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Grün war die Hoffnung, braun ist die Realität. Der Zustand der für das Vereinigte Königreich gepflanzten Eibe steht ein wenig für die „Brexit“-Stimmung.

EU-Austritt

Freundschaft welkt vor sich hin – so wirkt der Brexit bis nach Oer-Erkenschwick

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Symbolträchtiger geht es nimmer: Das Vereinigte Königreich verabschiedet sich aus der EU – und ein Freundschaftssymbol in Oer-Erkenschwick welkt. 

  • Als Zeichen für den Zusammenhalt Europas gepflanzt, welkt die Brexit-Eibe auf der Halde in der Honermannsiedlung.
  • „Europa-Allee“, dieser Begriff wurde für einen Mann wie Ernst Saland zu einem Zauberwort wie früher das „Glückauf“. 
  • Deutsch-Englischer Freundeskreis pflegt weiter die Freundschaft nach England. 

Symbolträchtig und politisch bedeutsam ist der heutige Tag allemal. Das Vereinigte Königreich verabschiedet sich aus der Europäischen Union. Und gibt es etwas Bezeichnenderes, dass gerade jetzt ein Beispiel des europäischen Einigungsprozesses mitten in Mutter Natur ein tristes Dasein fristet? Wohl kaum. Die Halde auf dem Gelände des ehemaligen Schachts 8 in der Honermannsiedlung in Oer-Erkenschwick ist ein Markenzeichen für den Zusammenhalt von Europa. Hier sollte – analog zum Einigungsprozess in der EU – zusammenwachsen, was zusammengehört. „Europa-Allee“, dieser Begriff wurde für einen Mann wie Ernst Saland zu einem Zauberwort wie früher das „Glückauf“. 

Oer-Erkenschwick: Europäischer Gedanke

Saland, einst Betriebsratsvorsitzender auf dem Pütt und Chef der mächtigen SPD-Fraktion, kämpft jahrelang dafür, den europäischen Gedanken in Oer-Erkenschwick transparent zu machen. Ende März 2017, er hat gerade seinen 90. Geburtstag gefeiert, heißt es: „Allee hopp, kurz vor dem Haldentop!“ Vom „Brexit“ wird damals schon gesprochen – und als ob es die Europäische Eibe, Fachbiologen auch besser als „Taxus baccata“ bekannt, geahnt hätte, was kommt: Sie wird als Zeichen für das Vereinigte Königreich gepflanzt, aber sie gedeiht von Beginn an nicht richtig. 

Oer-Erkenschwick: Harte Anti-EU-Politik

Und wenn es noch irgendeines Beweises bedarf, dassharte Anti-EU-Politik bis an eine Allee am Nordrand des Ruhrgebietes Niederschlag findet, sei nur am Rande erwähnt, dass der griechische Walnussbaum neben der „Brexit-Eibe“ zum Problemfall wird. So braun wie dieser daherkommt in diesen Tagen, wäre man schon fast geneigt zu sagen: Weg mit der Eibe! „Bloß nicht“, entgegnet Saland und berichtet, dass im April wohl in Oer-Erkenschwick ein neues Exemplar gepflanzt werden soll. „Mir tut es leid. Nicht nur um den Baum, sondern um das, was in England geschieht.“ 

Dass der Deutsch-Englische Freundeskreis (DEF) der letzte verbliebene Verein ist, der konkret zu einer Partnerstadt Kontakte pflegt, daran ändert aber auch ein „Brexit“ nichts. „Im Juni reisen wir mit rund 15 Personen wieder nach North-Tyneside, die Fähren sind schon gebucht“, freut sich die zweite Vorsitzende Irmgard Breidung-Hake. Der „Brexit“ ist da. Aber Freundschaften bleiben.

Gelebte Freundschaft über Ländergrenzen hinweg - das sind die Spiele der Freundschaft.

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