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Am 20. Juni 2013 ging einer dieser Jahrhundertregen über Oer-Erkenschwick nieder. Der Bereich hinter Kaufland und der Kirmesplatz waren damals komplett überflutet

Überflutungen möglich

Angst vor dem nächsten Monsun - deshalb schafft die Kanalisation den Starkregen nicht

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Auch wenn nur leichter Regen angekündigt wird, kann sich der schnell zu einem wahren Monsun auswachsen. Und dem mit dem ist dann die Kanalisation überfordert.

Fachleute sprechen von einem Starkregen, wenn binnen kurzer Zeit mehr als 40 Liter Regenwasser pro Quadratmeter vom Himmel fallen. Und weil rund 75 Prozent der Kanalsation in der Stadt Mischwasser-Kanäle sind, in denen Schmutz- und Regenwasser gemeinsam fließen, kann es in den teils meterdicken Rohren zu Rückstau kommen. Dann wird Wasser aus dem Kanal gedrückt und fließt auf der Straße ab. Dann schafft es auch beispielsweise das Regen von Hausgründstücken nicht mehr ins Kanalnetz und wird ins Haus zurückgedrückt.

Oer-Erkenschwick: Zehn Meter tiefer See entsteht

40 Liter Regen - welche Wassermassen sich hinter dieser recht abstrakten Zahl verbergen, macht folgendes Beispiel deutlich: Die baulich versiegelte Fläche im Stadtgebiet von Oer-Erkenschwick beträgt etwa zwölf Quadratkilometer. Fallen nun auf diese Gesamtfläche jeweils 40 Liter pro Quadratmeter, dann sind das knapp 500.000 Kubikmeter Oberflächenwasser binnen sehr kurzer Zeit. Diese Wassermenge entspricht in etwa einem See in der Größe von fünf Fußballfeldern und einer Tiefe von zehn Metern.  „Mit solchen Wassermassen ist jede Kanalisation überfordert“, erläutert der Technische Beigeordnete der Stadtverwaltung, Bernd Immohr.

Wie können sich Bürger in Oer-Erkenschwick schützen?

Gebäudekeller müssen über Rückstausicherungen verfügen. Vor allem dann, wenn diese tiefer als die städtische Kanalisation liegen. Außerdem sollte jeder versuchen, wenn möglich das Regenwasser lange auf seinem Grundstück zu behalten. Da reicht schon eine Regentonne, die man erst einmal volllaufen lassen kann, bevor das Wasser dann versickert oder in das städtische Kanalnetz gelangt. All das entlastet in Spitzenzeiten die Kanalisation. Und außerdem lässt sich mit dem Regenwasser aus der Tonne in den darauf folgenden Tagen prima gießen.

Wo kann man sich in Oer-Erkenschwick beraten lassen?

Zum Beispiel im Rathaus. Tiefbauingenieur Jochen Grabemann hilft bei Fragen zu persönlichen Abwasserproblemen. Er ist zwecks Terminvereinbarung unter Telefon 02368/6910 zu erreichen.

Auch die Stadt Waltrop rüstet auf, um sich und ihre Bürger besser vor Starkregen zu schützen.

Beim jüngsten Unwetter sind der Kreis Recklinghausen und damit auch Oer-Erkenschwick glimpflich davon gekommen.

Während man sich vielerorts Gedanken über die nächsten möglichen Starkregen macht, werden in Recklinghausen Bäume wegen der anhaltenden Dürre gefällt.

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