtelei ein. Denn es scheint ja alles zu passen: Der Soldat in Friedensmission ist selbst seit drei Jahren Witwer, hat eine neunjährige Tochter und ist ausgesprochen charmant. Ab 2. Januar verlegen die beiden ihre emotionale Kommunikation auf das WhatsApp-Portal, weil es einfacher ist. Seitenlang sind die Liebesschwüre. Aber dann kommt Gerda Weiß der stramme Soldat aus Amerika ziemlich spanisch vor. 

Oer-Erkenschwick: Plötzliche Bitte um Geld

Denn auf einmal bekommt es John Logan mit der Angst zu tun. Schreibt, dass er unbedingt raus will aus dem Irak. Er bittet die Oer-Erkenschwickerin um Geld für einen Militäragenten, der Ersatz für ihn besorgt, damit er nach Deutschland reisen kann. 3500 Euro soll Gerda Weiß auf das Konto bei einer digitalen Bank überweisen. Das macht die Witwe stutzig: „Bei aller Liebe, Geld zu verschenken habe ich nicht.“ Stattdessen investiert die 70-Jährige lieber in das Honorar für einen Privatdetektiv, um der Sache auf den Grund zu gehen. 

Liebesgrüße aus Afrika nach Oer-Erkenschwick

Das Ergebnis der Recherchen holt sie auf den Teppich zurück: Einen John Logan mit diesem Facebook-Profil gibt es überhaupt nicht. Und ihr Chatpartner ist auch kein Amerikaner. Die Liebesgrüße aus dem Netz für die Oer-Erkenschwickerin kommen nämlich aus Afrika. Das Foto von dem angeblichen Liebhaber ist auch ein Fake, gestohlen aus dem Internet. 

Polizei warnt vor der "Nigeria-Connection"

Das könnte die Nigeria-Connection sein. Diese Masche ist uns bekannt. Manchmal geben sich diese Betrüger als Soldat aus, ein anderes Mal als Arzt. Unser Rat: Sobald Geld ins Spiel kommt, sofort den Kontakt abbrechen“, rät Polizeisprecherin Ramona Hörst. Als „Love-Scammer“, auf Deutsch „Liebesbetrüger“, haben sich diese Kriminellen einen Namen gemacht. Sie zocken vorzugsweise wohlhabende Witwen ab. Früher nannte man diese Männer Heiratsschwindler. Zuerst meist auf Dating-Börsen unterwegs, suchen sie jetzt auch in großen sozialen Netzwerken nach Opfern. Gerda Weiß ist auf den Soldaten-Trick zum Glück nicht hereingefallen: „Ich möchte trotzdem alle Frauen vor diesen Liebesbetrügern warnen.“

Die Polizei gibt im Netz wertvolle Tipps, wie man Scammer erkennen kann: Scamm-Männer geben sich meist als Ingenieure, Architekten, Soziologen, Konstrukteure in der Ölindustrie, als Tierärzte, Computerspezialisten und US-Soldaten aus. Scammer nutzen häufig Fotos mit uniformierten Männern und überhäufen ihre Opfer schon nach dem ersten Kontakt mit ellenlangen Briefen voller schwülstiger Liebesschwüre. Grundsätzlich sollte man an Menschen, die man nie persönlich kennengelernt oder gesehen hat, kein Geld überweisen.

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