Stadtbücherei-Mitarbeiterin Astrid Siemes mit E-Book-Reader zum Ausleihen und der „Onleihe“-Seite.
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Stadtbücherei-Mitarbeiterin Astrid Siemes mit E-Book-Reader zum Ausleihen und der „Onleihe“-Seite.

Leseverhalten ändert sich

Digital first - warum das E-Book in der Bücherei so erfolgreich ist

  • Michael Dittrich
    vonMichael Dittrich
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Die Stadtbücherei frohlockt. Roman-Bestseller verkaufen sich in Oer-Erkenschwick auch als E-Book inzwischen wie geschnitten Brot.

Sind Eselsohren bald Bücherschnee von gestern? Ein E-Book-Reader wiegt auch mit schwerer Kost keine 200 Gramm und hat dabei noch viel mehr als das Gesamtwerk von Goethe an Bord. Roman-Bestseller verkaufen sich auch als E-Book wie geschnitten Brot – Tendenz steigend.

Seit 2014 können sich Inhaber eines Büchereiausweises ihre Lieblingsbücher auch kostenlos bei der „Onleihe im Vest“ auf Reader, Tablet, PC oder Smartphone herunterladen. „Mit 2000 E-Ausleihen sind wir 2014 angefangen, vergangenes Jahr hatten wir schon 9064“, sagt die Leiterin der Stadtbücherei, Renate Schröder. Das bedeutet ein Plus von knapp 500 zum Vorjahr, die Zahl der digitalen Leser wächst ständig.

Oer-Erkenschwick: Riley und Fitzek sind der Renner

Die E-Books machen dabei mit 6542 Ausleihen den Löwenanteil aus. Am meisten digital gelesen wird Belletristik (3135) gefolgt von Sachbüchern wie Reiseführern und Ratgebern (1583) sowie Jugendbüchern (553). Bei den Downloads liegen die Romanautoren Lucinda Riley und Sebastian Fitzek genauso an der Spitze wie bei der konventionellen Buchausleihe. „Schneller als bei uns in der Stadtbücherei kommt man an aktuelle Bestseller aber nicht heran. Das kann über die E-Ausleihe schon mal ein halbes Jahr dauern“, sagt Schröder.

Oer-Erkenschwick: Schrift lässt sich vergrößern

Digital gibt es bei gefragten Titeln sieben bis acht Lizenzen – allerdings für sämtliche Bibliotheken im Kreis Recklinghausen. „Wir haben davon in der Regel zwei Exemplare in Papierform vorrätig“, sagt die Leiterin. Die digitale Variante könne vor allen mit ihrem Gewicht punkten – insbesondere bei Urlaubsreisen. Ältere Menschen würden die gute Lesbarkeit bei E-Book-Readern schätzen, weil sich die Schrift vergrößern lässt.

„Außerdem wird der Bett-Nachbar nicht beim Einschlafen gestört, weil man kein helles Licht braucht“, sagt Schröder. Das gute alte Buch sei aber noch lange nicht tot. „Unter unseren Nutzern gibt es nur ganz wenige, die ausschließlich digital lesen. Dabei spielt wohl vor allem das haptische Erlebnis eine große Rolle.“

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