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Friedhofsgärtner Ingbert Eisenblätter platziert unterm Baum die Findlinge.

Alternative Bestattungen

Zentnerschwere Findlinge als neue Grabmöglichkeiten auf dem Waldfriedhof - so funktioniert das Prinzip

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    Michael Dittrich
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Alternative Bestattungen werden immer mehr nachgefragt. Deshalb bietet die Stadt auf dem Waldfriedhof nun auch letzte Ruhestätten unter Esskastanien an.

Seit dem 1. Juli sind auch Baumbestattungen auf dem Waldfriedhof möglich. Zwei Varianten bietet die Stadt an. Nur einen Steinwurf von der Friedhofskapelle entfernt können Urnen unter einer Esskastanie bestattet werden. „Das sind Reihengräber mit einer Laufzeit von mindestens 25 Jahren“, sagt Bauhofleiter Gerold Schmelter. An einer Steele unter dem Baum können Angehörige Namen, Geburts- und Sterbedatum der Verstorben auf einem Blatt eingravieren lassen. Rund um die Steele ist auf einem gepflasterten Rondell Platz für Grablichter und Grabschmuck. Die Blätter sind einheitlich, bestehen aus einer Messinglegierung und werden gegossen. „Es dauert etwa sechs Wochen nach Beauftragung, bis sie angebracht werden“, meint Schmelter.

Oer-Erkenschwick: 37 Baumgräber sind möglich

Bis zu 37 Baumgräber sind dort möglich, die Grabstellen werden im Uhrzeigersinn angelegt. Freie Gestaltungsmöglichkeiten haben Angehörige bei der Baumbestattung mit Urnenwahlgräbern. Auf einem freien Feld können sie sich unter einer Esskastanie einen von 30 zentnerschweren Findlingen aussuchen, die gerade dort abgelegt wurden. „An jedem Findling können zwei Urnen bestattet werden, bei der Wahl der Beschriftung haben die Angehörigen freie Hand “, sagt der Bauhofleiter. 

Oer-Erkenschwick: 29 Findlinge sind noch frei

Rasen wird zwischen diesen Baumgräbern nicht eingesät. „Wir gestalten diese Fläche botanisch mit Bodendeckern und Staudengewächsen“, sagt Friedhofsgärtner Ingbert Eisenblätter. Aktuell sind noch 29 Findlinge nicht belegt. Unter der Esskastanie in der Nähe der Friedhofskapelle wurden bisher drei Urnen bestattet. Schmelter geht davon aus, dass die Nachfrage steigen wird: „Bei den ersten Urnensteelen auf dem Friedhof hat es auch ein Jahr gedauert, bis sie von der Bevölkerung gut angenommen wurden.“

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Gute Nachricht: Gräber auf dem Waldfriedhof in Oer-Erkenschwick sind ohne Umwege erreichbar.

Im vergangenen Sommer war der Besuch des Waldfriedhofs wegen des Eichenprozessionsspinners nicht unproblematisch.

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Mysteriös - Schwarze Witwe lockt im Dunkeln mehr als 100 Menschen auf den Waldfriedhof.

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