Biostation-Geschäftsführer Ludger Drescher steht vor der alten rostigen Grubenlok
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Braucht nicht nur ein bisschen Farbe: Biostation-Geschäftsführer Ludger Drescher vor der alten Grubenlok in Oer-Erkenschwick.

14-Tonner-Diesel ist ein Pflegefall

Grubenlok in der Biostation in Oer-Erkenschwick rostet - das passiert jetzt mit dem Bergbaurelikt

  • Michael Dittrich
    vonMichael Dittrich
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An der Grubenlok in der Biostation in Oer-Erkenschwick nagt der Rost. Jetzt wollen die Ex-Bergleute das Relikt auf der Muttenthalbahn wieder zum Laufen bringen.

Schon Anfang 2019 hatte das „Gruben- und Feldbahnmuseum Zeche Theresia“ beim Team der Biostation in Oer-Erkenschwick angefragt. „Genau solch eine Diesellok fehlt ihnen noch in der Sammlung“, sagt Geschäftsführer Ludger Drescher. Die Naturfreunde in Oer-Erkenschwick haben lange überlegt. „Aber wir haben aktuell nur noch sechs aktive Mitglieder, die in der Lage sind, den Laden in Schuss zu halten. Mit der Lok sind wir einfach überfordert. Das Teil zu pflegen, das schaffen wir nicht“, sagt Drescher.

Lok zieht von Oer-Erkenschwick nach Museum in Witten um

So fiel bereits Ende 2019 bei der Jahreshauptversammlung der „Freunde der ehemaligen Zechenbahn“ – so nennt sich der Verein – die Entscheidung. Die Biostation gibt die Lok als Stiftung an das Museum in Witten ab. Corona hat das Projekt etwas verzögert. Doch demnächst kommt die Lokomotive ins Rollen. „Vergangene Woche haben sich der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Muttenthalbahn, Hannsjörg Frank, und sechs Vertreter vom Technischen Hilfswerk in der Biostation die Örtlichkeiten angesehen“, sagt Drescher. Noch diesem Jahr soll der Umzug von Oer-Erkenschwick über die Bühne gehen – im Rahmen einer Übung des Technischen Hilfswerks (THW). In Witten werden ausgebildete Grubenlokschlosser das 14 Tonnen schwere Gefährt wieder in Schuss und zum Laufen bringen. Die Spurbreite der Muttenthalbahn passt genau.

Peter Duscha holte das Grubenfahrzeug von Prosper-Haniel nach Oer-Erkenschwick

Auch Peter Duscha, der vor 15 Jahren, damals noch Reviersteiger auf Prosper-Haniel, die Grubenlok für die Biostation in Oer-Erkenschwick organisierte, kann mit dieser Lösung leben: „Die Diesellok wurde damals ausrangiert, weil sie nicht mehr über den TÜV kam. Wäre schön, sie wieder fahren zu sehen.“ Bis zu 60 Waggons mit Kohle oder 25 mit Bergematererial konnte die Grubenlokomotive der Marke „Ruhrthaler“ ziehen. „Es gab auch eine Anfrage von der ,Pröve Ranch‘, die Lok auf der König-Ludwig-Trasse aufzustellen. Dort hätte sie aber auch nur wie bei uns herumgestanden“, meint Drescher.

Bergbau- und Geschichtsverein in Oer-Erkenschwick ist nicht glücklich über den Umzug

Eine ähnliches Schienenfahrzeug von der Zeche Ewald-Fortsetzung mit 16 Tonnen Gewicht und noch mehr Leistung steht im Bergbaumuseum am Ziegeleitor. Der Bergbau- und Geschichtsverein ist indes nicht glücklich darüber, dass ein Bergbauexponat aus Oer-Erkenschwick an ein Museum nach Witten abgegeben wird. „Es ist eine Frechheit, dass wir nicht gefragt wurden“, sagte Vorsitzender Markus Pliska bei der Jahreshauptversammlung des Bergmannsvereins. Pliska will in der Causa Grubenlok auch noch ein Gespräch mit Bürgermeister Carsten Wewers führen: „Vielleicht kommen wir ja doch noch zu einer vernünftigen Lösung.“

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