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Nicht auszumalen, was sich während der Corona-Krise in einigen Kinderzimmern abspielt. Das Junikum hat weniger Neuaufnahmen, doch Gewalt und Missbrauch steigen in der Corona-Krise

Jugendhilfe

Weniger Aufnahmen im Junikum - warum die Coronakrise zur Katastrophe für Kinder wird

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Die Zahl der Aufnahmeanfragen bei der Jugendhilfeeinrichtung „Junikum“ in Oer-Erkenschwick sinkt seit Covid-19 ausgebrochen ist. Die Gefahr von Missbrauch und Gewalt steigt.

  • Zahl der Aufnahmeanfragen sinkt beim Junikum.
  • Wichtige Schutzmechanismus sind derzeit ausgesetzt.
  • Experten befürchten eine Verschärfung von Konflikten.

Eine Sache lässt den Geschäftsführer der Jugendhilfeeinrichtung „Junikum“ mit Hauptsitz in Oer-Erkenschwick, Thomas Kurth, seit Beginn der Corona-Krise nicht mehr ruhig schlafen: „Die Zahl der Aufnahmeanfragen gehen runter. Das treibt mich um. Wo bleiben diese Kinder?“ Mit der Schließung von Schulen und Kindergärten fehlt ein wichtiger Schutzmechanismus für die Schwächsten.

Oer-Erkenschwick: Eltern sind überfordert

Niemandem fallen blaue Flecke oder eine psychische Veränderung am Kind auf. In der Übermittagsbetreuung gibt es sonst ein warmes Essen. Auch Ausweichstrategien, die Kinder zum Beispiel vor dem alkoholsüchtigen Vater entwickelt haben, greifen nicht mehr – Spielplätze, Jugendtreffs, Vereine alles ist geschlossen. „Es gibt Eltern, die sind einfach maßlos überfordert. Da leben Eltern und Kinder in einer kleinen Wohnung eng zusammen. Dieses geschlossene System ist Nährboden für Gewalt und Missbrauch“, weiß Bereichsleiterin Britta Kleine vom Junikum in Oer-Erkenschwick. Die aktuelle Krise führe in einigen Familien zur Verschärfung von Konflikten. Die Corona-Krise ist für Kinder und Jugendliche aus betroffenen Familien eine Katastrophe.  Die Jugendhilfeeinrichtung erwartet nach Corona eine Flut an Aufnahmeanfragen.

Mehr zum Thema und zum Junikum lesen Sie in der Print- und E-Paper-Ausgabe der Stimberg Zeitung.

In Trägerschaft des Junikum entsteht an der Stimbergstraße ein neuer Kindergarten.

Kinderchirurgin Susanne von der Heydt von der Charité sorgt sich besonders um Kinder,die zu Hause Gewalt und Missbrauch erfahren.

In Klein-Erkenschwick: Mann (38) prügelt Nachbarn (47) krankenhausreif.

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