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Breil-Orgel aus Oer-Erkenschwick beginnt auf Sizilien drittes Leben - so geht der Umbau der Marienkirche voran

  • Michael Dittrich
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Vor einem Jahr erklang die Breil-Pfeifenorgel zum letzten Mal in der Marienkirche in Oer-Erkenschwick. Der Umbau des Rapener Gotteshauses schreitet voran.

Update, 20. November, 15.37 Uhr: Der verkleinerte Altar ist wieder in der Pfarrkirche St. Marien gelandet. Der Umbau des Gotteshauses in ein multifunktionales Gemeindezentrum steht kurz vor der Vollendung. „Am Dienstag ist auch noch die neue Orgel eingetroffen. Jetzt fehlt nur noch das Taufbecken. Die Elektriker arbeiten noch am Licht“, sagt Heinrich Josef Schlathölter vom Bauausschuss der Gemeinde. Am ersten Adventssonntag (29. November) ist die kirchenlose Zeit in Rapen endlich vorbei. Dann findet ab 18 Uhr in der Marienkirche eine Adventsvesper mit der Weihe der neuen Orgel statt. Weihbischof Lohmann wird den Altar erst eine Woche später am zweiten Adventssonntag (6. Dezember, 15 Uhr) weihen. Der Gottesdienst um 9.30 Uhr fällt an diesem Tag aus. Bei der Zeremonie werden auch die Heiligen-Reliquien wieder in den Altar eingelassen. Wegen Corona ist die Teilnahme an den Gottesdiensten in der Pfarrkirche nur mit Platzkarten möglich. Diese sind allerdings schon vergeben. Gelegenheit sich die Kirche einmal anzuschauen, gibt es aber 2. Dezember ab 15 Uhr bei einem Tag der offenen Tür in der neugestalteten Kirche mit einem Rückblick auf die Bauphase durch Martina Czarkowski und einer klanglichen Vorstellung der neuen Kisselbach-Orgel durch Heinrich Josef Schlathölter.

Kirche in Oer-Erkenschwick umgestaltet

Unsere Erstberichterstattung: In der nächsten Woche wird die neue, elektronische Kisselbach-Orgel mit 54 Registern in die Rapener Marienkirche in Oer-Erkenschwick geliefert.. „Dann sollen die nunmehr gut einjährigen Umbauarbeiten weitestgehend abgeschlossen sein“, sagt Heinrich Josef Schlathölter. Er ist Organist, Chorleiter und Mitglied des Bauausschusses der Gemeinde. Das Gotteshaus im Ortsteil Rapen wurde für rund 1,8 Mio. Euro so umgestaltet, dass in den Kirchbau nun auch ein variabel großes Pfarrheim, das Pfarrbüro und eine Küche baulich integriert ist.

Lange Lkw-Reise von Oer-Erkenschwick nach Sizilien

Die Arbeiten in der Kirche befinden sich in der Endphase. Aber neben der Vorfreude auf das neue, rund 25.000 Euro teure Musikinstrument mit drei Tastenreihen und einem Steuerungscomputer hat Schlathölter die alte Orgel aus Oer-Erkenschwick nicht vergessen. Die ist nach dem letzten Orgelgottesdienst am 22. September 2019 in ihre Einzelteile zerlegt und per Lkw von Oer-Erkenschwick nach Chiusa bei Palermo in Italien transportiert worden. Schlathölter hat den dortigen Orgelbaumeister, Giuliano Colletti, nach dem Stand der Restaurationsarbeiten gefragt – und nun per Mail Antwort bekommen: „Die Arbeiten schreiten sehr gut voran. Die Orgel ist komplett generalüberholt und es ist ein neuer Spieltisch hergestellt worden und wir sind dabei, uns um die Installation einer neuen zentralen Elektronik zu kümmern. „Dann kann ja bald das dritte Leben der Breil-Orgel beginnen“, meint Heinrich Josef Schlathölter.

Stück für Stück wurde in alte Breil-Orgel aus Oer-Erkenschwick in der sizilianischen Werkstatt von Orgelbaumeister Colletti restauriert und wieder zusammengebaut. Der neue Spieltisch für das Pfeifeninstrument (unten rechts) ist fertig.

Oer-Erkenschwick war die zweite Epoche für die Breil-Orgel

Das „dritte Leben“? Ja, denn Italien ist bald die dritte Station, an der das Musikinstrument erklingen wird. Gebaut vom Orgelbaumeister Breil in Dorsten, wurde die Pfeifenorgel zunächst seit 1951 in der Kirchemusikschule in Münster eingesetzt und 1980 durch eine neue Orgel ersetzt. Der längst verstorbene Pfarrer Bernhard Liesner und Heinrich Josef Schlathölter kauften das bei Breil zwischengelagerte Instrument für die Pfarrkirche St. Marien in Oer-Erkenschwick. Die Orgel musste angepasst werden und erhielt von der Rapener Firma Kartein aus Oer-Erkenschwick ein neues Gehäuse. In dieser Zeitung wird Pfarrer Liesner zur Orgelweihe wie folgt zitiert: „Gottes Wort offenbart sich auch und gerade in der Kirchenmusik, sodass feierliches Orgelspiel und mildtätige Nächstenliebe kein Gegensatz sind.“ Damit begann nach dem ersten in Münster das „zweite Leben“ der Breil-Orgel in der Rapener Pfarrkirche St. Marien.

Nach Oer-Erkenschwick folgt nun das „dritte Leben“

Die dritte Epoche für das Musikinstrument aus Oer-Erkenschwick hat noch nicht richtig begonnen. In der Orgelbauwerkstatt von Meister Giuliano Colletti in Chiusa Sclafani in der Provinz Palermo auf Sizilien wird der ehemaligen Rapener Orgel gerade neues Leben eingehaucht. Der neue Spieltisch ist bereits fertig. Der alte entsprach nicht mehr den EU-Schwachstrom-Richtlinien.

Rubriklistenbild: © privat

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